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Peking protestiert gegen EU-Zölle auf chinesische Elektroautos und reicht Beschwerde bei der WTO ein

Peking protestiert gegen EU-Zölle auf chinesische Elektroautos und reicht Beschwerde bei der WTO ein
Diya Poddar
30. Okt. 2024, 20:56 PM
  • Die EU erhebt ab Mittwoch Zölle von bis zu 35 Prozent auf chinesische Elektrofahrzeuge und zielt damit auf staatlich unterstützte Wettbewerber ab.
  • Autohersteller wie Tesla, Geely und SAIC sehen sich mit unterschiedlichen Zöllen konfrontiert, die ihre Strategien für den europäischen Markt beeinträchtigen.
  • Deutschland und Ungarn zeigen sich besorgt über mögliche Handelskonflikte und lehnen die EU-Zölle ab.

Die Europäische Union hat nach einer gründlichen Untersuchung erhebliche Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge (EVs) eingeführt. Sie kommt zu dem Schluss, dass die chinesischen Staatssubventionen den Wettbewerb verzerren und der europäischen Autoindustrie schaden.

Die Zölle, die ab Mittwoch bis zu 35 Prozent betragen können, kommen zu der bereits bestehenden Steuer von 10 Prozent auf Elektroauto-Importe aus China hinzu und gelten für fünf Jahre.

Die Entscheidung fiel trotz des Widerstands wichtiger EU-Mitgliedsstaaten wie Deutschland und Ungarn, die warnten, dass die Zölle einen Handelskrieg mit China auslösen könnten.

China reicht WTO-Beschwerde gegen die EU wegen neuer Zölle ein

China reagierte rasch auf die neuen Zölle und reichte eine formelle Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) ein, mit der es die Entscheidung der EU im Rahmen des Streitbeilegungsverfahrens der WTO anfocht.

Das Handelsministerium Pekings erklärte, es akzeptiere oder unterstütze diese Maßnahmen nicht und sei bereit, die „legitimen Rechte und Interessen“ chinesischer Unternehmen zu schützen.

Mit dieser Beschwerde möchte China gegen aus seiner Sicht politisch motivierte Schritte vorgehen, die zu einer Eskalation der Spannungen zwischen der EU und China führen könnten.

Die neu eingeführten Zölle wirken sich auf verschiedene chinesische Hersteller von Elektrofahrzeugen und in China produzierende ausländische Konzerne aus.

Während auf Tesla-Fahrzeuge mit 7,8 Prozent ein relativ niedriger Zollsatz erhoben wird, beträgt der Zollsatz für den chinesischen Automobilgiganten Geely 18,8 Prozent und SAIC muss mit 35,3 Prozent den höchsten Satz zahlen.

Diese Zölle wirken sich auf die Einfuhr von Elektrofahrzeugen von Unternehmen aus, die auf staatliche Subventionen angewiesen sind, und üben zusätzlichen Druck auf chinesische Automobilhersteller aus, die versuchen, den europäischen Markt zu erobern.

Große Autobauer wehren sich gegen Zollstrategie

Die Entscheidung der EU fand in ihren Mitgliedsstaaten nicht allgemeine Unterstützung.

Einflussreiche deutsche Autobauer wie Volkswagen äußerten ihre Besorgnis darüber, dass die Zölle den globalen Handelsrahmen beeinträchtigen und möglicherweise Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Stabilität in Europa gefährden könnten.

Vertreter der deutschen Autoindustrie bezeichneten die Zölle als „Rückschritt für den freien Welthandel“ und plädierten für eine Lösung durch Dialog statt durch restriktive Maßnahmen.

Unterdessen lobte Frankreich, das die Zölle befürwortete, die EU für die „Verteidigung von Handelsinteressen“ und die Unterstützung seiner Automobilindustrie, in der im gesamten Block rund 14 Millionen Menschen beschäftigt sind.

Die Zölle der EU könnten Vergeltungsmaßnahmen seitens Pekings auslösen, das erst kürzlich vorläufige Zölle auf europäischen Brandy ankündigte und Untersuchungen hinsichtlich der EU-Subventionen für importierte Milch- und Schweinefleischprodukte eingeleitet hat.

Die Reaktion Chinas unterstreicht seine Haltung gegenüber den aus seiner Sicht unfairen Handelshemmnissen.

Berichten zufolge diskutieren beide Seiten über einen möglichen Kompromiss, der Mindestpreise für chinesische Elektrofahrzeuge in Europa vorsieht. Die Kluft in der Handelspolitik erschwert jedoch jede sofortige Einigung.

Der jüngste Streit über Zölle auf Elektrofahrzeuge spiegelt allgemeinere Spannungen in den Handelsbeziehungen zwischen der EU und China wider.

Über die Automobilindustrie hinaus hat die EU Untersuchungen zu chinesischen Subventionen im Bereich der erneuerbaren Energien eingeleitet, darunter auch zu Solarmodulen und Windturbinen.

Andere westliche Länder wie die USA und Kanada haben bereits noch höhere Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge erhoben.

Angesichts der sich verändernden globalen Handelsbedingungen könnte der Schritt der EU einen Präzedenzfall schaffen und Einfluss darauf nehmen, wie andere Länder mit Chinas staatlich geförderten Industrien umgehen.