Boeing entlässt 10 % seiner Belegschaft, hier ist der Grund
- Angesichts steigender Verluste kündigt Boeing Pläne zur Entlassung von 10 % seiner Belegschaft an.
- Streikende Maschinisten und verspätete Flugzeugauslieferungen stellen für Boeing weitere Herausforderungen dar.
- Im Jahr 2024 wird der Aktienkurs um 42 % fallen, im Gegensatz zum Zuwachs des S&P 500 um 22 % in diesem Jahr.
Boeing Co. gab am späten Freitag bekannt, dass es plant, etwa 10 % seiner Belegschaft abzubauen. Dieser Schritt überraschte die Märkte, da der Luft- und Raumfahrt- und Rüstungsriese weiterhin mit erheblichen finanziellen Herausforderungen konfrontiert ist.
Das Unternehmen warnte die Anleger vor einem höheren als erwarteten Verlust im dritten Quartal und einem geringeren Umsatz als von der Wall Street vorhergesagt.
CEO Ortberg erläutert den Schritt
Boeings Vorstandsvorsitzender Kelly Ortberg erklärte, das Unternehmen befinde sich in einer „schwierigen Lage“ und betonte, es seien „harte Entscheidungen“ notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens wiederherzustellen.
„Unser Unternehmen befindet sich in einer schwierigen Lage und die Herausforderungen, denen wir gemeinsam gegenüberstehen, können kaum überbewertet werden“, sagte Ortberg in einer Erklärung.
Diese Entlassungen werden sich auf Mitarbeiter im gesamten Unternehmen auswirken, darunter auch Führungskräfte und Manager, da Boeing versucht, seine Struktur anzupassen, um mit den anhaltenden Problemen fertig zu werden. Das Unternehmen beschäftigte nach Angaben seiner letzten Unternehmensmeldung rund 171.000 Mitarbeiter, hauptsächlich in den USA.
Stillstand im Maschinistenstreik erhöht den Druck
Die Entscheidung fiel kurz nach einem Arbeitsstreik, der nun in die vierte Woche geht. Die Verhandlungen mit streikenden Maschinisten im Bundesstaat Washington gerieten Anfang dieser Woche in eine Sackgasse.
Laut S&P Global Ratings kostet der Streik Boeing etwa eine Milliarde Dollar pro Monat und erhöht damit die finanzielle Belastung des Unternehmens zusätzlich.
Ortberg räumte ein, dass zur Lösung der Unternehmensprobleme strukturelle Veränderungen erforderlich seien, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu erhalten.
Der Streik erschwert die Erholung von Boeing zusätzlich, da das Unternehmen von mehreren Seiten unter Druck steht, unter anderem wegen Betriebsstörungen und finanziellen Schwierigkeiten.
Schwächere Leistung im dritten Quartal als erwartet
Boeings vorläufiger Gewinnbericht für das dritte Quartal zeichnet ein düsteres Bild. Das Unternehmen prognostizierte einen Umsatz von 17,8 Milliarden Dollar, weit unter dem Analystenkonsens von 18,49 Milliarden Dollar.
Außerdem wird für das Quartal ein GAAP-Verlust von 9,97 US-Dollar pro Aktie und ein negativer operativer Cashflow von 1,3 Milliarden US-Dollar erwartet.
Dieser erhebliche Verlust steht in scharfem Kontrast zu dem erwarteten Verlust von 1,61 Dollar pro Aktie gemäß den Schätzungen der FactSet-Analysten.
Boeing verfügte am Ende des Quartals über 10,5 Milliarden Dollar in bar, doch die anhaltenden Herausforderungen schaffen Unsicherheit für die Zukunft des Unternehmens.
Das Unternehmen plant, seine vollständigen Ergebnisse des dritten Quartals am 23. Oktober zu veröffentlichen und dabei weitere Einzelheiten zu seiner finanziellen Lage bekannt zu geben.
