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Tabakkonzern bietet Vergleich in Höhe von 24 Milliarden Dollar zur Beilegung kanadischer Klagen an

Tabakkonzern bietet Vergleich in Höhe von 24 Milliarden Dollar zur Beilegung kanadischer Klagen an
Diya Poddar
18. Okt. 2024, 14:32 PM
  • Der Einigung lag ein Gerichtsurteil aus dem Jahr 2015 zugrunde, das Rauchern eine Entschädigung von 15 Milliarden kanadischen Dollar zusprach.
  • Die kanadischen Tochtergesellschaften aller drei Unternehmen befinden sich seit 2019 in der Mediation.
  • Die Abstimmung über den Vergleichsplan wird im Dezember erwartet, die abschließende Anhörung soll 2025 stattfinden.

Philip Morris International (PM.N), British American Tobacco (BATS.L) und Japan Tobacco (2914.T) haben sich auf einen Vergleich in Höhe von 32,5 Milliarden kanadischen Dollar (23,6 Milliarden US-Dollar) geeinigt, um einen langwierigen Rechtsstreit in Kanada beizulegen.

Der Einigung gingen fast zehn Jahre dauernde Rechtsstreitigkeiten voraus. Im Anschluss an ein Urteil eines Gerichts in Quebec aus dem Jahr 2015 wurde über 100.000 Rauchern und ehemaligen Rauchern Schadensersatz zugesprochen. Sie hatten argumentiert, dass die Unternehmen die Verbraucher nicht ausreichend vor den gesundheitlichen Risiken des Rauchens gewarnt hätten.

Der Vorschlag ist Teil eines Mediationsprozesses, der von einem vom Gericht bestellten Mediator überwacht wird.

Gerichtsurteil aus dem Jahr 2015 spricht Schadensersatz in Höhe von 15 Milliarden kanadischen Dollar zu

Der Rechtsstreit begann 2015, als ein Gericht in Quebec gegen die kanadischen Tochtergesellschaften von Philip Morris, British American Tobacco und Japan Tobacco entschied.

Mit dem Urteil wurde Rauchern in Quebec ein Schadenersatz von rund 15 Milliarden kanadischen Dollar zugesprochen. Sie hatten behauptet, die Unternehmen hätten die gesundheitlichen Risiken des Rauchens bereits seit den 1950er Jahren gekannt, ihre Produkte jedoch weiterhin ohne entsprechende Warnungen verkauft.

Nachdem das Gericht das Urteil im Jahr 2019 bestätigt hatte, beantragten die kanadischen Einheiten Insolvenzschutz, um Zeit für Verhandlungen über einen möglichen Vergleich zu gewinnen.

Mediationsverfahren führt zu Milliardenangebot

Unter gerichtlicher Aufsicht verhandelten die kanadischen Tochtergesellschaften der drei Tabakgiganten über die Bedingungen einer Einigung.

Obwohl die Gesamtsumme des Vergleichs auf 32,5 Milliarden kanadische Dollar festgelegt wurde, steht die endgültige Aufteilung dieser Summe zwischen Philip Morris, British American Tobacco und Japan Tobacco noch aus.

Die Unternehmen bleiben optimistisch, dass das Gerichtsverfahren bald abgeschlossen wird. Der CEO von Philip Morris, Jacek Olczak, äußerte die Hoffnung, dass sich die kanadische Tochtergesellschaft Rothmans, Benson & Hedges (RBH) nun auf zukünftige Geschäftstätigkeiten konzentrieren könne.

BAT bezeichnet den vorgeschlagenen Plan als „positiven Schritt“

British American Tobacco, Eigentümer von Imperial Tobacco Canada, bezeichnete den vorgeschlagenen Vergleich als einen positiven Schritt in Richtung Lösung.

Das Unternehmen gab zwar keine spezifischen Details zu dem Plan bekannt, betonte jedoch seine Unterstützung für den Rahmen der Einigung.

Das Unternehmen plant, seinen Teil des Vergleichs aus verfügbaren Barreserven und künftigen Cashflows aus dem Verkauf kanadischer Tabakprodukte zu finanzieren.

Trotz dieser Ankündigung fielen die Aktien von British American Tobacco am Freitagmorgen um 3 %, was die Vorsicht der Anleger widerspiegelte.

Philip Morris rechnet mit Abstimmung über den Plan im Dezember

Der vorgeschlagene Vergleichsplan bedarf vor seiner Fortsetzung der Zustimmung der Kläger.

Philip Morris hat erklärt, dass mit einer Abstimmung im Dezember 2024 zu rechnen sei. Eine anschließende Gerichtsverhandlung zur Genehmigung des Plans werde wahrscheinlich im ersten Halbjahr 2025 stattfinden, sofern die Abstimmung erfolgreich sei.

Eine erfolgreiche Abstimmung würde jahrelange Unsicherheit für die kanadischen Niederlassungen der Tabakkonzerne beenden, die unter Insolvenzschutz stehen und mit erheblichen finanziellen Belastungen konfrontiert sind.

Einigung markiert bedeutende Wende in kanadischen Tabakprozessen

Dieser Vergleich wäre, sofern er genehmigt würde, einer der umfangreichsten in der kanadischen Rechtsgeschichte und ein Wendepunkt in der Tabakgerichtsbarkeit des Landes.

Der Fall hat die langfristigen gesundheitlichen Folgen des Rauchens und die Verantwortung der Tabakunternehmen, den Verbraucher über die Risiken aufzuklären, deutlich gemacht.

Darüber hinaus werden auch die erheblichen finanziellen Auswirkungen dieser Rechtsstreitigkeiten auf große Global Player wie Philip Morris, British American Tobacco und Japan Tobacco verdeutlicht, die sich in unterschiedlichen Rechtsräumen mit laufenden Gerichtsverfahren auseinandersetzen müssen.