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Warum steht Assassin's Creed-Hersteller Ubisoft vor Fragen zu seiner Zukunft?

Warum steht Assassin's Creed-Hersteller Ubisoft vor Fragen zu seiner Zukunft?
Vatsala Gaur
01. Okt. 2024, 14:41 PM
  • Ubisoft verschiebt „Assassin’s Creed Shadows“ und löst damit einen Aktienkursabsturz auf ein 10-Jahrestief aus.
  • Der aktivistische Investor AJ Investments übt Druck auf das Unternehmen aus, einen Verkauf in Betracht zu ziehen.
  • Die Herausforderungen spiegeln die allgemeine Abschwächung der Branche wider, da die Einnahmen aus dem Glücksspiel schwächeln.

Ubisoft sieht sich wachsendem Druck seitens der Investoren ausgesetzt, nachdem sich die Veröffentlichung des mit Spannung erwarteten Spiels „Assassin's Creed Shadows“ um drei Monate verzögerte und die Verkaufszahlen von „Star Wars Outlaws“ schwächer ausfielen als erwartet.

Diese Rückschläge haben Zweifel an der finanziellen Entwicklung und der künftigen Ausrichtung des Unternehmens geweckt und zu einem drastischen Kursverfall der Aktien des Unternehmens geführt.

Die Verzögerung der Veröffentlichung von „Assassin’s Creed Shadows“, dessen Veröffentlichung nun für den 14. Februar 2025 geplant ist, und die schlechten Verkaufszahlen von „Star Wars Outlaws“ haben Ubisoft gezwungen, seine Schätzung der Nettobuchungen für das Geschäftsjahr 2024–2025 auf 1,95 Milliarden Euro zu senken.

Dies stellt einen erheblichen Rückgang gegenüber früheren Prognosen dar. Die Aktien des Unternehmens fielen um 19 % und erreichten damit ihren niedrigsten Stand seit November 2013.

Der Aktienkurs des Unternehmens ist allein im vergangenen Jahr um über 65 % eingebrochen.

Ubisofts schlechte Umsätze

Die enttäuschende Aufnahme von „Star Wars Outlaws“ war ein wesentlicher Faktor für die Herausforderungen von Ubisoft.

Das auf der „Star Wars“-Reihe basierende Action-Adventure-Spiel konnte die Verkaufsziele des Unternehmens nicht erfüllen und stieß bei den Spielern auf gemischte Resonanz.

Dies hat Ubisoft dazu veranlasst, seinen Ansatz anzupassen und sicherzustellen, dass „Assassin’s Creed Shadows“ zusätzliche Zeit für die Entwicklung und Verfeinerung erhält.

Als Reaktion auf die jüngsten Rückschläge hat Ubisoft wichtige strategische Änderungen vorgenommen.

Das Unternehmen hat Pläne aufgegeben, „Assassin’s Creed Shadows“ zum Start mit einem kostenpflichtigen „Season Pass“ auf den Markt zu bringen und weicht damit von seinem üblichen Geschäftsmodell ab, Bonusinhalte über solche Add-ons anzubieten.

Darüber hinaus plant Ubisoft, das Spiel auf der Steam-Plattform von Valve zu veröffentlichen und beendet damit die bisherige Praxis, PC-Versionen ausschließlich über den Storefront von Epic Games zu verkaufen.

Der CEO von Ubisoft, Yves Guillemot, erkannte die Schwierigkeiten des Unternehmens an und erklärte: „Angesichts der jüngsten Herausforderungen erkennen wir die Notwendigkeit größerer Effizienz, möchten aber gleichzeitig die Spieler weiterhin begeistern.“

Er fügte hinzu, dass der Vorstand des Unternehmens eine Überprüfung durchführe, um die allgemeine Umsetzung und Strategie zu verbessern.

Aktivistischer Investor fordert Verkauf von Ubisoft

Angesichts der Schwierigkeiten von Ubisoft forderte der aktivistische Investor AJ Investments das Unternehmen auf, einen Verkauf in Erwägung zu ziehen.

Obwohl der Anteil des Unternehmens weniger als 1 % beträgt, hat AJ Investments seine Unzufriedenheit mit der Führung von Ubisoft zum Ausdruck gebracht und um die Unterstützung anderer Anteilseigner gebeten.

