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Boeings neuer Arbeitsvertrag zielt trotz Streik auf Lohnkosten von 1 Milliarde Dollar über vier Jahre ab, Aktien steigen

Boeings neuer Arbeitsvertrag zielt trotz Streik auf Lohnkosten von 1 Milliarde Dollar über vier Jahre ab, Aktien steigen
Vatsala Gaur
21. Okt. 2024, 15:38 PM
  • Boeing bietet in seinem neuen Arbeitsvertragsvorschlag eine Lohnerhöhung von 35 % und einen Bonus von 7.000 US-Dollar an.
  • Analysten schätzen, dass die Lohnkosten von Boeing eine Milliarde Dollar übersteigen.
  • Trotz dieser Kosten stiegen die Boeing-Aktien am Montag um 4 %, was den Optimismus der Anleger widerspiegelte.

Boeing dürften durch einen neuen Tarifvertrag, mit dem ein Streik beendet werden soll, der den Betrieb des Konzerns erheblich beeinträchtigt hat, Lohnkosten von über einer Milliarde Dollar entstehen, wie aus von Reuters zusammengestellten Analystenschätzungen hervorgeht.

Trotz dieser Kosten stiegen die Boeing-Aktien am Montag um 4 Prozent, was den Optimismus der Anleger widerspiegelt, dass der monatelange Streik bald ein Ende haben könnte.

Etwa 33.000 Arbeitnehmer, vertreten durch die Gewerkschaft International Association of Machinists and Aerospace Workers, werden voraussichtlich am Mittwoch über den neuen Vertragsvorschlag abstimmen.

Der Streik, der vor über einem Monat begann, hat die Produktion mehrerer wichtiger Modelle zum Erliegen gebracht, darunter auch die von Boeings Bestseller 737 MAX, was zu erheblichen Verzögerungen und finanziellen Belastungen für das Unternehmen führte.

Der Zeitpunkt der Abstimmung fällt mit der Veröffentlichung des Ergebnisberichts von Boeing für das dritte Quartal zusammen. Darin wird das Unternehmen voraussichtlich einen erheblichen Verlust ausweisen, der teilweise auf die Auswirkungen des Streiks zurückzuführen ist.

Boeings neues Angebot an die Arbeitnehmer

Der neue Tarifvertrag sieht für die Arbeitnehmer eine Lohnerhöhung von 35 % über vier Jahre, eine Ratifizierungsprämie von 7.000 US-Dollar, die Wiedereinführung eines Anreizplans und höhere Rentenzahlungen vor.

Boeing hat versprochen, den Mitarbeitern einen einmaligen Beitrag von 5.000 Dollar zu ihren 401(k)-Rentenplänen zu leisten, zusätzlich zu Arbeitgeberbeiträgen von bis zu 12 Prozent.

Diese Bedingungen stellen eine Verbesserung gegenüber dem vorherigen Angebot von Boeing dar, das von den streikenden Arbeitern abgelehnt worden war.

Auch wenn der Vorschlag hinter der ursprünglichen Forderung der Gewerkschaft nach einer 40-prozentigen Lohnerhöhung zurückbleibt, stellt er doch einen wichtigen Schritt zur Lösung des Streiks dar.

JP Morgan-Analyst Seth Seifman kommentierte den Deal wie folgt:

Analysten haben geschätzt, dass die Lohnerhöhungen und Boni Boeing über eine Milliarde Dollar kosten werden.

Jefferies-Analystin Sheila Kahyaoglu erwartet, dass sich die lohnbezogenen Ausgaben nach den neuen Vertragsbedingungen auf insgesamt etwa 1,3 Milliarden Dollar belaufen werden.

Boeing steht vor Herausforderungen bei der Wiederaufnahme der Produktion

Selbst wenn die Arbeiter dem neuen Abkommen zustimmen, steht Boeing vor erheblichen Herausforderungen, wenn es darum geht, die Produktion wieder auf das Vorstreikniveau zu bringen.

Der Streik stoppte die Produktion der lukrativsten Modelle von Boeing, darunter der 737 MAX sowie der Großraumflugzeuge 767 und 777.

Analysten von RBC Capital Markets weisen darauf hin, dass es nach einem Streik in der Regel sechs bis zwölf Monate dauert, bis sich die Produktion wieder vollständig erholt.

„Darüber hinaus ist die Auswirkung des Streiks auf die bereits fragile Lieferkette ungewiss“, fügten die RBC-Analysten hinzu und verwiesen auf zusätzliche Risiken, die die Erholung der Produktion von Boeing verzögern könnten.

Boeing-Aktien steigen trotz finanzieller Hürden

Trotz der finanziellen Belastung durch Lohnkosten und der anhaltenden Störungen lag der Aktienkurs von Boeing im vorbörslichen Handel bei 161 Dollar.

Dies ist ihr höchster Stand seit dem 12. September, unmittelbar vor Beginn des Streiks, und deutet auf den Optimismus der Anleger hin, dass das Unternehmen den Konflikt bald beilegen und mit der Wiederaufnahme der Produktion beginnen könnte.

Parallel dazu sind rund 5.000 Arbeiter am Standort Wichita im Bundesstaat Kansas des Geschäftsreiseflugzeugherstellers Textron an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt, nachdem sie einen Fünfjahresvertrag akzeptiert hatten, der ihnen eine Lohnerhöhung von 31 Prozent vorsieht.

Diese Entwicklung verstärkt den Optimismus in der Luft- und Raumfahrtbranche und lässt hoffen, dass Boeing dem Beispiel des Konzerns bei der Lösung seiner Arbeitsmarktprobleme bald folgen wird.

Während die Tarifabstimmung mit Spannung erwartet wird, steht Boeing noch immer vor der Herausforderung, die Produktion schnell wieder hochzufahren und die allgemeinen Auswirkungen des Streiks auf seine bereits überlastete Lieferkette zu bewältigen.