Frankreich, Deutschland und Schweden fordern „Batterie-Mondflug“, um China entgegenzutreten

Frankreich, Deutschland und Schweden fordern „Batterie-Mondflug“, um China entgegenzutreten
Deepali Singh
28. Nov. 2024, 19:09 PM
  • Frankreich, Deutschland und Schweden fordern die EU auf, ihren Batteriesektor zu stärken.
  • Die Länder fordern weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen und mehr Mittel für Batterieunternehmen.
  • China dominiert derzeit die globale Batteriezellenproduktion und kontrolliert 85 % des Marktes.

Frankreich, Deutschland und Schweden fordern die neue Europäische Kommission auf, der Entwicklung einer robusten europäischen Batterieindustrie Priorität einzuräumen.

In einem gemeinsamen Papier, das im Vorfeld eines EU-Treffens zur Wettbewerbsfähigkeit am Donnerstag veröffentlicht wurde, betonten die drei Mitgliedstaaten, dass die Abhängigkeit von China bei Batterien verringert werden müsse, insbesondere angesichts der Dringlichkeit der grünen Wende.

Gleiche Wettbewerbsbedingungen für europäische Batteriehersteller

Das Dokument hebt die Herausforderungen hervor, mit denen europäische Batterieunternehmen bei der Ausweitung ihrer Aktivitäten konfrontiert sind, und verweist auf ungleiche globale Wettbewerbsbedingungen.

Die drei Länder plädieren für einen mehrgleisigen Ansatz zur Unterstützung des europäischen Batteriesektors.

Hierzu gehören die Vereinfachung der Vorschriften, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, die Verbesserung des Zugangs zu Finanzierungen und Märkten für aufstrebende Unternehmen und eine Erhöhung der finanziellen Unterstützung der Branche durch die EU.

Schwedens Minister unterstreicht die Dringlichkeit

„Wenn wir mit der grünen Wende Erfolg haben wollen, müssen wir den europäischen Batteriesektor auf Trab bringen und ihm einen angemessenen Marktanteil verschaffen“, erklärte die schwedische Industrieministerin Ebba Busch und betonte die entscheidende Rolle einer florierenden Batterieindustrie bei der Erreichung der europäischen Klimaziele.

Die Dringlichkeit dieses Aufrufs zum Handeln wird durch den jüngsten Insolvenzantrag nach Chapter 11 des schwedischen Batterieherstellers Northvolt unterstrichen, der als potenzieller europäischer Champion im Markt für Batterien für Elektrofahrzeuge gilt.

Während die schwedische Regierung Direktinvestitionen zur Rettung von Northvolt ausgeschlossen hat, glaubt Busch, dass ein starkes Signal aus Brüssel hinsichtlich der Zukunft der europäischen Batterieproduktion dem Unternehmen helfen könnte, neues Kapital aus anderen Quellen anzuziehen.

Abhängigkeit von China vermeiden: Lehren aus der russischen Gaskrise

China dominiert derzeit den Markt für Elektrofahrzeugbatterien und kontrolliert nach Angaben der Internationalen Energieagentur 85 % der weltweiten Batteriezellenproduktion.

Busch warnte davor, Europas frühere Fehler der Abhängigkeit von russischem Gas zu wiederholen und betonte, dass eine übermäßige Abhängigkeit von einem weiteren Wirtschaftsrivalen vermieden werden müsse.

„Die grüne Wende könnte in Europa zu einer chinesischen Wende werden. Man schaue sich nur den Solarzellen- oder Windkraftsektor an. Ein Großteil davon wurde von Investitionen aus Drittländern übernommen“, warnte Busch.

Ein Aufruf zu regulatorischen Reformen und Diversifizierung

Die neue Europäische Kommission, die ihr Amt am 1. Dezember antreten soll, plant, innerhalb ihrer ersten 100 Tage eine Strategie vorzulegen, um wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und Klimaziele in Einklang zu bringen.

Busch skizzierte die Forderung der drei Länder nach verbesserten Vorschriften, um neue Projekte zu unterstützen und den Unternehmen eine effektive Skalierung zu ermöglichen.

Der deutsche Staatssekretär Bernhard Kluttig fügte hinzu, dass auch die Diversifizierung der Quellen wichtiger Rohstoffe von entscheidender Bedeutung sei.

„Es gibt viele Optionen. In Australien, Kanada und sogar in Europa gibt es Lithiumprojekte. Daher ist es auch wichtig, dass wir uns auf diese alternativen Quellen für Batteriematerialien konzentrieren“, erklärte Kluttig.

Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, vielfältige und zuverlässige Quellen für kritische Batteriekomponenten zu sichern.