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Bietet China ein Überangebot an Lithium an, um die Konkurrenz zu unterminieren?

Bietet China ein Überangebot an Lithium an, um die Konkurrenz zu unterminieren?
Diya Poddar
08. Okt. 2024, 18:54 PM
  • Auf China entfallen fast zwei Drittel der weltweiten Produktion chemischer Lithiumprodukte.
  • Das US-Inflationsminderungsgesetz soll mit einem 400 Milliarden Dollar schweren Paket die Lithium-Lieferketten diversifizieren.
  • Portugal verfügt über etwa 60.000 Tonnen Lithiumreserven, steht jedoch vor der Herausforderung, die Produktion zu steigern.

Chinas aggressive Strategie zur Lithiumproduktion bringt den Weltmarkt erheblich durcheinander, da das Land ihn mit diesem wichtigen Metall überschwemmt.

Im vergangenen Jahr sind die Lithiumpreise um mehr als 80 % eingebrochen, was sich auf verschiedene Bereiche der Lieferkette auswirkte, vom Bergbau bis zur Batterieproduktion.

Dieser starke Rückgang weckt bei hochrangigen US-Beamten und Branchenexperten Zweifel hinsichtlich der Motive Chinas, denn es handelt sich offenbar um einen strategischen Versuch, die Konkurrenz auszuschalten, was sich insbesondere auf lithiumreiche Länder wie Portugal auswirken dürfte.

Chinas Lithium-Überproduktion sorgt für Preissturz

Der globale Lithiummarkt wurde durch die enorme Überproduktion Chinas stark beeinträchtigt, was zu einem Preisverfall von über 80 % in nur einem Jahr führte.

Bei Lithium, das für Batterien von Elektrofahrzeugen unverzichtbar ist, ist eine rückläufige Nachfrage zu verzeichnen, die mit Chinas Ziel übereinstimmt, andere Produzenten zu überflügeln.

Jose Fernandez, Staatssekretär im US-Ministerium für Wirtschaftswachstum, Energie und Umwelt, sagt, China übe eine „Kampfpreispolitik“ aus, um die Konkurrenz zu schwächen und zahlreiche Unternehmen aus dem Markt zu drängen.

Derzeit entfallen fast zwei Drittel der weltweiten Lithiumproduktion auf China, sodass es für die Konkurrenz schwierig ist, Schritt zu halten.

Viele Unternehmen waren gezwungen, ihre Produktion zurückzufahren oder ganz einzustellen, was in der gesamten Branche zu einem erheblichen Verlust an Arbeitsplätzen führte.

Auswirkungen auf Portugals Lithiumindustrie

Portugal ist mit etwa 60.000 Tonnen bekannten Lithiumreserven der größte Produzent des Metalls in Europa, das hauptsächlich in der Keramik verwendet wird.

Das Land möchte seine Aktivitäten vom Bergbau auf die Batterieproduktion und das Recycling ausweiten.

Allerdings erschwert Chinas Niedrigpreisstrategie den lokalen Bergbauunternehmen die Sicherung der notwendigen Investitionen zur Ausweitung ihrer Betriebe.

Fernandez betonte, dass derartige Taktiken die Diversifizierung der weltweiten Lieferketten behindern und Hindernisse für europäische Länder wie Portugal darstellen, die für den Aufbau einer robusten Lithium-Industrie erhebliche finanzielle Unterstützung benötigen.

Sinken die Preise, ist mit Entlassungen zu rechnen, die den Sektor noch stärker destabilisieren würden.

Trotz dieser Herausforderungen sind mehrere portugiesische Bergbauunternehmen aktiv auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten und Partnerschaften zur Aufrechterhaltung ihrer Projekte und möchten die Lithiumressourcen des Landes für den grünen Wandel Europas nutzen.

Europas Bemühungen, die Abhängigkeit von chinesischem Lithium zu verringern

Als Reaktion auf die Notwendigkeit, die Abhängigkeit von chinesischen Rohstoffen zu reduzieren, hat die Europäische Union Maßnahmen ergriffen, um die chinesische Dominanz im Bereich der grünen Technologien zu bekämpfen.

Die EU hatte vor Kurzem Zölle auf in China produzierte Elektrofahrzeuge erhoben, weil sie diese als ungerechtfertigte Subventionierung betrachtete.

China reagierte mit Antidumpingmaßnahmen, etwa der Einführung vorübergehender Zölle auf europäische Brandy-Importe.

Diese eskalierenden Handelsspannungen unterstreichen die komplexen Beziehungen zwischen China und Europa, da letzteres versucht, seine heimische Lithium- und Elektrofahrzeugindustrie zu stärken.

Der anhaltende, von China initiierte Preiskrieg erschwert diese Bemühungen und bringt europäische Länder wie Portugal in eine schwierige Lage.

Chinas interne Herausforderungen angesichts der Lithium-Überproduktion

Chinas Maßnahmen stören nicht nur die Konkurrenz, das Land hat auch mit den Folgen seiner Überproduktionsstrategie zu kämpfen.

Der starke Rückgang der Lithiumpreise hat chinesische Unternehmen wie CATL, einen großen Batterieproduzenten, gezwungen, die Produktion in bestimmten Minen aufgrund nicht tragbarer Betriebskosten einzustellen.

Diese Situation unterstreicht die Fragilität des chinesischen Ansatzes, da die chinesischen Unternehmen nun die Belastungen durch sinkende Preise zu spüren bekommen.

Angesichts der entscheidenden Rolle von Lithium bei der Revolution der Elektrofahrzeuge und der weltweiten grünen Wende wird die Dominanz Chinas auf diesem Markt nachhaltige Auswirkungen haben.

Die Fähigkeit von Ländern wie Portugal, belastbare Lieferketten aufzubauen und die Abhängigkeit von chinesischen Importen zu verringern, wird für die Gestaltung der Zukunft der globalen Lithiumindustrie eine entscheidende Rolle spielen.