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NFT-Auktionsmarkt kühlt sich deutlich ab: Gibt es einen Silberstreif am Horizont für Anleger?

NFT-Auktionsmarkt kühlt sich deutlich ab: Gibt es einen Silberstreif am Horizont für Anleger?
Vatsala Gaur
12. Okt. 2024, 11:46 AM
  • Die Umsätze auf dem NFT-Markt sind von 110,5 Millionen US-Dollar im Jahr 2021 auf 9,3 Millionen US-Dollar im Jahr 2023 gesunken.
  • Die Preise der Top-Künstler sind zwar gesunken, das Interesse an hochwertigen Sammlungen bleibt jedoch bestehen.
  • Der NFT-Markt wird erschwinglicher, was auf eine Verschiebung hin zu langfristiger Nachhaltigkeit hindeutet.

Der Auktionsmarkt für NFTs (Non-fungible Token) hat sich im Vergleich zum Hoch im Jahr 2021, das durch weniger Auktionen und niedrigere Preisspannen gekennzeichnet war, deutlich abgekühlt. Experten vergleichen diese Phase jedoch mit einer gesunden Konsolidierung, die im Laufe der Jahre zu nachhaltigerem Wachstum führen wird.

Laut dem Marktbericht 2024 für zeitgenössische Kunst von Artprice erzielten NFT-Auktionen im vergangenen Jahr nur 9,3 Millionen US-Dollar.

Dies war weit entfernt vom Höhepunkt der Spekulationen im Jahr 2021, als der Digitalkünstler Beeple bei Christie’s ein NFT für unglaubliche 69 Millionen Dollar verkaufte und damit ins weltweite Rampenlicht katapultierte.

Das Ereignis löste in der Technologie- und Kunstwelt Schockwellen aus und profilierte NFTs als revolutionäre neue Anlageklasse. Im selben Jahr erzielte der NFT-Markt durch regulierte Auktionen beeindruckende 110,5 Millionen US-Dollar, wobei Stücke von aufstrebenden Künstlern wie Fewocious und Sammlungen wie CryptoPunks Millionenbeträge erzielten.

Im Jahr 2023 kam es zu einer Abkehr von schwindelerregenden Preisen auf dem Markt; weniger Auktionen und moderatere Preisspannen wurden zur neuen Norm.

Der Bericht sagt:

Weniger schlagzeilenträchtige Verkäufe, aber anhaltendes Interesse an NFT-Sammlungen

Seit dem Höhepunkt des NFT-Booms sind die Preise der führenden Künstler auf dem Markt auf ein vernünftigeres Niveau gefallen.

Von Fewocious, einer Teenager-Sensation des Jahres 2021, die bei Sotheby’s ein Werk für 2,8 Millionen Dollar verkaufte, wurde dieses Jahr kein Werk bei einer Auktion angeboten.

Ebenso ziehen die CryptoPunks von Larva Labs, einst ein Liebling des NFT-Bereichs, nicht mehr die wilden Gebote an wie früher.

Sogar Beeple, dessen Arbeit die NFT-Explosion auslöste, verzeichnete 2023 einen weitaus bescheideneren Verkaufserlös von 177.800 US-Dollar.

Trotz dieser Marktkorrektur bleibe das Käuferinteresse stabil, insbesondere bei etablierten NFT-Sammlungen, heißt es in dem Bericht.

Yuga Labs, der Erfinder des Bored Ape Yacht Club (BAYC), verzeichnet weiterhin eine starke Nachfrage. Bei einem kürzlichen Online-Verkauf von Sotheby's wurden 100 % der NFTs von Yuga Labs verkauft, wobei das wertvollste Los 264.000 US-Dollar einbrachte.

Dies deutet darauf hin, dass sich der breitere NFT-Markt zwar abgekühlt hat, aber immer noch eine große Begeisterung für hochwertige Sammlungen besteht.

Abkühlung bei NFT-Auktionen im Einklang mit der allgemeinen Abkühlung des Kunstmarktes

Der Rückgang der NFT-Auktionswerte darf nicht isoliert betrachtet werden.

Laut dem Halbjahresbericht 2024 von Artnet wurden im ersten Halbjahr 2024 bei Auktionen insgesamt 5,05 Milliarden US-Dollar für Kunst ausgegeben, ein Rückgang von 29,5 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Der Bericht von Artprice fügt hinzu, dass der globale Markt für zeitgenössische Kunst im vergangenen Jahr ebenfalls keine großen Auktionsrekorde hervorgebracht habe, obwohl das Transaktionsvolumen für erschwingliche Werke gestiegen sei.

Auktionsergebnisse zeitgenössischer Kunst nach Preisspanne 2023–24, Quelle: Artprice

Dem Bericht zufolge kam es im Geschäftsjahr 2023–24 zu einem deutlichen Rückgang bei den Auktionen für zeitgenössische Kunst, die fast eine Milliarde Dollar weniger betrugen als der historische Höchststand vor zwei Jahren.

Mit einem Gesamtvolumen von 1,888 Milliarden Dollar habe der Markt jedoch wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht und übertreffe den Durchschnitt der fünf Jahre vor der Gesundheitskrise um 200 Millionen.

Wie geht es weiter mit dem NFT-Auktionsmarktplatz?

Experten sehen in der Krise auch positive Aspekte.

Laut Artprice können Sammler jetzt Werke führender digitaler Künstler zu weitaus niedrigeren Preisen als den astronomischen Preisen von 2021 erwerben.

Die NFTs namhafter Künstler wie Refik Anadol, der kürzlich im Museum of Modern Art (MoMA) ausstellte, und Dmitri Cherniak, einem Pionier der generativen Kunst, wurden auf Auktionen für 15.000 bis 20.000 Dollar angeboten.

Darüber hinaus können Käufer für weniger als 10.000 US-Dollar fast 200 NFTs von Künstlern wie Moxarra Gonzalez, Matt Deslauriers und Hideo finden, die alle im letzten Jahr von großen Auktionshäusern ausgewählt wurden.

Dieser Wandel signalisiert, dass der NFT-Markt reift und sich von einem Spekulationsrausch hin zu einem nachhaltigeren Modell bewegt.

Der Markt konzentriert sich derzeit auf den Aufbau einer soliden Grundlage und nicht auf die Jagd nach viralen Momenten.

Die spektakulären Preisanstiege der Vergangenheit beherrschen zwar nicht mehr die Schlagzeilen, doch die Welt der digitalen Kunst gestaltet sich in einer gemäßigteren und widerstandsfähigeren Zukunft.

Diese neu gewonnene Stabilität bietet sowohl Sammlern als auch Künstlern eine hervorragende Gelegenheit, in den kommenden Jahren einen nachhaltigen Markt aufzubauen.