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Trumps Haltung gegen erneuerbare Energien bedroht Indiens boomende Solarexporte

Trumps Haltung gegen erneuerbare Energien bedroht Indiens boomende Solarexporte
Diya Poddar
08. Nov. 2024, 07:17 AM
  • Anti-China-Zölle der USA könnten die Wettbewerbsfähigkeit des indischen Sektors für erneuerbare Energien verbessern.
  • Analysten erwarten kurzfristig nur geringe Auswirkungen, größere Effekte dürften sich jedoch über drei bis vier Jahre zeigen.
  • Aufgrund politischer Kursänderungen in den USA könnte es bei Indiens Zielen für den Ausbau der Solarenergie bis 2030 zu Verzögerungen kommen.

Einem Bericht von Moneycontrol zufolge könnte die Zukunft der indischen Exporte erneuerbarer Energien, insbesondere von Solarmodulen, gefährdet sein, wenn die Trump-Regierung ihr Engagement für den Import sauberer Energien verringert.

Indische Unternehmen wie Tata Power, Adani Green Energy, Premier Energies und Waaree Energies, die stark vom US-Markt abhängig sind, könnten mit einem schwierigen Umfeld konfrontiert werden, da die USA zu einer protektionistischen Politik übergehen.

Trumps Haltung könnte das Wachstum dieser Firmen behindern, insbesondere da Indien einen erheblichen Anteil seiner Solarzellen aus China importiert.

Aufgrund der weitreichenden Auswirkungen könnte das Ergebnis sowohl die Landschaft der erneuerbaren Energien in Indien als auch weltweit verändern.

Die Auswirkungen von Trumps Politik auf indische Exporteure

In den letzten Jahren haben die großen indischen Akteure eine gemischte Aktienperformance erzielt.

So stiegen die Aktien von Tata Power in der vergangenen Woche um 2 %, fielen im vergangenen Monat jedoch um 3 %.

Unterdessen stiegen die Aktien von Waaree Energies in den letzten fünf Sitzungen um 17 %, was den Optimismus der Anleger trotz bevorstehender Herausforderungen widerspiegelt.

Über die langfristigen Auswirkungen von Trumps Politik sind sich Experten allerdings unsicher.

Einige Analysten prognostizieren eine Verschiebung der Nachfrage, insbesondere wenn die US-Zölle auf Solarmodule aus China steigen und sich dies auf die Kosten für den Import erneuerbarer Energien aus anderen Ländern, darunter Indien, auswirken würde.

Steigende Zölle und Antidumpingzölle

Analysten von Elara Capital gehen davon aus, dass die US-Zölle auf Importe erneuerbarer Energien in den kommenden Jahren steigen könnten und dass zur Unterstützung der US-Hersteller möglicherweise Antidumpingzölle eingeführt werden.

Rupesh Sankhe, Analyst bei Elara, betont, dass ein solcher Wandel Barrieren für indische Exporteure schaffen würde, wobei die größten Auswirkungen wahrscheinlich innerhalb von drei bis vier Jahren sichtbar würden.

Kurzfristig dürften die Auswirkungen minimal sein, doch längerfristig könnte es dazu kommen, dass indische Firmen – insbesondere solche mit großen Exporten in die USA wie Waaree Energies – ihre Strategien und Expansionspläne anpassen müssen.

Sollte Trump strengere Beschränkungen für chinesische Komponenten verhängen, könnten für indische Unternehmen aufgrund ihrer Abhängigkeit von in China produzierten Zellen zusätzliche Komplikationen auf sie zukommen.

Der Schwerpunkt der Trump-Administration auf die heimische Produktion könnte dazu führen, dass Indiens für das Jahr 2030 gesetzte langfristige internationale Expansionsziele auf Hindernisse stoßen könnten, wenn die USA ihre Importabhängigkeit reduzieren.

Offshore-Wind und umfassendere Auswirkungen auf erneuerbare Energien

Im Gegensatz zu Präsident Bidens pro-Offshore-Windkraftpolitik könnte Trumps Haltung zu einer Verringerung der US-Investitionen in Offshore-Windkraftprojekte führen, deren Ausbau Biden zuvor mit einem Ziel von 80 bis 100 Gigawatt angestrebt hatte.

Trumps Vorliebe für Projekte mit geringerem Kapitalaufwand könnte die Fähigkeit ausländischer Unternehmen, erneuerbare Energien in die USA zu exportieren, weiter einschränken.

Experten weisen darauf hin, dass die vollständige Abschaffung von Bidens Inflationsreduzierungsgesetz (IRA) aufgrund der damit verbundenen umfangreichen Vorteile für verschiedene US-Bundesstaaten eine Herausforderung darstellen könnte.

Die IRA hat bis 2035 Subventionen in Milliardenhöhe für Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien bereitgestellt. Das bedeutet, dass sich das Tempo dieser Politik unter Trump zwar verlangsamen könnte, es aber möglicherweise nicht zu einer völligen Umkehr kommt.

Der indische Sektor für erneuerbare Energien könnte weiterhin mit begrenzten Kapitalflüssen konfrontiert sein, was durch Ertragsprobleme und makroökonomische Gegenwinde im Inland noch verschärft wird.

Branchenexperten räumen ein, dass diese internen Probleme den indischen Sektor für erneuerbare Energien auch unabhängig von etwaigen Änderungen in der US-Politik beeinflussen könnten.

Mögliche Vorteile für Indien angesichts der Spannungen zwischen den USA und China

Zwar bringt Trumps antichinesische Haltung Herausforderungen mit sich, doch könnte sie für Indien auch einige Vorteile mit sich.

Siddhartha Khemka von Motilal Oswal Financial Services meint, dass sich Indiens Wettbewerbsposition im Bereich der erneuerbaren Energien verbessern könnte, wenn die Zölle auf chinesische Produkte deutlich erhöht würden.

Die Antidumpingpolitik der USA könnte zwar den heimischen Markt der USA abschirmen, Indien aber möglicherweise die Möglichkeit bieten, seine Rolle auf dem Weltmarkt zu stärken.