Projektverzögerungen und Produktionskürzungen verschärfen die Probleme
Zu Boeings Problemen kam noch hinzu, dass das Unternehmen bekannt gab, dass sich die Auslieferung seines Verkehrsflugzeugs 777-9 auf 2026 und seines Frachtflugzeugs 777-8 auf 2028 verschiebt.
Diese Verzögerungen werden zu einem Gewinnverlust vor Steuern von 2,6 Milliarden Dollar führen. Boeing hat außerdem beschlossen, die Produktion eines seiner Frachtflugzeuge einzustellen, was auf weitere Störungen im Geschäft mit Verkehrsflugzeugen hindeutet.
Nach Bekanntwerden der Neuigkeiten fiel der Aktienkurs von Boeing im erweiterten Handel am Freitag um fast 2 %, nachdem er den regulären Handel mit einem Plus von 3 % beendet hatte.
Kreditratings werden überprüft, Herabstufungen von Anleihen drohen
Auch Boeings Anleiherating steht unter Druck. S&P Global Ratings hat Anfang dieser Woche eine Herabstufung der Boeing-Anleihen geprüft. Damit ist S&P die dritte große Ratingagentur, die Bedenken über Boeings Fähigkeit äußert, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.
Moody's und Fitch haben die Boeing-Anleihen bereits auf die niedrigste Stufe „Investment Grade“ herabgestuft, womit das Unternehmen am Rande einer Einstufung als spekulative Anleihe oder „Ramsch“-Anleihe steht.
Eine Herabstufung auf Ramschniveau würde Boeings Kreditaufnahmefähigkeit zu einem Zeitpunkt erheblich beeinträchtigen, da das Unternehmen versucht, sein Geschäft umzukrempeln.
Dies würde auch dazu führen, dass Boeing-Anleihen aus den Portfolios von Pensionsfonds und anderen institutionellen Anlegern ausgeschlossen würden, die nur Schuldtitel mit Investment-Grade-Rating halten dürfen.
Aktienperformance und breiterer Marktvergleich
Die Boeing-Aktie hat sich im Jahr 2024 nicht gut entwickelt und verlor in diesem Jahr 42 %.
Dies steht im starken Kontrast zum S&P 500 Index, der im gleichen Zeitraum um etwa 22 Prozent zulegte.
Die finanziellen Probleme des Unternehmens sowie Produktionsverzögerungen, ein Streik der Arbeitnehmer und die Gefahr einer Herabstufung der Bonität ihrer Anleihen haben die Stimmung der Anleger schwer belastet.
Während Boeing sich darauf vorbereitet, am 23. Oktober seine vollständigen Quartalsergebnisse zu veröffentlichen, werden die Anleger die weiteren Entwicklungen bei den Bemühungen des Unternehmens zur Bewältigung seiner Herausforderungen aufmerksam verfolgen.
Die bevorstehenden Entlassungen, der anhaltende Streik und die verzögerten Flugzeugauslieferungen sind allesamt Faktoren, die die kurzfristigen Aussichten von Boeing beeinflussen könnten.
Derzeit steht dem Luft- und Raumfahrtriesen ein harter Kampf bevor, um seine finanzielle Gesundheit und seine Wettbewerbsposition auf dem Weltmarkt wiederherzustellen.
Asiatische Aktienrally treibt Hang Seng, Kospi und Nikkei 225 wegen US‑Iran‑Hoffnungen
Nikkei 225 und Kospi steigen stark, japanische und südkoreanische Renditen stürzen
Xi empfing zuerst Trump, dann Putin – und zeigte Chinas Einfluss
Zimbabwe ZiG: Goldgedeckte Währung trotz Risiken stabil
Nifty 50 gefährdet: steigende indische Anleiherenditen und Rupie-Crash
Keine Ergebnisse gefunden
Artikel werden geladen...
Failed to load articles. Please try again.