Das Unternehmen behauptet, Unterstützung von Investoren erhalten zu haben, die 10 % der Ubisoft-Aktien halten, und arbeitet im Vorfeld der nächsten Hauptversammlung des Unternehmens mit Stimmrechtsberatungsfirmen zusammen.

„Wir haben mit Branchenexperten gesprochen und sind bereit, neue Vorstandsmitglieder vorzuschlagen, die uns dabei helfen, unsere strategischen Ziele zu verwirklichen“, sagte AJ Investments in einem offenen Brief.

Der Investor gab außerdem bekannt, dass er ein Treffen mit der Geschäftsleitung von Ubisoft plane, um seine Vorschläge zu besprechen und dass er bei Bedarf eine Demonstration am Firmensitz veranstalten könne.

Der chinesische Gaming-Riese Tencent besitzt bereits einen 10-prozentigen Anteil an Ubisoft.

Ubisoft-Aktie: Analysten senken Kursziele

Mehrere Bankanalysten haben ihre Kursziele für Ubisoft gesenkt, nachdem bekannt wurde, dass sich die Veröffentlichung verzögert und die Finanzaussichten enttäuschend sind.

Die Deutsche Bank stufte die Aktie des Unternehmens von „Kaufen“ auf „Halten“ herab und merkte an, dass die Korrektur der Prognose „größer als erwartet“ ausgefallen sei.

Die Analysten der Bank prognostizierten außerdem, dass sich „Assassin’s Creed Shadows“ in den ersten 12 Monaten 7 Millionen Mal verkaufen würde, was unter der ursprünglichen Prognose von 8 Millionen liegt.

JPMorgan hat unterdessen sein Kursziel für Ubisoft von 21 Euro auf 11 Euro gesenkt.

Als Gründe für die schwächere Finanzlage nannte die Bank steigende Entwicklungskosten und den langsamen Veröffentlichungsplan des Unternehmens.

„Mittelgroße Entwickler wie Ubisoft werden durch steigende Kosten unter Druck gesetzt, ohne dass eine entsprechende Steigerung der Monetarisierung zur Unterstützung der Rendite erfolgt“, stellten die Analysten von JPMorgan fest.

Branchenweite Verlangsamung belastet Ubisofts Aussichten

Die Herausforderungen für Ubisoft sind kein Einzelfall; auch die Videospielbranche insgesamt erlebt einen Abschwung.

Dem Forschungsunternehmen Newzoo zufolge wird der globale Spielemarkt im Jahr 2024 voraussichtlich nur um 2,1 % im Vergleich zum Vorjahr wachsen. Dies bedeutet zwar eine leichte Erholung gegenüber dem Wachstum von 0,5 % im Jahr 2023, bleibt aber weit unter dem pandemiebedingten Boom der Jahre 2020 und 2021.

James Lockyer, ein Technologie-Research-Analyst bei Peel Hunt, sagte gegenüber CNBC in einem Bericht, dass die Verbraucher mehr Zeit mit etablierten Spielen verbringen, was die Nachfrage nach Neuerscheinungen begrenzt. Er sagte:

Trotz dieser Herausforderungen bleiben einige Analysten hinsichtlich der langfristigen Aussichten von Ubisoft optimistisch.

Analysten von Wedbush Securities vermuteten, dass „Star Wars Outlaws“ Ziel einer organisierten „Trolling“-Kampagne gewesen sei, deren Ziel darin bestand, die Bewertungen der Nutzer zu verschlechtern.

Das Unternehmen ist weiterhin vom Potenzial von „Assassin’s Creed Shadows“ überzeugt und geht davon aus, dass das Spiel im ersten Quartal 7 Millionen Mal verkauft werden könnte und zu einem der Bestseller von Ubisoft werden könnte.

Während Ubisoft mit finanziellen Problemen und dem Druck der Investoren zu kämpfen hat, wird die Fähigkeit des Unternehmens, kommende Veröffentlichungen wie „Assassin’s Creed Shadows“ umzusetzen, für die Gestaltung seiner Zukunft von entscheidender Bedeutung sein.