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Eine 280-Milliarden-Dollar-Frage: Lohnt es sich, Intel zu retten?

Eine 280-Milliarden-Dollar-Frage: Lohnt es sich, Intel zu retten?
Harsh Vardhan
13. Sept. 2024, 14:29 PM
  • Intels Probleme gehen weiter, der Vorstand soll in einer Woche zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden.
  • Möglicherweise hat das Handelsministerium im Rahmen des CHIPS-Gesetzes bereits künftige Mittel zurückgehalten.
  • Die Regierung möchte, dass Intel in den USA eine Infrastruktur zur Chipherstellung aufbaut, um die Abhängigkeit vom Ausland zu verringern.

Intel, ein amerikanischer multinationaler Konzern, der jahrzehntelang die Welt der Prozessoren und Personalcomputer dominiert hat, steckt seit einigen Jahren in schweren Zeiten.

Trotz seines profitablen Kerngeschäfts gerät das Unternehmen zunehmend unter seine eigene Last: Zunächst büßte es seinen technologischen Vorsprung gegenüber AMD ein, den es stets innehatte.

Dies war zwar auch in der Vergangenheit schon einmal vorgekommen, doch Intel konnte dank seiner überlegenen AMD-Technologie und seiner ausgezeichneten Beziehungen zu PC-Herstellern immer wieder aufholen.

Zweitens beschloss das Unternehmen, den Turnaround nicht durch die Weiterentwicklung seiner Technologie, sondern durch die Diversifizierung seines Geschäfts zu schaffen. Es investierte beträchtliche Summen in Rechenzentren, die Herstellung von Halbleitern und autonome Fahrzeuge.

Bisher hat sich nichts davon zum Vorteil des Unternehmens ausgewirkt. Die Umsätze aus dem Rechenzentrumsgeschäft sinken weiter. Der Fertigungsbereich erlitt kürzlich einen Rückschlag, als das Unternehmen Broadcom mit seiner Fertigungsqualität nicht überzeugen konnte.

Zuletzt begann das Unternehmen damit, nach Möglichkeiten zu suchen, seinen Anteil an der für autonome Fahrzeuge zuständigen Sparte MobilEye zu verkaufen.

Angesichts der großen Schwierigkeiten des Unternehmens stellt sich zunehmend die Frage, ob es sich für die US-Regierung lohnt, Intel in ihren Zukunftsplänen für die Halbleiterindustrie zu berücksichtigen.

Was ist das CHIPS-Gesetz?

Der CHIPS Act ist ein Plan der US-Regierung zur Wiederbelebung ihrer Halbleiterindustrie. Er steht für Creating Helpful Incentives to Produce Semiconductors (CHIPS) und zielt darauf ab, die Abhängigkeit von anderen Ländern bei der Halbleiterherstellung zu verringern.

Im Rahmen des Plans sollten insgesamt 280 Milliarden Dollar an verschiedene Unternehmen verteilt werden, die am Aufbau kritischer Infrastrukturen in den USA arbeiten.

Die US-Regierung hat nach der Covid-Pandemie eine harte Lektion gelernt: Sie kann sich bei der Versorgung ihrer Industrien nicht einfach auf ausländische Akteure verlassen.

Bei Halbleitern verlassen sich die meisten Unternehmen auf die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, die aufgrund der Beziehungen zwischen China und Taiwan immer im politischen Fokus steht.

Die Diversifizierung von Intel in den Gießereisektor (Fertigung) war teilweise eine Folge des Versuchs, die Abhängigkeit von ausländischen Herstellern zu verringern.

Da dieser Versuch nun fast gescheitert ist, stellt sich die Frage, ob es sich überhaupt lohnt, Intel zu retten, indem noch mehr Steuergelder in den sterbenden Halbleitergiganten gepumpt werden?

Sollte Intel weiterhin wichtige staatliche Unterstützung durch den CHIPS Act erhalten?

Intel hat im Rahmen des CHIPS Act bereits erhebliche staatliche Hilfen erhalten. Sein Halbleiterwerk in Ohio erhielt 3,3 Milliarden Dollar von der Regierung.

Nach Lage der Dinge wird Intel den geplanten Termin für die Inbetriebnahme des Werks im Jahr 2025 nicht einhalten können. Anfang des Jahres erhielt Intel von der Biden-Regierung 8,5 Milliarden Dollar.

Intel wird im Rahmen desselben Plans auch von Steuererleichterungen und Anreizen profitieren. Auch wenn dieses Geld nicht direkt vom Steuerzahler kommt, schadet es dem Unternehmen letztlich.

Wendet sich Intel an die Regierung?

Intel hat sich außerdem hilfesuchend an Handelsministerin Gina Raimondo gewandt, da dem Unternehmen durchaus bewusst ist, dass die US-Regierung ihre Entscheidung, Intel in die CHIPS-Act-Finanzierung einzubeziehen, möglicherweise noch einmal überdenkt.

Intel möchte, dass Gina Raimondo dabei hilft, die Investoren davon zu überzeugen, dass das Unternehmen auch weiterhin eine Priorität für die US-Regierung sein wird. Sowohl Intel als auch das Handelsministerium lehnten jedoch einen Kommentar zu der Angelegenheit ab.

Es gibt Gerüchte, dass das Handelsministerium die Anfang des Jahres angekündigte Finanzierung für Intel bereits zurückgehalten hat.

Wenn das zutrifft, muss das Intel-Management proaktiv handeln und sicherstellen, dass das Unternehmen in den Zukunftsplänen der USA einen strategischen Platz einnimmt. Andernfalls lohnt es sich möglicherweise nicht, Intel zu retten.