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Barry Callebaut prognostiziert stagnierende Umsätze angesichts rekordhoher Kakaopreise

Barry Callebaut prognostiziert stagnierende Umsätze angesichts rekordhoher Kakaopreise
Diya Poddar
06. Nov. 2024, 10:28 AM
  • Der Umsatz von Barry Callebaut stieg trotz stagnierendem Verkaufsvolumen um 22,6 Prozent auf 10,4 Milliarden Franken.
  • Der Kakaopreis erreichte 12.540 Dollar pro Tonne und hat sich damit innerhalb eines Jahres fast verdoppelt.
  • Aufgrund des vorsichtigen Optimismus der Anleger stiegen die Aktien von Barry Callebaut im vorbörslichen Handel um 1,7 Prozent.

Der Schweizer Schokoladenhersteller Barry Callebaut (BARN.S) meldete für das im August zu Ende gegangene Geschäftsjahr einen Anstieg seines Jahresgewinns um 6,8 %, da es ihm gelang, die steigenden Kakaopreise an die Kunden weiterzugeben.

Trotzdem blieb das Verkaufsvolumen unverändert, da die hohen Kakaopreise von fast 12.540 US-Dollar pro Tonne die Nachfrage begrenzten.

Der Cashflow von Barry Callebaut war durch die gestiegenen Kosten stark beeinträchtigt und wies ein Defizit von 2,3 Milliarden Franken auf, sodass das Unternehmen Kredite in Höhe von 2 Milliarden Franken aufnehmen musste.

Der Umsatz stieg um 22,6 Prozent auf 10,4 Milliarden Franken, es bestehen jedoch weiterhin Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen der Preiserhöhungen auf die künftige Nachfrage.

Stagnierende Verkäufe trotz Umsatzwachstum

Der Schokoladenabsatz von Barry Callebaut blieb im Jahresverlauf mit 2,279 Millionen Tonnen unverändert und lag damit knapp unter den von Analysten prognostizierten 2,283 Millionen Tonnen.

Im vierten Quartal kam es zu einem leichten Rückgang des Verkaufsvolumens um 1,2 %, was vor allem auf die schwächere Nachfrage im gehobenen Gourmet-Bereich und einen vorübergehenden Produktionsstopp im Werk in Mexiko zurückzuführen ist.

Trotz dieser Rückschläge konnte der Umsatz des Unternehmens deutlich gesteigert werden, was die erfolgreiche Strategie des Unternehmens widerspiegelt, dem Kostendruck beim Kakaosektor entgegenzuwirken.

Rekord-Kakaopreise belasten Cashflow

Die Kakaopreise, die sich in den letzten zwölf Monaten fast verdoppelt haben, belasten die Finanzen von Barry Callebaut stark.

Der Cashflow des Unternehmens belief sich auf minus 2,3 Milliarden Franken, was zu einer Verdreifachung der Nettoverschuldung führte.

Als Reaktion darauf erhöhte Barry Callebaut seine Kreditaufnahme um 2 Milliarden Franken, um seine Geschäftstätigkeit aufrechtzuerhalten.

Diese gestiegene Verschuldung unterstreicht den Druck, dem die Schokoladenhersteller aufgrund der Kakaopreisinflation ausgesetzt sind, wobei Barry Callebaut die Nachfrage als Reaktion auf die Kostensteigerungen genau beobachtet.

Marktanteile aufgrund von Nachfrageproblemen in Gefahr

Barry Callebaut räumte ein, dass „erhebliche Unsicherheit“ darüber bestehe, wie sich anhaltende Preissteigerungen für Kakao auf die kurzfristige Nachfrage auswirken könnten.

Analysten von JP Morgan äußerten ähnliche Bedenken und meinten, dass die erhöhten Schokoladenpreise den Umsatz von Barry Callebaut weiter belasten könnten.

Angesichts dieser Herausforderungen hat das Unternehmen seine Entschlossenheit bekräftigt, seinen Marktanteil in einem äußerst wettbewerbsintensiven Sektor zu verteidigen.

Der Ausblick für 2024 bleibt vorsichtig, da der Schokoladenhersteller sowohl mit Preisdruck als auch mit veränderten Verbraucherpräferenzen zu kämpfen hat.

Vorübergehende Rückschläge im Premiumsektor

Die Luxus-Gourmet-Sparte von Barry Callebaut erlebte einen Umsatzrückgang, der teilweise auf ihre Preissensibilität zurückzuführen ist, da Luxusprodukte tendenziell stärker auf konjunkturelle Schwankungen reagieren.

Am Standort Mexiko kam es zu vorübergehenden Betriebsstörungen, was die Herausforderungen beim Vertrieb seiner Premium-Angebote noch verschärfte.

Zukünftig möchte der Schokoladenriese sein Gourmetgeschäft stabilisieren und gleichzeitig seine Produktionskapazitäten ausbauen, um die anhaltende Nachfrage zu decken.

Die Aktien von Barry Callebaut stiegen im vorbörslichen Handel bei Julius Bär um 1,7 Prozent, was den vorsichtigen Optimismus der Anleger trotz der stagnierenden Verkaufszahlen widerspiegelte.

Während sich das Unternehmen an die durch Kakao bedingten Kostensteigerungen anpasst, wird die Aufrechterhaltung seiner Rentabilität und Marktposition von zentraler Bedeutung für die Erfüllung der Markterwartungen sein.

Das kommende Geschäftsjahr dürfte herausfordernd werden, da Barry Callebaut seine finanzielle Stabilität mit der Preissensibilität der Verbraucher in Einklang bringen muss.