Sind 150.000 Dollar wirklich reich? Viele Großverdiener leben von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck

Sind 150.000 Dollar wirklich reich? Viele Großverdiener leben von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck
Deepali Singh
12. Nov. 2024, 09:59 AM
  • Jeder fünfte Haushalt mit einem Einkommen von 150.000 US-Dollar oder mehr lebt von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck.
  • Steigende Lebenshaltungskosten und hohe Wohnkosten tragen zur finanziellen Belastung bei.
  • Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Haushalte, in denen von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck gelebt wird.

In einer Zeit steigender Preise ist der Kampf ums Überleben sogar für diejenigen spürbar, die scheinbar ein komfortables Einkommen haben.

Eine aktuelle Analyse der Bank of America bringt eine überraschende Realität ans Licht: Eine beträchtliche Zahl von Haushalten mit hohen Einkommen steckt in der Falle, von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck zu leben.

Diese finanzielle Belastung, die oft unter der Fassade des Wohlstands verborgen bleibt, verändert die amerikanische Wirtschaftslandschaft.

Der Kampf um den sechsstelligen Betrag: Jeder fünfte Spitzenverdiener lebt von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck

Auf Grundlage von Daten zu Ausgaben und Kontoinformationen von US-Kunden hat die Bank of America herausgefunden, dass jeder fünfte Haushalt mit einem jährlichen Einkommen von 150.000 US-Dollar oder mehr von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck lebt.

Das bedeutet, dass sie über 95 % ihres Einkommens für notwendige Ausgaben wie Lebensmittel, Nebenkosten, Kinderbetreuung und Miete ausgeben.

Während Haushalte mit einem Jahreseinkommen von weniger als 50.000 Dollar den größten Anteil (35 %) innerhalb der Gruppe der von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck lebenden Menschen ausmachen, ist die Prävalenz unter Spitzenverdienern eine deutliche Erinnerung daran, dass ein sechsstelliges Gehalt nicht immer mit finanzieller Sicherheit einhergeht.

Der zunehmende Lebensstil und die hohen Lebenshaltungskosten

Der Bericht führt dieses Phänomen auf mehrere Faktoren zurück, darunter die explodierenden Grundausgaben und die Belastung durch die Instandhaltung teurer Häuser.

„Haushalte, die von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben, haben entweder höhere Ausgaben für das notwendige Leben, geringere Einkommen oder eine Kombination aus beidem“, heißt es in dem Bericht.

Aus den Daten geht hervor, dass „Haushalte, die von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben, über 90 % höhere Ausgaben für notwendige Dinge haben als Haushalte, die nicht von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben.“

Diese Ungleichheit unterstreicht die überproportionalen Auswirkungen des schleichenden Anstiegs des Lebensstils, bei dem höhere Einkommen oft zu höheren Ausgaben führen und so die finanzielle Anfälligkeit noch weiter verschärfen.

Die Wohnbelastung: Größere Häuser, höhere Ausgaben

Bei Familien mit hohem Einkommen spielen die Wohnkosten eine erhebliche Rolle bei der finanziellen Belastung.

„Haushalte mit höheren Einkommen haben möglicherweise größere, teurere Häuser gekauft und müssen dementsprechend höhere Hypotheken aufnehmen“, heißt es in dem Bericht.

Mit diesen größeren Häusern sind jedoch auch höhere Kosten verbunden, beispielsweise für Versicherungen, Grundsteuern, Nebenkosten und Instandhaltung.

Der Altersfaktor

Beunruhigend ist, dass der Anteil der Haushalte, in denen das Leben von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck lebt, mit zunehmendem Alter tendenziell steigt.

In der Generation der Babyboomer, von denen viele im Ruhestand sind, ist die Lebensweise von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck die häufigste aller Altersgruppen.

Unter denjenigen, die ihr Einkommen noch immer hauptsächlich durch eine Beschäftigung verdienen, steht die Generation X vor der größten Herausforderung.

Dies steht im Einklang mit früheren Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass die Generation X die größte Last der notwendigen Ausgaben trägt.

Die Realität von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck

Der Bericht offenbart einen besorgniserregenden Trend: Der Gesamtanteil der Haushalte, in denen von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck gelebt wird, ist seit 2019 gestiegen; mittlerweile fällt jeder vierte Haushalt in diese Kategorie.

Dieser Anstieg hält trotz einer relativen Abkühlung der Inflation an, was darauf schließen lässt, dass die Auswirkungen früherer Preisanstiege die amerikanischen Familien noch immer belasten.

Die Wahrnehmung finanzieller Prekarität

Sogar unter denjenigen, die nicht unbedingt von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben, ist das Gefühl finanzieller Unsicherheit weit verbreitet.

In der Market Landscape Insights Study der Bank of America „stimmten fast die Hälfte der Befragten der Aussage ‚Ich lebe von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck‘ zu. Dieser Anteil ist in den letzten zwei Jahren stetig gestiegen.“

Diese wachsende Angst, so der Bericht, „spiegelt wahrscheinlich die Auswirkungen der höheren Verbraucherpreise auf die Wahrnehmung und Erfahrungen der Menschen im Hinblick auf ihre Finanzen wider.“

Dieses weitverbreitete Gefühl finanzieller Belastung, selbst unter Gutverdienern, zeichnet ein besorgniserregendes Bild des gegenwärtigen Wirtschaftsklimas und seiner Auswirkungen auf die amerikanischen Haushalte.