PMI-Daten zeigen, dass Indiens Fabrikwachstum im September auf Achtmonatstief sinkt

PMI-Daten zeigen, dass Indiens Fabrikwachstum im September auf Achtmonatstief sinkt
Deepali Singh
01. Okt. 2024, 11:33 AM
  • Auftragseingänge und Produktion erreichten ihren niedrigsten Stand seit Dezember, was auf eine nachlassende Nachfrage hindeutet.
  • Das Exportwachstum fiel auf ein 18-Monats-Tief und nur 6 % der Unternehmen meldeten einen Anstieg der Auslandsaufträge.
  • Die Stimmung in der Wirtschaft schwächte sich ab und die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze lag auf einem Sechsmonatstief.

Der jüngste Überblick von S&P Global zeigt, dass Indiens verarbeitendes Gewerbe im September einen Abschwung erlebte und das schwächste Wachstum seit acht Monaten verzeichnete.

Trotz robuster Nachfrage und stabiler Produktion verlangsamt sich das Wachstum der Fabrikaktivität seit Juni, was auf mögliche Herausforderungen für die Gesamtwirtschaft in den kommenden Monaten hindeutet.

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) von HSBC India für das verarbeitende Gewerbe fiel im September von 57,5 im August auf 56,5 und markierte damit den niedrigsten Anstieg seit Januar.

Dieser Wert liegt zwar immer noch über der 50-Punkte-Schwelle, die Wachstum von Konjunkturabschwächung trennt, deutet aber auf eine Abschwächung der Dynamik hin.

„Die Dynamik im indischen Fertigungssektor ließ im September nach dem sehr starken Wachstum in den Sommermonaten nach“, sagte Pranjul Bhandari, Chefvolkswirt für Indien bei HSBC, laut Reuters.

Kühlbedarf und -leistung

Wichtige Indikatoren wie Auftragseingänge, ein primärer Indikator für die Nachfrage, wuchsen so langsam wie seit Dezember nicht mehr, blieben aber insgesamt stabil. Gleichzeitig fiel auch die Produktionsmenge auf ein Achtmonatstief.

Die Verlangsamung des Produktionswachstums fällt mit einer schwächeren internationalen Nachfrage zusammen; das Exportwachstum fiel auf den niedrigsten Stand seit 18 Monaten.

Nur 6 Prozent der befragten Unternehmen meldeten einen Anstieg der Auslandsaufträge, was auf einen spürbaren Rückgang der globalen Handelsleistung hindeutet.

Der Rückgang der Produktionsaktivität dürfte sich negativ auf das Wirtschaftswachstum Indiens insgesamt auswirken.

Nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes im dritten Quartal um 6,7 Prozent zulegte, könnte es im nächsten Quartal aufgrund der Abkühlung der Industrieproduktion zu einem weiteren Wachstumsrückgang kommen.

Rückgang bei Geschäftsklima und Beschäftigung

Die Umfrage ergab auch eine leichte Verschlechterung des Geschäftsklimas.

Der Unterindex für die zukünftige Produktion, ein Maß für den Optimismus für das kommende Jahr, fiel auf seinen niedrigsten Stand seit April 2023.

Auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze, die in den vorangegangenen Monaten stabil geblieben war, verlangsamte sich im September und erreichte ein Sechsmonatstief.

„Die internationale Nachfrage war stärker betroffen und das Exportwachstum fiel auf ein Niveau, das seit anderthalb Jahren nicht mehr erreicht wurde“, fügte Bhandari hinzu und verdeutlichte damit die globalen Herausforderungen, vor denen die Hersteller stehen.

Steigende Inputkosten und Auswirkungen auf die Margen

Ein Problembereich sind die steigenden Inputkosten.

Die Inflation der Inputpreise nahm im September zu, allerdings waren die Hersteller nicht in der Lage, diese Kostensteigerungen in vollem Umfang an die Verbraucher weiterzugeben.

Die Inflation der verlangten Preise fiel auf ein Fünfmonatstief, was darauf schließen lässt, dass die Unternehmen einen Teil des Drucks auf ihre Margen aufgrund der schwächeren Nachfrage auffangen.

„Die Inputpreise stiegen im September schneller, während die Inflation der Fabrikpreise nachließ, was den Druck auf die Margen der Hersteller verschärfte“, erklärte Reuters unter Berufung auf Bhandari.

Konjunkturaussichten und Zinsen

Trotz jüngster Anzeichen einer Abkühlung der Inflation bleiben die allgemeinen Aussichten für den Preisdruck ungewiss.

Einer kürzlichen Reuters-Umfrage zufolge könnte die Inflation in den kommenden Monaten steigen, auch wenn sie zuletzt unter das mittelfristige Ziel der Reserve Bank of India von vier Prozent gefallen ist.

Es wird erwartet, dass die Zentralbank die Zinsen im Oktober unverändert lässt. Im Dezember dürften die Zinssenkungen beginnen.

Während Indiens verarbeitender Sektor mit diesen Gegenwinden zu kämpfen hat, werden die politischen Entscheidungsträger aufmerksam auf weitere Anzeichen einer wirtschaftlichen Abschwächung achten.