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Walgreens schließt 1.200 Filialen, CEO Wentworth treibt Sanierungsstrategie voran

Walgreens schließt 1.200 Filialen, CEO Wentworth treibt Sanierungsstrategie voran
Diya Poddar
15. Okt. 2024, 15:31 PM
  • Die Aktien stiegen im vorbörslichen Handel um 9 %, nachdem das Unternehmen die Gewinnschätzungen für das vierte Quartal knapp übertroffen hatte.
  • Seit Jahresbeginn sind die Aktien von Walgreens um 65 % gefallen und sind damit die Aktie mit der schlechtesten Performance im S&P 500.
  • Für das Geschäftsjahr 2025 wird ein bereinigter Gewinn von 1,40 bis 1,80 US-Dollar pro Aktie prognostiziert, was den Markterwartungen entspricht.

Walgreens Boots Alliance hat Pläne angekündigt, in den nächsten drei Jahren 1.200 Filialen in den USA zu schließen, da das Unternehmen unter dem neuen CEO Tim Wentworth eine umfassende Sanierungsstrategie startet.

Angesichts sinkender Verbraucherausgaben und niedrigerer Erstattungssätze für verschreibungspflichtige Medikamente erlebt Walgreens eine der schwierigsten Zeiten seiner jüngeren Geschichte.

Wentworth hat eine Reihe von Kostensenkungsmaßnahmen eingeführt, darunter ein Sparprogramm in Höhe von einer Milliarde Dollar. Gleichzeitig konzentriert sich das Unternehmen auf die Umstrukturierung des Unternehmens, um die langfristige Rentabilität zu verbessern. Die im Juni bekannt gegebenen Schließungen werden 15 % der US-Filialen betreffen.

Walgreens-Aktien steigen trotz Schwierigkeiten

Trotz dieser operativen Rückschläge übertraf Walgreens die Gewinnprognosen der Wall Street im vierten Quartal knapp.

Das Unternehmen meldete einen bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) von 39 Cent und übertraf damit die Prognosen der Analysten von 36 Cent.

Für das Geschäftsjahr 2025 wird für Walgreens ein bereinigter Gewinn zwischen 1,40 und 1,80 US-Dollar pro Aktie prognostiziert, verglichen mit den von Analysten erwarteten 1,73 US-Dollar pro Aktie.

Diese Prognose entspricht weitgehend den Markterwartungen, unterstreicht jedoch, dass das Unternehmen angesichts der wirtschaftlichen Turbulenzen Schwierigkeiten hat, die Forderungen der Anleger zu erfüllen.

Walgreens-Aktie bleibt unter Druck und seit Jahresbeginn um 65 % gefallen

Auch wenn die Walgreens-Aktien im vorbörslichen Handel nach Veröffentlichung der Gewinnmitteilung um 9 % auf 9,80 $ stiegen, notieren sie weiterhin nahe ihrem 30-Jahres-Tief.

Walgreens musste in diesem Jahr einen erstaunlichen Rückgang von 65 % hinnehmen und ist damit die Aktie mit der schlechtesten Performance im S&P 500-Index.

Der deutliche Rückgang der Aktie spiegelt den anhaltenden Druck durch geringere Verbraucherausgaben und das schwierige finanzielle Umfeld wider, mit dem Apothekenketten konfrontiert sind.

Der allgemeine Marktrückgang wurde zudem durch steigende Kosten und Herausforderungen bei der Kostenerstattung durch Pharma-Zwischenhändler verschärft.

Lebensmittelverkäufe am stärksten betroffen

Die finanziellen Probleme von Walgreens gehen über die Schließung von Filialen hinaus.

Die vergleichbaren Einzelhandelsumsätze des Unternehmens sanken im vierten Quartal um 1,7 %, was auf ein „schwieriges Einzelhandelsumfeld“ zurückzuführen sei.

Verbraucher suchen zunehmend nach Schnäppchen und meiden höherpreisige Artikel im Lebensmittel- und anderen Einzelhandelssegment.

Dies hatte spürbare Auswirkungen auf die Einzelhandelsleistung von Walgreens, da die Käufer nach günstigeren Alternativen suchen.

Die Probleme des Unternehmens spiegeln allgemeinere Trends im Einzelhandel wider, wo preisbewusste Verbraucher als Reaktion auf die wirtschaftliche Unsicherheit ihr Kaufverhalten ändern.

Kostensenkungsmaßnahmen umfassen ein Sparprogramm in Höhe von einer Milliarde Dollar und eine Umstrukturierung der Geschäftsführung

Neben der Schließung von Filialen hat Walgreens umfassende Änderungen umgesetzt, um Kosten zu senken und seine Betriebsabläufe zu rationalisieren.

Wentworth, der 2023 die Geschäftsführung übernimmt, legt größten Wert auf die Entlassung von Führungskräften der mittleren Ebene und die Kürzung der Ausgaben in Höhe von einer Milliarde Dollar.

Das Kostensenkungsprogramm dürfte langfristige finanzielle Vorteile bringen und Walgreens für eine Erholung in den kommenden Jahren positionieren.

Die Unternehmensleitung ist zuversichtlich, dass diese Maßnahmen sowohl die Rentabilität als auch die Kundenzufriedenheit verbessern werden, auch wenn nicht damit zu rechnen ist, dass die vollen Auswirkungen sofort spürbar sein werden.

Zukunftsaussichten

Mit Blick auf die Zukunft hat Walgreens eine vorsichtig optimistische Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2025 abgegeben. Der bereinigte Gewinn pro Aktie dürfte zwischen 1,40 und 1,80 US-Dollar liegen.

Die Prognosen des Unternehmens entsprechen weitgehend den Erwartungen der Analysten, die einen Gewinn von 1,73 Dollar je Aktie voraussagen.

Diese Zahlen spiegeln zwar eine gewisse Stabilität wider, der Weg zur Erholung bleibt jedoch ungewiss.

Der Sanierungsplan von Walgreens muss sowohl die unmittelbaren finanziellen Herausforderungen als auch umfassendere Veränderungen im Verbraucherverhalten berücksichtigen, wenn das Unternehmen seine Position als Marktführer zurückgewinnen möchte.