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Robinhood erweitert seine Präsenz in Europa und führt Krypto-Transferfunktionen für EU-Kunden ein

Robinhood erweitert seine Präsenz in Europa und führt Krypto-Transferfunktionen für EU-Kunden ein
Diya Poddar
01. Okt. 2024, 10:21 AM
  • Dieser Schritt ermöglicht es EU-Benutzern, über 20 Kryptowährungen zu übertragen, darunter Bitcoin, Ethereum und Solana.
  • Durch die Übernahme von Bitstamp im Wert von 200 Millionen US-Dollar erweitert Robinhood seine Reichweite auf globale Märkte und institutionelle Anleger.
  • Krypto-Dienste sind in Großbritannien weiterhin nicht verfügbar, nach dem Bitstamp-Deal wird jedoch ein weiterer Ausbau erwartet.

Robinhood hat offiziell die Ausweitung seiner Kryptowährungsdienste in der Europäischen Union angekündigt und ermöglicht es Kunden, Kryptowährungen in die App hinein und aus ihr heraus zu transferieren.

Dieser Schritt stellt einen bedeutenden Schritt in der internationalen Wachstumsstrategie des Unternehmens dar, da er europäischen Benutzern die Möglichkeit bietet, ihre digitalen Vermögenswerte selbst zu verwahren.

Die Entscheidung von Robinhood, sein Produktangebot zu erweitern, steht im Einklang mit der wachsenden Nachfrage nach digitalen Währungsdiensten in ganz Europa, wo günstige Regelungen wie das Gesetz „Markets in Crypto-Assets“ (MiCA) verabschiedet werden.

Diese Entwicklung kommt zu einer Zeit, in der US-Krypto-Unternehmen einer zunehmenden Kontrolle durch die Regulierungsbehörden im eigenen Land ausgesetzt sind.

Robinhood erweitert Krypto-Kapazitäten in Europa

Die neue Funktion von Robinhood ermöglicht es EU-Benutzern, über 20 digitale Währungen einzuzahlen und abzuheben, darunter beliebte Token wie Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und Solana (SOL).

Zuvor hatte die Plattform Benutzern die Übertragung ihrer Kryptowährungen aus der App untersagt und so den Umfang ihrer Krypto-Handelsdienste begrenzt.

Mit dieser neuesten Funktion können europäische Benutzer nun ihre digitalen Assets vollständig kontrollieren, indem sie sie in selbstverwaltete Wallets übertragen.

Diese Expansion spiegelt das wachsende Interesse an dezentralisierten Finanzlösungen (DeFi) auf dem gesamten Kontinent wider, insbesondere da die MiCA-Verordnung ein einheitlicheres Regulierungsumfeld für die Kryptowährungsbranche in den 27 EU-Mitgliedsstaaten schafft.

Die Entscheidung zur Einführung dieser Selbstverwahrungsfunktionen folgt Robinhoods Überzeugung vom Marktpotenzial der EU für digitale Währungen.

Laut Johann Kerbrat, Krypto-Generaldirektor von Robinhood, ist der EU-Markt hinsichtlich der gesamten adressierbaren Marktgröße genauso groß wie die USA.

Kerbrat wies darauf hin, dass die MiCA-Verordnung ein entscheidender Faktor sei. Er meinte, dass der einheitliche Regulierungsrahmen der EU den digitalen Währungssektor grundlegend verändern und ihn zu einem attraktiven Markt für Kryptounternehmen machen werde.

Robinhoods 200-Millionen-Dollar-Übernahme von Bitstamp soll internationale Präsenz bis 2025 stärken

Die Übernahme der in Luxemburg ansässigen Kryptobörse Bitstamp durch Robinhood im Wert von 200 Millionen Dollar unterstreicht sein Engagement für die internationale Expansion.

Bitstamp, das weltweit über 50 Lizenzen und Registrierungen besitzt, wird Robinhood Zugang zu zusätzlichen Märkten und behördlichen Genehmigungen verschaffen, darunter in Schlüsselregionen wie Singapur, Großbritannien und der gesamten EU.

Der Bitstamp-Deal, dessen Abschluss bis 2025 erwartet wird, wird Robinhood nicht nur dabei helfen, in neue Gebiete vorzudringen, sondern auch sein Angebot durch die Ausrichtung auf institutionelle Anleger zu diversifizieren.

Die „Crypto-as-a-Service“-Lösung von Bitstamp richtet sich insbesondere an Banken und Finanzinstitute, die Kryptofunktionen in ihre bestehenden Dienste integrieren möchten.

Robinhoods globaler Vorstoß trotz regulatorischem Gegenwind in den USA

Während Robinhood seine Geschäftstätigkeit in Europa ausweitet, steht das Unternehmen in den USA vor erheblichen Herausforderungen, da Regulierungsbehörden wie die Securities and Exchange Commission (SEC) den Kryptosektor zunehmend genauer unter die Lupe nehmen.

Mehrere in den USA ansässige Krypto-Unternehmen, darunter Coinbase und Binance, kämpfen derzeit mit Klagen der SEC wegen des Vorwurfs, mit nicht registrierten Wertpapieren gehandelt zu haben.

Robinhood, das sowohl von der SEC als auch von der Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) reguliert wird, hat seine Frustration über die US-Regulierungslandschaft zum Ausdruck gebracht und erklärt, dass der Ansatz der „Regulierung durch Durchsetzung“ zu Unsicherheit auf dem Markt führe.

Derzeit sind die erweiterten Kryptodienste von Robinhood nur für EU-Kunden verfügbar. Das Vereinigte Königreich wartet noch auf den Zugang.

Obwohl Robinhood seinen Aktienhandelsdienst im vergangenen November in Großbritannien eingeführt hat, bietet das Unternehmen britischen Benutzern bislang weder den Handel mit Kryptowährungen noch die Möglichkeit zur Selbstverwahrung an.

Mit der Übernahme von Bitstamp und dem anhaltenden Wachstum in Europa ist es wahrscheinlich, dass britische Kunden in naher Zukunft mit erweiterten Krypto-Diensten rechnen können.