CNY/USD: Yuan fällt auf Einjahrestief, da schwaches Wachstum und US-Zollbedenken belasten

CNY/USD: Yuan fällt auf Einjahrestief, da schwaches Wachstum und US-Zollbedenken belasten
Vatsala Gaur
03. Dez. 2024, 06:57 AM
  • Der Yuan erreichte trotz des stärker als erwarteten Referenzzinssatzes der PBoC einen Einjahrestiefststand.
  • Die Handelsspannungen und Zollängste mit den USA belasten die wirtschaftliche Erholung Chinas schwer.
  • Analysten prognostizieren eine weitere Schwächung des Yuan angesichts der steigenden Stärke des US-Dollars.

Der Yuan fiel auf seinen schwächsten Stand seit November 2023, wobei sowohl der Inlands- als auch der Offshore-Handel Rückgänge verzeichneten.

Und das, obwohl die chinesische Zentralbank, die People’s Bank of China (PBOC), versucht hatte, die Stimmung aufzuhellen, indem sie am Dienstag einen stärker als erwarteten täglichen Referenzzinssatz festlegte.

Die Händler sind noch immer nicht überzeugt, da Sorgen über ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum und mögliche US-Zölle unter der Regierung von Donald Trump weiterhin auf der Währung lasten.

Chinas Konjunkturmaßnahmen sind nicht inspirierend

China hat eine Reihe von Konjunkturmaßnahmen ergriffen, um seine Wirtschaft wiederzubeleben, doch das Vertrauen der Anleger bleibt gering.

Der Einbruch des Wohnungsmarktes im Land und die schwache Industrieentwicklung verstärken den Pessimismus zusätzlich.

Der Rückgang des Yuan wird durch den steigenden US-Dollar und den Optimismus hinsichtlich der amerikanischen Wirtschaftsaussichten noch verstärkt.

Christopher Wong, ein Stratege bei Oversea-Chinese Banking Corp., fasste die Marktstimmung in einem Bloomberg-Bericht zusammen:

Handelsspannungen eskalieren

Aufgrund der zunehmenden Handelsspannungen hat der Druck auf den Yuan zugenommen.

Die USA kündigten Anfang dieser Woche neue Beschränkungen für Chinas Zugang zu Schlüsselkomponenten für Chips und künstliche Intelligenz an.

Zu der Spannung kam noch hinzu, dass Trump am Wochenende seine Drohung bekräftigte, 100-prozentige Zölle auf China und andere Länder zu erheben, und damit erneut die Angst vor einem Handelskrieg entfachte.

Analysten befürchten, dass Trumps mögliche Maßnahmen, die voraussichtlich im Januar 2025 in Kraft treten, den Yuan weiter schwächen könnten.

„Der Markt fürchtet Unsicherheiten rund um Trumps mögliche Zölle, die bereits im Januar in Kraft treten könnten“, sagte Wee Khoon Chong, ein Stratege bei BNY Mellon, in dem Bericht.

Zinsdifferenz vergrößert sich

Auch die wachsende Zinsdifferenz zwischen China und den USA belastet den Yuan.

Die Rendite zehnjähriger chinesischer Anleihen fiel am Montag auf ein Rekordtief und lag damit mehr als zwei Prozentpunkte unter dem entsprechenden US-Wert.

Diese Differenz macht höher rentierliche US-Vermögenswerte für Investoren attraktiver und setzt den Yuan weiter unter Druck.

Der Onshore-Yuan wurde mit dem größten Abschlag gegenüber dem Fixing der PBoC seit Juli gehandelt, was die pessimistische Marktstimmung unterstreicht.

Analysten von BNP Paribas SA, UBS AG und Societe Generale SA sagen voraus, dass der Yuan im Jahr 2025 gegenüber dem Dollar unter seinen Rekordtiefstand von 7,3510 fallen könnte.

Staatliche Eingriffe verlangsamen den Abwärtstrend

Als der Onshore-Yuan gegenüber dem Dollar die Marke von 7,30 erreichte, intervenierten chinesische Staatsbanken und verkauften Dollar, um weitere Verluste zu begrenzen.

Die PBoC legte den täglichen Referenzkurs des Yuan auf 7,1996 fest und bekräftigte damit ihre Absicht, den Abwertungsdruck einzudämmen.

Khoon Goh, Leiter der Asienforschung bei der ANZ Bank, wies auf die Bedeutung des Referenzniveaus von 7,20 hin.

„Jeder höhere Fixpreis würde sofortigere Dollarkäufe auslösen“, sagte Goh.

Er betonte auch, dass der PBoC mehrere Instrumente zur Verfügung stehen, um die Währung bei Bedarf zu stabilisieren.

Die Schwäche des Yuan hatte Auswirkungen auf die chinesischen Aktienmärkte.

Der CSI 300 Index fiel im Handelsverlauf am Dienstag um 0,6 Prozent, während der Hang Seng China Enterprises Index um bis zu 1,1 Prozent nachgab, bevor er sich wieder erholte.

Für die Zukunft erwarten Analysten eine anhaltende Volatilität des Yuan, da die Händler die politischen Reaktionen Chinas gegen den externen Wirtschaftsdruck abwägen.

Da die Regierung Trump kurz davor steht, Zölle wieder einzuführen, bleibt die Entwicklung des Yuan weiterhin mit Unsicherheit behaftet.