Sollten Sie in den Börsengang von Klarna investieren?

Sollten Sie in den Börsengang von Klarna investieren?
Wajeeh Khan
13. Nov. 2024, 20:45 PM
  • Klarna hat vertraulich einen Börsengang in den USA beantragt.
  • Das schnell wachsende Fintech-Unternehmen beabsichtigt, die Bankenbranche aufzumischen.
  • Aus diesem Grund kann eine Investition in den Börsengang von Klarna eine kluge Entscheidung sein.

Klarna hat vertraulich einen Antrag auf einen Börsengang (IPO) bei der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC gestellt.

Das Fintech-Unternehmen, das weithin für seine „Buy Now, Pay Later“-Dienste (BNPL) bekannt ist, hat die angestrebte Bewertung nicht bekannt gegeben.

Analysten schätzen seinen Wert jedoch auf etwa 14,6 Milliarden Dollar.

Zu den namhaften Investoren von Klarna zählen SoftBank, Sequoia Capital und Atomico.

Klarna könnte die Bankenbranche revolutionieren

Klarna könnte für frühe Unterstützer eine vielversprechende Investition sein, da das Unternehmen in den USA bereits eine Bruttorentabilität erreicht hat.

Das Unternehmen verzeichnet ein rasantes Wachstum: Sein Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 27 % auf 1,21 Milliarden US-Dollar.

Derzeit hat Klarna über 30 Millionen Nutzer in den USA, aber CEO Sebastian Siemiatkowski bleibt hinsichtlich des globalen Wachstumspotenzials optimistisch.

In einem aktuellen Interview mit CNBC hob er hervor, dass die KI-gestützten Finanzdienstleistungen des Unternehmens einen potenziellen Störfaktor für die traditionelle Bankenbranche darstellen.

Das Vertrauen der Führungskräfte, wie es Siemiatkowski zeigt, wird oft als positives Signal gewertet, da Unternehmensführer in der Regel über umfassende Kenntnisse ihres Geschäfts und der Branchenlandschaft verfügen.

Klarna expandiert im Debit-Bereich

Die Mission von Klarna besteht darin, Verbrauchern weltweit „bessere, gesündere und zinslose Kreditoptionen“ anzubieten.

Darüber hinaus baut das Unternehmen seine Präsenz im Debitbereich aus; derzeit basieren 30 % seines Transaktionsvolumens auf Debitkarten.

Kürzlich führte Klarna Funktionen ein, die es Benutzern ermöglichen, Geld auf ihren Konten zu speichern, wobei in Europa Zinssätze von über 3,5 % gelten.

Das Unternehmen plant, ähnliche Dienste in den USA einzuführen.

Eine Investition in den Börsengang von Klarna könnte auch deshalb attraktiv sein, weil die Dienste des Unternehmens weit verbreitet sind: Über die Hälfte der 100 größten Einzelhändler in den USA bieten mittlerweile die BNPL-Optionen von Klarna an.

Laut Siemiatkowski „sind US-Schulden für Einzelhändler extrem teuer. In Europa sprechen wir von 20 bis 30 Basispunkten, in den USA sind es 150 Basispunkte. Dies stellt eine erhebliche Chance für ein Unternehmen dar, das an ein kostenbewusstes Umfeld gewöhnt ist.“

Rivale Affirm hat sich in den letzten Monaten gut geschlagen

Bemerkenswert ist, dass Klarna im ersten Halbjahr 2024 68.000 neue Handelspartner hinzugewonnen hat und künstliche Intelligenz nutzt, um Kosten zu senken und sein Handelsnetzwerk der nächsten Generation voranzutreiben.

Einer kürzlichen Gewinnmitteilung zufolge „hat Klarna seine Investitionen auf dem US-Markt bereits nach fünf Jahren erfolgreich wieder hereingeholt, was die Skalierbarkeit seines Netzwerks unter Beweis stellt.“

Das Konkurrenzunternehmen Affirm zeigte eine starke Leistung; seine Aktien wurden zu einem Kurs von 55 US-Dollar pro Aktie gehandelt, Anfang August waren es noch 24 US-Dollar.

Der jüngste Erfolg von Affirm deutet auf eine anhaltende Nachfrage nach BNPL-Diensten hin, was ein gutes Zeichen für die langfristigen Aussichten von Klarna im Vorfeld seines Börsengangs sein könnte.