Intels neuer CEO steht vor schwierigen Herausforderungen auf dem KI-Markt

Intels neuer CEO steht vor schwierigen Herausforderungen auf dem KI-Markt
Wajeeh Khan
02. Dez. 2024, 16:52 PM
  • Intel gibt bekannt, dass CEO Pat Gelsinger mit Wirkung zum 1. Dezember in den Ruhestand gegangen ist.
  • Der Chiphersteller ernannte am Montagmorgen außerdem vorläufige Co-CEOs.
  • Unter Gelsingers Amtszeit als CEO brach der Aktienkurs von Intel um alarmierende 65 Prozent ein.

Intel Corp (NASDAQ: INTC) gibt bekannt, dass sein Vorstandsvorsitzender Pat Gelsinger mit Wirkung zum 1. Dezember in den Ruhestand gegangen ist.

David Zinsner, Finanzchef, und MJ Holthaus, Produktchef, werden als vorläufige Co-CEOs fungieren, während der Chiphersteller nach einem dauerhaften Ersatz sucht.

Gelsinger ist ebenfalls aus dem Vorstand des Unternehmens ausgeschieden und Frank Yearly hat die Rolle des vorläufigen Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens übernommen, heißt es in einer Pressemitteilung vom Montag.

Die Intel-Aktie stieg nach der Ankündigung um 5,0 %.

Intel-Aktie kämpfte unter Pat Gelsinger weiter

Pat Gelsinger übernahm 2021 das Ruder des kriselnden Halbleitergiganten.

Doch offensichtlich gelang es ihm in den vergangenen drei Jahren nicht, bei Intel eine Trendwende herbeizuführen, wenn man bedenkt, dass der Aktienkurs des Unternehmens während seiner Amtszeit um alarmierende 65 Prozent einbrach.

Dennoch ging es für Intel in den letzten Monaten etwas bergauf. Das an der Nasdaq notierte Unternehmen erzielte im letzten Quartal einen Gewinn, obwohl der Umsatz um weniger als erwartete 6,0 % auf 13,28 Milliarden Dollar zurückging.

INTC hat außerdem Pläne zur Abspaltung seines Gießereigeschäfts angekündigt, um externe Finanzierungen zu ermöglichen und im Rahmen seiner 10-Milliarden-Dollar-Kostensenkungsinitiative die weltweite Mitarbeiterzahl um mehr als 15 % zu senken.

Darüber hinaus hat die US-Regierung vergangene Woche einen Zuschuss in Höhe von 7,86 Milliarden US-Dollar genehmigt, der es Intel ermöglichen soll, Fabriken zu errichten und so das Engagement des Landes zur Inlandsverlagerung der Chipproduktion zu unterstützen.

Citi bleibt pessimistisch hinsichtlich des Intel-Aktienkurses

Trotz einiger positiver Entwicklungen in den letzten Monaten bleiben die Citi-Analysten hinsichtlich der Intel-Aktie vorsichtig.

Die Investmentfirma bekräftigte ihre „neutrale“ Bewertung des Chipherstellers und senkte ihr Kursziel letzten Monat auf 22 Dollar. Das bedeutet ein Abwärtspotenzial von etwa 12 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.

Citi bleibt gegenüber INTC zurückhaltend, da die Analysten dem Gießereigeschäft des Unternehmens, das noch keinen Gewinn abwirft, skeptisch gegenüberstehen. Sie räumten jedoch damals ein, dass die Veräußerung dieser Aktivitäten den Intel-Aktionären zugute kommen könnte.

Zudem fiel der Zuschuss von 7,9 Milliarden Dollar deutlich niedriger aus als die erwarteten 8,5 Milliarden Dollar – eine Enttäuschung, die Citi auf Ausführungsprobleme sowie die Verzögerung beim Bau des Werks in Ohio zurückführte.

Intels neuer CEO hat möglicherweise einen schweren Weg vor sich

Alles in allem dürfte derjenige, der Intel als dauerhafter CEO antritt, eine schwierige Aufgabe vor sich haben.

Das liegt daran, dass der Chiphersteller den Markt für künstliche Intelligenz noch nicht erobert hat. Er hat Mühe, seinen Marktanteil gegenüber Unternehmen wie AMD und Nvidia zu halten, geschweige denn auszubauen.

Auch im Gießereisektor bleiben Konkurrenten wie Taiwan Semiconductor Manufacturing und Samsung eine Macht, mit der man rechnen muss.

TSMC besitzt derzeit über 50 % des weltweiten Gießereimarktes. Im Vergleich dazu hat sich Intel erst vor kurzem einen Platz auf der Liste der Top-10-Gießereien gesichert.

Dennoch zahlt die Intel-Aktie derzeit eine Dividendenrendite von 2,08 %, was sie zumindest für Einkommensinvestoren etwas attraktiver macht.