Epic Games gewinnt Kartellrechtsstreit: US-Richter ordnet an, dass Google den Android-App-Markt für Wettbewerber öffnet
- Google ist es für drei Jahre untersagt, Drittanbieter-Stores einzuschränken oder Vorinstallationsgebühren für den Play Store zu erheben.
- Die Alphabet-Aktien fallen um 2,5 %, was die Sorge vor Umsatzeinbußen im App Store aufkommen lässt.
- Epic Games plant, bis 2025 einen eigenen App Store auf Google Play zu starten.
Ein US-Richter hat Google nach einem Rechtsstreit mit Epic Games dazu verpflichtet, erhebliche Änderungen an seinem Geschäft mit mobilen Apps vorzunehmen.
Das Urteil verpflichtet Google dazu, ab November Drittanbieter-App-Stores und In-App-Zahlungsmethoden auf Android-Geräten zuzulassen.
Diese Entscheidung ist Teil einer umfassenderen Klage gegen die monopolistischen Praktiken von Google und stellt für App-Entwickler und -Nutzer eine große Wende dar.
Epic Games, das Google erstmals im Jahr 2020 verklagt hatte, betrachtet die Entscheidung als Sieg für den Wettbewerb.
Googles Absicht, gegen das Urteil Berufung einzulegen, könnte diese Änderungen verzögern, vorerst bleibt die einstweilige Verfügung jedoch bestehen.
Wichtiges Urteil zwingt Google zur Öffnung des Android-App-Marktes
Richter James Donato erließ eine einstweilige Verfügung, die Google dazu verpflichtet, den Betrieb seines Play Stores umzugestalten.
Mit Wirkung vom 1. November 2024 muss das Unternehmen Android-Apps aus alternativen Quellen zulassen und darf die App-Verteilung auf seiner Plattform nicht länger monopolisieren.
Für die nächsten drei Jahre ist es Google untersagt, App-Stores von Drittanbietern zu blockieren oder Geräteherstellern Vorinstallationsgebühren für seinen Play Store aufzuerlegen.
Diese Entscheidung geht auf ein Juryurteil vom Dezember 2023 zurück, das sich in der Kartellklage auf die Seite von Epic Games stellte.
Das Gericht entschied, dass Google den Wettbewerb eingeschränkt habe, indem das Unternehmen den Vertrieb von Android-Apps ausschließlich über den Play Store des Unternehmens vorschrieb und die Entwickler zwang, für In-App-Käufe das Zahlungssystem des Unternehmens zu verwenden.
Google muss mit massiven Umsatzeinbußen rechnen
Das Urteil dürfte die Einnahmen von Google erheblich beeinträchtigen. Die Alphabet-Aktien fielen nach der Bekanntgabe um 2,5 Prozent auf 164,39 Dollar, was die Besorgnis der Anleger über die finanziellen Folgen unterstreicht.
Der Play Store von Google hat Milliarden durch Gebühren von App-Entwicklern eingenommen, die derzeit das Abrechnungssystem von Google verwenden müssen und 15 bis 30 Prozent aller In-App-Käufe einbehalten.
Die einstweilige Verfügung erlaubt es nicht nur Drittanbieter-App-Stores, ungehindert auf Android-Geräten zu agieren, sondern gestattet es Entwicklern auch, das Zahlungssystem von Google zu umgehen und so Googles lukratives Provisionsmodell für die App-Stores einzuschränken.
Epic Games, bekannt für seinen Kampf gegen die App-Store-Gebühren von Apple und Google, setzt sich seit langem für alternative Zahlungsmethoden und mehr Kontrolle für Entwickler ein.
Epic Games‘ Pläne für neue App Stores bis 2025
Tim Sweeney, CEO von Epic Games, lobte das Urteil und erklärte, es würde Entwicklern eine „Kampfchance“ im Android-Ökosystem geben.
Epic plant, bis 2025 einen eigenen App Store auf Google Play zu starten und damit die Vorherrschaft von Google herauszufordern.
Dieser Schritt könnte die Machtdynamik bei der Verbreitung mobiler Apps verschieben und den Entwicklern ein wettbewerbsfähigeres Umfeld bieten.
Sweeney wies darauf hin, dass mit dem Aufkommen alternativer App-Stores Entwickler mehr Möglichkeiten hätten, ihre Apps unabhängig und ohne die Kontrolle von Google über Vertrieb und Zahlungen zu vermarkten.
Google will Berufung einlegen, sieht sich aber zunehmender kartellrechtlicher Prüfung gegenüber
Google hat bereits signalisiert, dass es gegen das Urteil Berufung vor dem 9. US-Berufungsgericht einlegen will und plant, bis zur Entscheidung über das Urteil eine Aussetzung der einstweiligen Verfügung Donatos zu beantragen.
Das Unternehmen warnte, dass die Öffnung des Android-Ökosystems „unbeabsichtigte Konsequenzen“ haben könnte, die die Privatsphäre und Sicherheit der Verbraucher beeinträchtigen könnten, und wiederholte damit seine Argumente aus dem Prozess.
Darüber hinaus ist Google auch in anderen Kartellverfahren einem wachsenden Druck ausgesetzt, unter anderem wegen Ermittlungen zu seiner beherrschenden Stellung im Bereich der Websuche und Werbung.
Diese laufenden Rechtsstreitigkeiten könnten zu weiteren Einschränkungen der Geschäftspraktiken von Google führen.
Was kommt als Nächstes für Google und das Android-Ökosystem?
Während Google das Berufungsverfahren durchläuft, muss es sich auf weitreichende Änderungen seines Play Store-Modells vorbereiten. Entwickler bereiten sich unterdessen darauf vor, neue Chancen zu nutzen, die sich aus einem offeneren Android-Marktplatz ergeben könnten.
Sollte das Urteil Bestand haben, könnte die App-Store-Landschaft drastisch umgestaltet werden.
Android-Nutzer hätten mehr Flexibilität beim Herunterladen von Apps und bei In-App-Käufen, was möglicherweise zu niedrigeren Preisen führen würde.
Mit dem Aufkommen weiterer App-Stores könnten Bedenken hinsichtlich Datenschutz, Sicherheit und Einheitlichkeit des Benutzererlebnisses aufkommen.
Kurzfristig dürfte Google aufgrund von Einnahmeverlusten durch App-Verteilungsgebühren einen Schlag für sein Endergebnis erleiden.
Die Fähigkeit des Unternehmens, seine Position als führender App-Distributor zu behaupten, hängt möglicherweise davon ab, wie es sich in den kommenden Jahren an diese Änderungen anpasst.
Asiatische Aktienrally treibt Hang Seng, Kospi und Nikkei 225 wegen US‑Iran‑Hoffnungen
Nikkei 225 und Kospi steigen stark, japanische und südkoreanische Renditen stürzen
Xi empfing zuerst Trump, dann Putin – und zeigte Chinas Einfluss
Zimbabwe ZiG: Goldgedeckte Währung trotz Risiken stabil
Nifty 50 gefährdet: steigende indische Anleiherenditen und Rupie-Crash
Keine Ergebnisse gefunden
Artikel werden geladen...
Failed to load articles. Please try again.