Jack Dorsey kündigt Massenentlassungen bei Tidal an und will „wieder wie ein Startup aufbauen“

Jack Dorsey kündigt Massenentlassungen bei Tidal an und will „wieder wie ein Startup aufbauen“
Diya Poddar
31. Okt. 2024, 08:02 AM
  • Blocks 300-Millionen-Dollar-Kauf von Tidal im Jahr 2021 ist aufgrund anhaltender Marktprobleme auf Kritik gestoßen.
  • Tidal konkurriert mit größeren Plattformen wie Spotify und Apple Music, was sein Nutzerwachstum einschränkt.
  • Quellen zufolge könnten etwa 100 Mitarbeiter von dieser Umstrukturierungsphase betroffen sein.

Jack Dorsey, CEO von Block Inc., hat die Mitarbeiter von Tidal über bevorstehende Entlassungen informiert, was die zweite Entlassungswelle innerhalb eines Jahres bei der Musik-Streaming-Plattform darstellt.

Dorsey kündigte an, dass Tidal mit einer schlankeren Struktur operieren werde, wobei der Schwerpunkt auf Technik und Design statt auf Produktmanagement und Marketing liegen werde.

Insider gehen davon aus, dass bis zu 100 Mitarbeiter – rund ein Viertel der Belegschaft von Tidal – von diesen Kürzungen betroffen sein könnten.

Diese Umstrukturierung steht im Einklang mit Dorseys Absicht, den Betrieb aller Beteiligungen von Block zu rationalisieren, insbesondere innerhalb von Tidal, das Block 2021 für etwa 300 Millionen Dollar übernommen hat.

Tidals Umstellung auf ein ingenieursgeführtes Team

In Dorseys Memo an die Mitarbeiter skizzierte er die Entscheidung, bestimmte Rollen, insbesondere im Produktmanagement und Marketing, abzuschaffen, den Schwerpunkt jedoch weiterhin auf Entwicklung und Design zu legen.

Diese strategische Neuausrichtung werde es Tidal laut dem CEO ermöglichen, stärker wie ein Start-up zu agieren und seine Wettbewerbsfähigkeit in einem von Spotify und Apple Music dominierten Markt zu steigern.

Zu den Änderungen gehören auch mögliche Reduzierungen bei den Design-Support-Rollen und die Rationalisierung der grundlegenden Positionen, die die Infrastruktur von Tidal aufrechterhalten.

Dorsey wies darauf hin, dass das Unternehmen in den kommenden Wochen möglicherweise weitere Kürzungen in Betracht ziehen werde, da die Unternehmensleitung nun die erforderlichen Rollen und Strukturen bewerten müsse.

Blocks umfassendere Umstrukturierungsziele

Diese Entlassungswelle folgte auf Dorseys Umstrukturierungsbotschaft an die Belegschaft von Block im Juli, in der er andeutete, Block wieder „wie in seinen Anfangstagen“ aussehen zu lassen.

Seit er die Mehrheitsbeteiligung an Tidal erworben hat, wird Dorsey wegen Blocks Entscheidung, in den wettbewerbsintensiven Markt des Musik-Streamings einzusteigen, kritisch beobachtet.

Trotz der anfänglichen Attraktivität von Tidal, die auf den künstlerzentrierten Ansatz des Gründers Jay-Z zurückzuführen war, fiel es der Plattform schwer, einen starken Marktanteil zu erlangen.

Die jüngsten Entlassungen unterstreichen die anhaltenden Herausforderungen für Tidal, innerhalb des größeren Portfolios von Block eine eigenständige Identität und einen Weg zur Profitabilität zu finden.

Die Übernahme von Tidal durch Block im Jahr 2021 wurde aufgrund der begrenzten Marktdurchdringung von Tidal und der starken Konkurrenz als „schwierige Geschäftsentscheidung“ kritisiert.

Im Jahr 2023 wurde eine Aktionärsklage gegen die Übernahme vor Gericht abgewiesen; der Richter erkannte jedoch die mit der Übernahme verbundenen Risiken an.

Die zusätzlichen Entlassungen könnten Teil der Strategie von Block sein, die Gemeinkosten zu minimieren und Tidal als rationalisiertere Abteilung umzustrukturieren. So kann sich das Unternehmen darauf konzentrieren, „Künstlern bestmöglich zu dienen“ und den Wert von Tidal für die umfassendere Vision von Block zu steigern.

Konkurrenzdruck durch Spotify und Apple Music

Die Herausforderungen für Tidal werden durch die Wettbewerbslandschaft noch verschärft. Spotify und Apple Music dominieren weiterhin das globale Musik-Streaming, was es für kleinere Akteure wie Tidal schwierig macht, sich einen klaren Vorsprung zu verschaffen.

Angesichts steigender Abonnementsgebühren und Künstlertantiemen könnte die Umstrukturierung Tidal eine effizientere Ressourcenverteilung ermöglichen.

Durch den Abbau nicht unbedingt notwendiger Rollen und die Konzentration auf Kerndienste konnte Tidal seine Kosten rationalisieren und seine Bemühungen darauf konzentrieren, sich durch exklusive Künstlerkooperationen und Nischenangebote von den Giganten der Branche abzuheben.

Quellen aus dem Umfeld des Unternehmens gehen davon aus, dass etwa 100 Mitarbeiter oder fast 25 Prozent der Belegschaft von Tidal von dieser Umstrukturierungsphase betroffen sein könnten.

Dies folgt auf eine Personalreduzierung von 10 % im Dezember 2023 und signalisiert Blocks Engagement für einen schlankeren Betrieb innerhalb seines Musik-Streaming-Geschäfts.

Diese Kürzungen sind ein weiterer Schritt zur Stabilisierung der Finanzen von Tidal, da Block die betriebliche Effizienz steigern und sich auf gewinnbringende Aufgaben konzentrieren möchte.

Die verbleibenden Mitarbeiter von Tidal werden wahrscheinlich erweiterte Aufgaben übernehmen, da das Unternehmen versucht, Dorseys rationalisierte Vision umzusetzen.

Während Block weiterhin seine Beteiligungen umstrukturiert, könnte die Zukunft von Tidal von seiner Fähigkeit abhängen, Stabilität zu erreichen und sich eine profitable Nische im Musik-Streaming zu erobern.

Die bevorstehenden Änderungen könnten Tidal innerhalb des breiteren Fintech-Portfolios von Block auf eine nachhaltigere Basis stellen.

Dorseys Schwerpunkt auf Agilität und ein kleineres Team bei Tidal könnten letztlich seine größere Vision widerspiegeln, die Plattform in einen profitablen, auf Künstler ausgerichteten Dienst umzuwandeln.

Dennoch zeigen die anhaltenden Entlassungen, dass Block ein Gleichgewicht zwischen Innovation und finanzieller Umsicht finden muss, um Tidal bei den anhaltenden Herausforderungen im Streaming-Sektor zu unterstützen.