Kann Chinas Stahlproduktion mit neuen Marktanreizen ihr Wachstum aufrechterhalten?

Kann Chinas Stahlproduktion mit neuen Marktanreizen ihr Wachstum aufrechterhalten?
Diya Poddar
15. Nov. 2024, 11:36 AM
  • Die Aluminiumproduktion stieg aufgrund der saisonalen Nachfrage und der Schaffung neuer Produktionskapazitäten um 1,6 %.
  • Die Immobilieninvestitionen gingen in den ersten zehn Monaten des Jahres 2024 um 7,1 % zurück, was das schwache Marktvertrauen widerspiegelt.
  • Aufgrund geopolitischer Spannungen gingen die ausländischen Direktinvestitionen um 8,2 Prozent zurück.

Einem Bloomberg-Bericht zufolge erholte sich die chinesische Stahlproduktion im Oktober nach vier aufeinanderfolgenden Monaten des Rückgangs. Grund dafür waren verbesserte Margen und Pekings Bemühungen um eine wirtschaftliche Erholung.

Den am Freitag veröffentlichten Daten des Statistikamts zufolge produzierten die Stahlhersteller 81,88 Millionen Tonnen, 6,2 Prozent mehr als im September und 2,9 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Der kumulierte Rückgang der Stahlproduktion für dieses Jahr hat sich im Vergleich zum Jahr 2023 nun auf 3 % verringert, was einen Stimmungswandel in der Branche markiert.

Trotz dieser Erholung steht die Branche vor erheblichen Herausforderungen.

Die schwache Nachfrage aus dem Immobiliensektor und die anhaltenden Verluste in vielen Fabriken unterstreichen die Fragilität der Erholung.

Analysten führen den Produktionsanstieg auf steigende Aufträge aus dem verarbeitenden Gewerbe und staatlich geförderte Bauprojekte sowie auf einen Anstieg der Exporte zurück.

Stahlproduktion steigt, aber Herausforderungen bleiben

Die Erholung im Oktober signalisiert dank besserer Margen verbesserte Bedingungen für chinesische Stahlhersteller.

Große Teile des Sektors stehen jedoch noch immer unter finanziellem Druck, und die schwache Nachfrage nach Immobilien belastet weiterhin die Performance.

Zwar sorgten die Konjunkturmaßnahmen Pekings für einen vorübergehenden Aufschwung, Analysten warnen jedoch vor einem Mangel an nachhaltigen Nachfragetreibern.

Der Immobilienmarkt, der traditionell einen großen Beitrag zum Stahlverbrauch leistet, bleibt unter Druck, und große Infrastrukturprojekte haben noch nicht das Ausmaß erreicht, das ein langfristiges Wachstum gewährleisten könnte.

Der chinesische Eisen- und Stahlverband (CISA) mahnte die Produzenten, ihre Produktion diszipliniert aufrechtzuerhalten, und wies darauf hin, dass die jüngste Preiserholung keine grundlegende Änderung der Marktbedingungen widerspiegele.

Exporte und verarbeitendes Gewerbe treiben das Wachstum an

Ein Lichtblick für die Stahlindustrie war der Anstieg der Exporte und die Belebung der Fertigungsaufträge.

Staatliche Infrastrukturprojekte haben ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt und dazu beigetragen, die schwache inländische Wohnungsnachfrage auszugleichen. Allerdings dürften diese Erfolge nicht ausreichen, um ein nachhaltiges Wachstum zu erzielen.

Peking hat die Möglichkeit weiterer Konjunkturmaßnahmen im Jahr 2024 angedeutet. Branchenexperten bleiben jedoch skeptisch, dass diese Maßnahmen die traditionellen Nachfragequellen des Marktes, wie etwa den Neubau von Wohnhäusern und groß angelegte stahlintensive Infrastrukturprojekte, wiederbeleben werden.

Aluminium und andere Werkstoffe verzeichnen Zuwächse

Aufgrund der saisonalen Nachfrage und der Schaffung zusätzlicher Kapazitäten stieg die Aluminiumproduktion in China im Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent.

Schmelzhütten haben einige stillgelegte Produktionsanlagen wieder in Betrieb genommen und neue Anlagen haben den Betrieb aufgenommen, um den steigenden Bedarf an Leichtmetallen in verschiedenen Branchen zu decken.

Unterdessen verzeichnete die Produktion von Kraftstoffen ein deutliches Wachstum.

Die Kohleproduktion erhöhte sich um 4,6 Prozent und die Erdgasproduktion schoss um 8,4 Prozent in die Höhe, da China im Vorfeld der Spitzennachfrage im Winter seine Lieferungen aufstockte.

Die Raffination von Rohöl verzeichnete jedoch aufgrund schwacher Margen einen Rückgang um 4,6 %, was die gemischte Entwicklung in den Energiesektoren verdeutlicht.

Langfristige Aussichten bleiben ungewiss

Während die Erholung im Oktober für gewissen Optimismus sorgt, bleiben die allgemeinen Aussichten für die chinesische Stahlindustrie getrübt.

Anhaltende Herausforderungen im Immobiliensektor, gepaart mit begrenztem Wachstum in traditionellen Nachfragebereichen, dämpfen weiterhin die Erwartungen auf eine robuste Erholung.

Der Fokus der Regierung auf die Ankurbelung von Exporten und Produktion könnte kurzfristig für Erleichterung sorgen, doch Brancheninsider und Analysten betonen, dass strukturelle Reformen notwendig seien, um die tiefer liegenden Probleme des Sektors anzugehen.

Während Peking weitere Konjunkturmaßnahmen erwägt, werden die kommenden Monate entscheidend dafür sein, ob die jüngste Erholung anhalten kann.