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Großbritannien könnte Krypto-Regulierungen einführen, um dem von Trump angeführten Appell an die USA entgegenzuwirken

Großbritannien könnte Krypto-Regulierungen einführen, um dem von Trump angeführten Appell an die USA entgegenzuwirken
Vatsala Gaur
14. Nov. 2024, 09:35 AM
  • Die britische Regierung wird in diesem Monat eine Krypto-Regulierung einführen, die sich mit Stablecoins und Staking-Diensten befasst.
  • Trumps pro-Krypto-Haltung in den USA verschärft den Wettbewerb.
  • Britische Kryptounternehmen sind über die regulatorischen Verzögerungen besorgt.

Während die Kryptowährungsbranche von einem möglichen Donald Trump-geführten USA klarere Regulierungen und Versprechen einer globalen Krypto-Dominanz erwartet, bereitet die britische Regierung die Vorlage ihrer eigenen Pläne zur Regulierung des Sektors vor.

In einem Bericht von Bloomberg heißt es unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Quellen, dass das Finanzministerium zwei Gesetzesvorschläge vorbereite: einen für Stablecoins, also Token, die an stabilere Vermögenswerte wie den US-Dollar gekoppelt sind, und einen weiteren, um eine Ausnahme für Staking-Dienste zu schaffen, die es ihnen ermöglicht, die aktuellen Finanzvorschriften zu umgehen.

Pläne für eine Gesetzgebung zu Stablecoins und Staking-Diensten

Laut Bloomberg wird die Stablecoin-Gesetzgebung es der Financial Conduct Authority ermöglichen, mit der Branche über regulatorische Richtlinien zu verhandeln.

Stablecoins sind digitale Token, die an den Wert traditioneller, weniger volatiler Vermögenswerte wie dem US-Dollar gebunden sind.

In der Zwischenzeit wird mit einer Neuklassifizierung des Stakings gerechnet, bei dem Anleger ihre Token sperren, um Blockchain-Operationen im Austausch gegen eine kleine Rendite zu unterstützen.

Diese Neueinstufung würde eine Einstufung als kollektives Anlagesystem verhindern, die sonst einer zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kontrolle unterliegen würde.

Ein Sprecher der Aufsichtsbehörde FCA sagte gegenüber Bloomberg, die Veröffentlichung eines Fahrplans für ihre Pläne zur Regulierung des Kryptowährungssektors sei „in Kürze“ geplant. Dabei skizzierte er den Zeitplan für die Konsultation zu Stablecoins und die umfassendere Regulierung der Branche.

Von der Nachrichtenagentur zitierte Quellen zufolge wird die Regierung außerdem ein Update zum Fortschritt der Digital Securities Sandbox bereitstellen, einer realen Testumgebung für Blockchain-Innovationen, die gemeinsam von der FCA und der Bank of England verwaltet wird.

Trumps USA: eine wachsende Bedrohung für die Krypto-Ambitionen Großbritanniens

Die britische Regierung hatte ursprünglich geplant, während der Amtszeit des ehemaligen Premierministers Rishi Sunak ein Krypto-Gesetz zu verabschieden, als Teil seines Versprechens, Großbritannien bis 2022 zu einem globalen Krypto-Zentrum zu machen.

Der plötzliche Wahlaufruf und der anschließende Führungswechsel unter Labours Keir Starmer verzögerten diesen Schritt jedoch und verschob die Gesetzgebung auf das Jahr 2024.

Die Verzögerung der britischen Regulierung von Kryptowährungen hat bei den Krypto-Unternehmen für Unsicherheit gesorgt.

Unterdessen könnte Trumps Haltung zur Kryptoindustrie, die von vielen in der Branche gefeiert wird, Geschäftsmöglichkeiten in Richtung der USA verlagern.

Trump hat sich verpflichtet, die USA zur globalen Krypto-Hauptstadt zu machen, indem er den Vorsitzenden der US-Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission, SEC), Gary Gensler, entlässt, eine staatseigene Bitcoin-Reserve einrichtet und verlangt, dass alle im Land geschürften Bitcoins auf US-amerikanischem Boden produziert werden.

Diese pro-Krypto-Haltung, gepaart mit klareren Regeln, hat die USA zu einem zunehmend attraktiveren Standort für Krypto-Startups gemacht.

Allerdings stehen die britischen Regulierungsbehörden vor der Herausforderung, gegenüber internationalen Konkurrenten wie der EU gleichzuziehen, wo die Regulierungen voraussichtlich bis zum Jahresende vollständig in Kraft treten werden.

Krypto-Sektor fordert rasches Handeln von Großbritannien

Aufgrund der anhaltenden mangelnden Klarheit in der Regulierung zögern viele Krypto-Unternehmen, im Vereinigten Königreich zu investieren.

Während europäische Wettbewerber ihre Regulierungsrahmen vorantreiben, drängen Branchenführer die Regierung zu raschem Handeln.

„Großbritannien hat eine echte Chance, aus seinem Vorteil als Second Mover Kapital zu schlagen, aber nur, wenn es mobilisieren kann“, sagte Laura Navaratnam, Leiterin für Großbritannienpolitik beim Crypto Council for Innovation, in dem Bericht.

„Wir sind ein bisschen weiter, als selbst das Finanzministerium und die Regulierungsbehörden es sich im Idealfall gewünscht hätten.“

Das Finanzministerium hatte sich zuvor dazu verpflichtet, bis Anfang 2024 spezifischere Krypto-Richtlinien bereitzustellen, und Branchenverbände sind sehr daran interessiert, dass dieses Versprechen erfüllt wird, um die führende Position Großbritanniens im Bereich digitaler Vermögenswerte zu behaupten.