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Japan wird in absehbarer Zeit keine Bitcoin-ETFs bekommen: hier ist der Grund

Japan wird in absehbarer Zeit keine Bitcoin-ETFs bekommen: hier ist der Grund
Rony Roy
23. Okt. 2024, 13:52 PM
  • Japanische Regulierungsbehörden sind bei der Zulassung von Krypto-ETFs vorsichtig.
  • Hohe Steuern und vergangene Krypto-Skandale verhindern eine breitere Akzeptanz in Japan.
  • Die USA und Hongkong haben bereits Spot-Bitcoin- und Ether-ETFs genehmigt.

Japanische Krypto-Investoren müssen warten, bis sie an börsengehandelte Fonds auf Kryptowährungsbasis herankommen, da die Regulierungsbehörden zögern.

Diese Zurückhaltung bleibt bestehen, auch wenn andere Märkte ähnliche Produkte annehmen.

Laut Oki Shiozawa, Anlagedirektor bei Sumitomo Mitsui Trust Asset Management, sind die Regulierungsbehörden in Japan noch nicht bereit, ETFs auf Kryptowährungsbasis zu genehmigen.

In einem Interview mit der Financial Times erklärte Shiozawa, dass die Financial Services Agency (FSA) bei solchen Produkten weiterhin „konservativ“ sei.

Er meinte, dass es unter den gegenwärtigen Umständen schwierig sein werde, die Behörden davon zu überzeugen, Krypto-ETFs zu genehmigen, obwohl er diese Möglichkeit nicht völlig ausschloss.

Keisuke Kimura, Vizepräsident der Japan Crypto Asset Business Association, fügte hinzu, dass regulatorische Beschränkungen ein großes Hindernis für eine breitere Einführung von Kryptowährungen in Japan darstellten.

Er führte diese Einschränkungen auf frühere Skandale des Landes zurück, etwa den Zusammenbruch von Mt. Gox und den Hackerangriff auf DMM, die für Anleger erhebliche Verluste bedeutet hätten.

Kimura fügte hinzu, dass die Gesetze Japans aufgrund dieser Bedenken derzeit keine Aufnahme von Krypto-Assets in Investmentfonds wie ETFs zulassen.

Trotz seines kryptofreundlichen Images erhebt Japan weiterhin hohe Steuern auf digitale Vermögenswerte, was eine erhebliche abschreckende Wirkung hat.

Das Land besteuert derzeit Gewinne aus Krypto-Investitionen unter „sonstiges Einkommen“ mit Sätzen von bis zu 55 %.

Dies steht im Gegensatz zu traditionellen Anlagen wie ETFs, die mit einem viel niedrigeren Kapitalertragssteuersatz von 20 % besteuert werden.

Kürzlich schlug Yuichiro Tamaki, der Vorsitzende der japanischen Demokratischen Partei für das Volk, vor, den Steuersatz auf Kryptogewinne im Falle seiner Wahl auf 20 % zu senken, um ihn an die Steuern auf traditionelle Investitionen anzugleichen.

Mittlerweile haben sowohl die USA als auch Hongkong Spot-ETFs für Bitcoin und Ether zugelassen, die bereits auf erhebliches Interesse bei Anlegern gestoßen sind.

Die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) genehmigte im Januar Spot-Bitcoin-ETFs und im Juli Ether-ETFs.

Hongkong folgte im April diesem Beispiel.

Bisher sind über 21,15 Milliarden Dollar in die 12 Bitcoin-ETF-Angebote in den USA geflossen.

Japan bleibt pro Krypto

Trotz der vorsichtigen Haltung haben die japanischen Regulierungsbehörden jedoch Interesse an der Verbesserung des regulatorischen Umfelds für Kryptowährungen gezeigt.

Wie Invezz bereits berichtete, hat die FSA ihre Bereitschaft bekundet, ihren derzeitigen Rahmen für digitale Vermögenswerte, die derzeit durch das Zahlungsgesetz geregelt sind, zu überdenken.

Experten gehen davon aus, dass der Steuersatz für Investitionen in Kryptowährungen dadurch möglicherweise auf 20 % gesenkt werden könnte, was ihn dem Steuersatz für traditionelle Vermögenswerte angleichen würde.

Berichten zufolge ist auch Japans neu gewählter Premierminister Shigeru Ishiba offen für die Erforschung der Blockchain-Technologie und von Web3-Innovationen, die für die weitere Entwicklung des Sektors von Vorteil sein könnten.

In der Zwischenzeit haben japanische Firmen weiterhin in Kryptowährungen investiert. Beispielsweise hat Metaplanet aggressiv Bitcoin angehäuft.

Am 7. Oktober kaufte das Unternehmen 108,78 BTC im Wert von etwa 6,92 Millionen Dollar, wodurch sich seine gesamten Bitcoin-Bestände auf fast 640 BTC erhöhten.

Im Juni ergab eine Umfrage von Nomura und Laser Digital, dass über 500 Investmentmanager in Japan eine Investition in Krypto-Assets in Erwägung zogen, was das wachsende Interesse des Landes an dieser aufstrebenden Anlageklasse weiter widerspiegelt.