AbbVie-Aktie fällt nach Rückschlag bei Schizophrenie-Medikament um 12 %: Sollten Sie bei Kursrückgang kaufen?

AbbVie-Aktie fällt nach Rückschlag bei Schizophrenie-Medikament um 12 %: Sollten Sie bei Kursrückgang kaufen?
Wajeeh Khan
11. Nov. 2024, 19:35 PM
  • AbbVie meldet enttäuschende Zwischenergebnisse zu seinem Schizophreniemedikament.
  • Jason Snipe von Odyssey Capital ist aufgrund der Stärke seiner Pipeline immer noch für ABBV positiv eingestellt.
  • Die AbbVie-Aktie zahlt zum Zeitpunkt des Schreibens eine gesunde Dividendenrendite von 3,75 %.

Die Aktien von AbbVie Inc (NYSE: ABBV) fielen um fast 13 %, nachdem das Unternehmen enttäuschende Ergebnisse aus der Zwischenphase der Testphase für Emraclidin, ein experimentelles Medikament zur Behandlung von Schizophrenie, gemeldet hatte.

Dieser Rückschlag ist bemerkenswert, da AbbVie 8,7 Milliarden Dollar in den Erwerb des Medikaments investiert hatte, um seine Position auf dem Schizophrenie-Markt zu stärken und die aufgrund der zunehmenden Konkurrenz rückläufigen Umsätze im Arthritis-Segment auszugleichen.

Trotz des aktuellen Rückgangs liegt die AbbVie-Aktie immer noch rund 15 Prozent über ihrem Jahrestiefststand von Ende Mai.

Lohnt es sich noch, AbbVie-Aktien zu besitzen?

Nachdem AbbVie im Jahr 2023 das Patent für Humira (sein meistverkauftes Arthritis-Medikament) verloren hatte, setzte das Unternehmen auf Akquisitionen, um seinen Umsatz zu steigern. Im letzten Quartal, über das das Unternehmen berichtete, gingen die Umsätze für dieses Medikament um 37 % zurück.

Doch es gibt Gründe, trotz der Nachrichten zu Emraclidine heute Morgen weiterhin in ABBV investiert zu bleiben.

Zum einen gelang es dem Pharmariesen, trotz eines Rückgangs der Humira-Verkäufe im dritten Finanzquartal die Schätzungen der Wall Street deutlich zu übertreffen. Jason Snipe von Odyssey Capital Advisors meint dazu:

AbbVie verzeichnete einen Anstieg der Skyrizi-Verkäufe um 51 % und ist damit nun das meistverkaufte Medikament des Unternehmens.

Ein annualisiertes Wachstum von 45 % bei Rinvoq und bedeutende Beiträge neuerer Medikamente wie Qulipta, Epkinly, Elahere und Ubrelvy zeigten im dritten Quartal erneut die Stärke der Pipeline des Unternehmens.

Die AbbVie-Aktie bleibt auch deshalb attraktiv, weil das Management am 30. Oktober seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben hat und damit sein Vertrauen in eine anhaltende Stärke des Unternehmens angesichts eines weiteren möglichen Rückgangs der Humira-Umsätze zum Ausdruck bringt.

AbbVie-Aktienkurs könnte 212 USD erreichen

Jason Snipe ist für AbbVie auch deshalb positiv eingestellt, weil die Pharmaaktie zum Zeitpunkt des Schreibens eine gesunde Dividendenrendite von 3,75 Prozent zahlt.

Das an der NYSE notierte Unternehmen erhöhte im vergangenen Monat seine Dividende von 1,55 auf 1,64 Dollar je Aktie und zeigte damit sein Vertrauen in seinen zukünftigen Cashflow und seine Rentabilität.

Dies ist einer der Gründe, weshalb Barclays in Bezug auf ABBV weiterhin konstruktiv bleibt, auch wenn das Scheitern der Schizophrenie einen „negativen Eindruck“ hinterlässt.

Analyst Carter Gould hingegen sieht im kommerziellen Portfolio des Unternehmens Aufwärtspotenzial und nannte das „differenzierte“ Gewinnwachstum als Grund, die Aktie zu halten.

Sein Kursziel von 212 USD für die AbbVie-Aktie bedeutet von hier aus ein Aufwärtspotenzial von über 20 %.

Ebenfalls am Montag stiegen die Aktien von Bristol-Myers Squibb Co (NYSE: BMY) – dem Unternehmen hinter einem konkurrierenden Schizophreniemedikament namens Cobenfy – um mehr als 10 %.

Der multinationale Konzern gab außerdem satte 14 Milliarden Dollar für den Kauf von Karuna Therapeutics aus, um im letzten Quartal 2023 Zugang zu Cobenfy zu erhalten.