Können die T-Mobile-Aktien weiter steigen?
- T-Mobile wird von Raymond James nach einem Kursanstieg von 42 % seit Jahresbeginn herabgestuft.
- Starke Ergebnisse im dritten Quartal: Übertroffene Gewinnspanne, erhöhte Prognose und Partnerschaften.
- Technischer Ausblick: Bullisch über 235 $; bärischer Einstieg bei 228 $.
Nach einem bemerkenswerten Anstieg des Aktienkurses von 42 % seit Jahresbeginn hat die Aktie von T-Mobile US Inc. (NASDAQ: TMUS) ein Allzeithoch erreicht.
Am 25. Oktober stuften Analysten von Raymond James die Bewertung des Unternehmens von „Outperform“ auf „Market Perform“ herab.
Trotz der starken Leistung von T-Mobile nach der Fusion mit Sprint – die seine Marktposition verbesserte und die Margen erhöhte – äußerte das Unternehmen Bedenken hinsichtlich der schnellen Wertsteigerung des Aktienkurses.
Der Aktienkurs hat das Jahresziel von Raymond James von 221 US-Dollar für 2025 bereits überschritten, was das Unternehmen angesichts potenzieller Unternehmens-, Branchen- und makroökonomischer Risiken an der Nachhaltigkeit der aktuellen Bewertung zweifeln lässt.
Robustes Ergebnis im dritten Quartal und erhöhte Prognose
Die Ergebnisse von T-Mobile im dritten Quartal übertrafen die Erwartungen und zeugten von einer starken finanziellen Gesundheit.
Das Unternehmen meldete einen Nettogewinn von 3,06 Milliarden Dollar oder 2,61 Dollar pro Aktie und übertraf damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 2,43 Dollar.
Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast 5 % auf 20,16 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 20,01 Milliarden US-Dollar.
Angesichts dieser Ergebnisse hat T-Mobile seine Prognose für das Gesamtjahr pauschal angehoben.
Das Unternehmen geht nun davon aus, dass die Zahl der Postpaid-Nettokunden zwischen 5,6 und 5,8 Millionen steigen wird; zuvor lag die Zahl zwischen 5,4 und 5,7 Millionen.
Die Prognosen für den bereinigten freien Cashflow wurden ebenfalls auf 16,7 bis 17,0 Milliarden US-Dollar erhöht.
Ausbau des Kundenstamms und der strategischen Partnerschaften
Im dritten Quartal konnte T-Mobile 1,6 Millionen Netto-Postpaid-Kunden gewinnen, wodurch die Gesamtkundenzahl von 117,9 Millionen im Vorjahr auf 127,5 Millionen stieg.
Mit diesem Wachstum übertrifft T-Mobile große Konkurrenten wie AT&T und Verizon und festigt damit die Position als Branchenführer im Bereich der Abonnentengewinnung.
Das Unternehmen investiert darüber hinaus in innovative Technologien, arbeitet mit OpenAI an der Entwicklung von IntentCX, einer KI-gesteuerten Kundenservice-Plattform, und arbeitet mit Nvidia an der Schaffung eines AI RAN Innovation Center.
Diese Initiativen zielen darauf ab, das Kundenerlebnis zu verbessern und die Netzwerkleistung zu optimieren, wodurch möglicherweise die Betriebskosten gesenkt und neue Einnahmequellen erschlossen werden.
Geschäftsgrundlagen und Wettbewerbsvorteile
Die starken Fundamentaldaten von T-Mobile zeigen sich in kontinuierlichem Wachstum und Marktanteilsgewinnen.
Durch die erfolgreiche Integration von Sprint konnte nicht nur der Kundenstamm erweitert, sondern auch die Betriebseffizienz und die Margen verbessert werden.
Der Fokus des Unternehmens auf den Ausbau seines 5G-Netzes und die geringeren Investitionsausgaben – voraussichtlich zwischen 8,8 und 9,0 Milliarden US-Dollar – verschaffen ihm einen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Mitbewerbern.
Mit einem erwarteten bereinigten EBITDA zwischen 31,6 und 31,8 Milliarden US-Dollar weist T-Mobile eine robuste Rentabilität und Cashflow-Generierung auf.
Bewertungskennzahlen und Analystenperspektiven
Trotz der positiven Finanzaussichten sind einige Analysten hinsichtlich der Bewertungskennzahlen von T-Mobile vorsichtig.
Der schnelle Anstieg der Aktie hat zu einer Free Cashflow-Rendite von etwa 7 % geführt, die unter der Rendite der Hauptkonkurrenten liegt.
Dies hat Zweifel darüber geweckt, ob die hohe Bewertung ohne anhaltend beschleunigtes Wachstum gerechtfertigt ist.
Darüber hinaus stellten Analysten bei Raymond James fest, dass die Aktienrückkäufe des Unternehmens langsamer als erwartet verliefen, was darauf schließen lässt, dass das Management aufgrund des hohen Aktienkurses Vorsicht walten lässt.
Nachdem nun das grundlegende Umfeld skizziert wurde, richtet sich der Fokus nun darauf, wie sich die T-Mobile-Aktie in den kommenden Monaten entwickeln könnte.
Eine Betrachtung der technischen Aspekte wird weitere Erkenntnisse darüber liefern, ob die Aktie ihre Aufwärtsdynamik beibehalten kann oder ob eine Konsolidierungsphase bevorsteht.
Kurzfristige Schwäche zeichnet sich ab
Nach dem rasanten Anstieg in diesem Jahr ist die T-Mobile-Aktie nun endlich bei etwa 235 Dollar auf eine kleine Mauer gestoßen.
Ob sich daraus ein mittelfristiger Widerstand entwickelt, bleibt abzuwarten.
Quelle: TradingView
Daher müssen Anleger, die eine optimistische Prognose für die Aktie abgeben, vorsichtig bleiben und keine neuen Long-Positionen eröffnen, sofern der Tagesschlusskurs nicht über 235 USD liegt.
Händler mit einer pessimistischen Prognose haben derzeit einen risikoarmen Einstieg in der Hand.
Sie können die Aktie auf dem aktuellen Niveau nahe 228 US-Dollar leerverkaufen, mit einem Stop-Loss bei 236,3 US-Dollar.
Wenn sich diese kurzfristige Schwäche in eine mittelfristige Schwäche verwandelt, kann die Aktie auf ihr Unterstützungsniveau bei 192 USD fallen, wo Gewinne verbucht werden können.
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