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Bremsschwellen in Sicht? Goldman Sachs senkt Prognose für indische Aktien und Nifty-Ziel für 12 Monate auf 27.000

Bremsschwellen in Sicht? Goldman Sachs senkt Prognose für indische Aktien und Nifty-Ziel für 12 Monate auf 27.000
Vatsala Gaur
23. Okt. 2024, 08:00 AM
  • Die Herabstufung erfolgte, während die wichtigsten Aktienindizes Indiens starke Rückgänge verzeichnen.
  • Hohe Bewertungen und ein herausforderndes makroökonomisches Umfeld dürften nennenswerte Gewinne begrenzen.
  • Der Nifty 50 wird derzeit mit dem 20-Fachen seines 12-Monats-Gewinns gehandelt.

Goldman Sachs Group Inc. hat seinen Ausblick für indische Aktien von „übergewichtet“ auf „neutral“ herabgestuft und begründete dies mit Bedenken hinsichtlich eines nachlassenden Wirtschaftswachstums und nachlassender Unternehmensgewinne.

Die Herabstufung erfolgte, während Indiens wichtigste Aktienindizes starke Rückgänge verzeichnen und der NSE Nifty 50 Index seinen stärksten Monatsrückgang seit Beginn der Pandemie verzeichnete.

In einer am Dienstag veröffentlichten und von Bloomberg berichteten Forschungsnotiz sagten Strategen von Goldman Sachs, darunter Sunil Koul,

„Wir sind zwar davon überzeugt, dass die strukturellen positiven Aussichten für Indien weiterhin bestehen, das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich jedoch in vielen Bereichen konjunkturbedingt.“

Sie fügten hinzu, dass die sich verschlechternde Ertragsstimmung, eine zunehmende Kürzung des Gewinns je Aktie und ein schwacher Start in die Ergebnissaison für das Septemberquartal Auswirkungen auf die Gewinne vermuten ließen.

"Angesichts der Unterstützung durch inländische Kapitalströme ist eine große Preiskorrektur weniger wahrscheinlich, doch könnten die Märkte in den nächsten drei bis sechs Monaten eine zeitliche Korrektur vornehmen", sagten Strategen von Goldman Sachs und deuteten an, dass den indischen Aktien eher eine Phase der Stagnation als eine scharfe Korrektur bevorstehen könnte.

Daraufhin senkte das Unternehmen sein 12-Monats-Ziel für den Nifty 50 Index von 27.500 auf 27.000, was lediglich ein Aufwärtspotenzial von 10 % gegenüber dem Schlusskurs vom Dienstag bedeutet.

Hohe Bewertungen und ein herausforderndes makroökonomisches Umfeld dürften nennenswerte Gewinne in naher Zukunft begrenzen.

Der Nifty 50 wird derzeit mit dem 20-Fachen seines 12-Monats-Gewinns gehandelt und liegt damit über seinem Fünfjahresdurchschnitt von 19,4, was auf eine mögliche Überbewertung hindeutet.

Ausverkauf im Ausland und verlangsamtes Gewinnwachstum

Indische Aktien wurden von einer Verkaufswelle ausländischer Anleger hart getroffen; Bloomberg-Daten zufolge zogen ausländische Fonds im Oktober netto 7,8 Milliarden Dollar ab.

Dies ist der größte monatliche Abfluss seit März 2020, da ausländische Investoren auf Indiens schwächelnde Wirtschaftsdaten und den zunehmenden Inflationsdruck reagieren.

Analysten haben allgemein ihre Besorgnis über eine Verlangsamung des Gewinnwachstums geäußert und als Gründe dafür Probleme wie eine hohe Ausgangsbasis, eine nachlassende Nachfrage und einen nachlassenden Rückenwind für die Margen genannt.

Andere führende Brokerhäuser, darunter Motilal Oswal Financial Services, Nuvama Institutional Equities und Axis Securities, prognostizierten, dass das Gewinnwachstum im zweiten Quartal auf einen Tiefstand nach der Pandemie zurückgehen werde, wobei für den Zeitraum Juli bis September mit einer starken Abschwächung des Gewinnwachstums auf etwa 2 % zu rechnen sei.

Laut MOFSL wäre dies das langsamste Gewinnwachstum für Nifty-Unternehmen seit 17 Quartalen.

Was die Sektoraussichten angeht, bleibt Goldman Sachs in den Bereichen Automobile, Telekommunikation und Versicherungen übergewichtet, während es die Sektoren Immobilien und Internet auf „übergewichtet“ hochstuft.

Im Gegenzug stufte sie zyklische Werte wie die Industrie-, Zement-, Chemie- und Finanzwerte herab.

Das Brokerhaus rät Anlegern, Qualität, Ertragstransparenz und gezielte Alpha-Themen zu priorisieren, um die aktuelle Volatilität indischer Aktien zu meistern.