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DAX-Indexanalyse vor den Gewinnen von SAP, Deutscher Bank und Mercedes

DAX-Indexanalyse vor den Gewinnen von SAP, Deutscher Bank und Mercedes
Crispus Nyaga
17. Okt. 2024, 05:21 AM
  • Der DAX 40-Index hat in diesem Jahr einen Rekordwert erreicht.
  • Die Europäische Zentralbank wird ihre Zinsentscheidung am Donnerstag veröffentlichen.
  • DAX-Unternehmen wie SAP, Mercedes Benz und die Deutsche Bank veröffentlichen ihre Ergebnisse.

Der DAX 40-Index oszillierte zu Beginn der Berichtssaison für das dritte Quartal in der Nähe seines Allzeithochs, während die Händler auf die bevorstehende Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) warteten. Er notierte bei 19.432 Euro, wenige Punkte unter dem Rekordhoch von 19.630 Euro.

Entscheidung der Europäischen Zentralbank steht bevor

Der DAX-Index blieb angespannt, während sich die EZB auf ihre geldpolitische Sitzung im November vorbereitete.

Darin wird erwartet, dass die Bank die dritte Zinssenkung um 0,25 Prozent in diesem Jahr vornimmt, wodurch der Basiszinssatz auf 3,25 Prozent sinkt.

Jüngste Wirtschaftszahlen zeigen, warum die EZB zunehmend unter Druck steht, die Zinsen zu senken. Am Mittwoch veröffentlichte Daten zeigten, dass der Verbraucherpreisindex (VPI) in wichtigen Ländern wie Frankreich und Italien im Oktober weiter sank.

In Italien sank der Verbraucherpreisindex (VPI) im September um 0,2 Prozent und im Jahresvergleich auf 0,7 Prozent. Der jährliche Inflationsbericht lag damit deutlich unter dem Zielwert der EZB von 2,0 Prozent.

Der vorläufige Bericht zeigte, dass die europäischen Inflationsdaten im September ebenfalls auf 1,7 % sanken, gegenüber über 10,6 % im Jahr 2022.

Gleichzeitig ging es der europäischen Wirtschaft nicht gut, da der Arbeitsmarkt Anzeichen einer Abschwächung zeigte. Einige große Arbeitgeber in Deutschland wie Volkswagen und BASF erwägen beispielsweise Massenentlassungen, da die Nachfrage nachlässt.

Daher wird die EZB wahrscheinlich beschließen, die Zinsen zu senken, um die Wirtschaft durch billigere Kapitalbeschaffung anzukurbeln.

Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Lockerung durch die EZB spiegelt sich auf dem Anleihemarkt wider. Die Rendite 10-jähriger deutscher Bundesanleihen fiel auf 2,20%, nach 2,30% am Freitag und 2,7% im Juni. Die Rendite fünfjähriger Bundesanleihen sank ebenfalls auf 2,04%.

Lockerung der Zentralbanken und China

Andere Zentralbanken weltweit haben Spielraum, die Zinsen weiter zu senken. In den USA hat die Federal Reserve bei ihrer letzten Sitzung den Leitzins deutlich gesenkt, und die Wahrscheinlichkeit einer Senkung um 0,25 Prozent im November ist gestiegen.

Auch Zentralbanken wie die Bank of England, die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Riksbank haben in den vergangenen Monaten die Zinsen drastisch gesenkt.

Der DAX-Index und andere chinesische Unternehmen entwickeln sich gut, wenn die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen in der Zukunft steigt.

Der DAX-Index stieg derweil auf ein Rekordhoch, weil China in den vergangenen Wochen die Schleusen für Geld geöffnet hatte.

Um die schwächelnde Wirtschaft anzukurbeln, haben staatliche Stellen mehrere Konjunkturpakete in Milliardenhöhe angekündigt.

So hat die Zentralbank etwa die Zinssätze auf nahezu null gesenkt und ist bei den Bankregeln flexibler geworden.

Die Geschehnisse in China sind für den DAX-Index wichtig, da viele der im Index enthaltenen Unternehmen dort viele Geschäfte tätigen. So zählen beispielsweise Autohersteller wie Volkswagen und BMW China zu ihren größten Märkten.

Unternehmensgewinne im Voraus

Der nächste wichtige Katalysator für den DAX-Index ist die laufende Berichtssaison in den USA und Deutschland.

Die meisten US-Unternehmen wie Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley veröffentlichten starke Zahlen. Diesen Banken kamen höhere Zinsen und der anhaltende Aktienhandelsrausch zugute.

Auch deutsche Unternehmen werden in Kürze ihre Zahlen veröffentlichen. Der Aktienkurs von Adidas fiel am Dienstag um über 6 %, obwohl das Unternehmen starke Finanzergebnisse und Prognosen vorgelegt hatte. Das Unternehmen rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro, der von den Marken Gazelle und Samba getragen wird.

SAP, das größte Unternehmen Deutschlands, wird nächste Woche als nächstes Top-Unternehmen seine Finanzergebnisse veröffentlichen. Diese Zahlen werden zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, an dem die Aktie auf ein Rekordhoch gestiegen ist, unterstützt durch die Dynamik in den Bereichen Cloud und künstliche Intelligenz. Die SAP-Aktien haben sich vom Tiefstand im Jahr 2022 um über 170 % erholt.

Nach SAP ist die Deutsche Bank, die größte Bank des Landes, das nächste Top-Unternehmen, das man im Auge behalten sollte. Sie wird ihre Zahlen am Mittwoch veröffentlichen. Auch Beiersdorf und die Mercedes-Benz-Gruppe werden nächste Woche ihre Zahlen veröffentlichen.

Die meisten DAX-Indexmitglieder haben sich in diesem Jahr gut entwickelt. Siemens Energy hat sich vom schlechtesten Unternehmen im Jahr 2023 zum besten Unternehmen in diesem Jahr entwickelt und einen Zuwachs von über 190 % verzeichnet. Weitere Top-Performer sind Unternehmen wie Rheinmetall, MTU Aero, Commerzbank, SAP und Zalando.

DAX-Index-Prognose

Der Wochenchart zeigt, dass der DAX-Index in den letzten Jahren einen starken Bullenlauf durchgemacht hat. Er ist vom Tiefststand von 11.905 € im Jahr 2022 auf über 19.432 € gestiegen. Dabei hat er ein aufsteigendes Kanalmuster gebildet und blieb über den 50- und 100-wöchigen Exponential Moving Averages (EMA).

Der MACD und der Relative Strength Index (RSI) haben ein bärisches Divergenzmuster gebildet. Daher ist zwar mit weiteren Kursgewinnen zu rechnen, der Index könnte in den kommenden Wochen jedoch eine gewisse Volatilität aufweisen. Dies bedeutet, dass er den wichtigen psychologischen Punkt bei 19.000 € erneut testen könnte.