Europäische Aktien steigen dank Technologie und Rohstoffen; Frankreichs Politik belastet, DAX 40 überstrahlt

Europäische Aktien steigen dank Technologie und Rohstoffen; Frankreichs Politik belastet, DAX 40 überstrahlt
Vatsala Gaur
03. Dez. 2024, 11:02 AM
  • Der paneuropäische STOXX 600-Index stieg um 0,7 %, angeführt von Technologie- und Rohstoffwerten.
  • Die französische Politik belastete weiterhin die Stimmung der Anleger.
  • FTSE 100 und FTSE 250 legten aufgrund von Unternehmensgewinnen zu.

Die europäischen Aktienmärkte verzeichneten am Dienstag einen leichten Anstieg. Der paneuropäische STOXX 600 legte um 0,7 Prozent zu, gestützt durch ein Plus von 1,37 Prozent bei Technologieaktien und einen Anstieg des Rohstoffsektors um 1,25 Prozent.

Allerdings belastete die politische Instabilität in Frankreich weiterhin die Stimmung der Anleger.

Der französische CAC 40-Index legte zu Beginn der Sitzung um 0,26 Prozent zu, blieb aber hinter seinen Pendants in der Region zurück, da die Regierung von Premierminister Michel Barnier wahrscheinlich vor dem Zusammenbruch steht.

Sowohl linke als auch rechte Parteien haben Misstrauensanträge gestellt, nachdem er unter kontroverser Verwendung verfassungsmäßiger Machtbefugnisse ein umstrittenes Haushaltsgesetz verabschiedet hatte.

Politische Unsicherheit in Frankreich belastet die Stimmung der Anleger

Das Misstrauensvotum gegen Barnier wird bereits am Mittwoch erwartet.

Die französischen Aktien- und Anleihemärkte geraten unter zunehmenden Druck, da die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone mit einem wachsenden Defizit kämpft.

Die Regierung von Premierminister Michel Barnier stößt mit ihrem Haushaltsentwurf auf heftigen Widerstand.

Trotz dieser Herausforderungen stachen die Aktien von Worldline hervor und stiegen weiter, nachdem der französische Zahlungsdienstleister Berichten zufolge das Interesse von Private Equity geweckt hatte.

Deutschlands DAX 40 glänzt

Deutschland steht vor politischer Unsicherheit.

Angesichts der bevorstehenden vorgezogenen Wahlen im Februar 2025 hat die rechtsextreme AfD ihre Forderungen nach einem Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union, dem Euro und dem Pariser Klimaabkommen verstärkt.

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz muss sich am 11. Dezember einer Vertrauensabstimmung stellen, die Abstimmung im Bundestag erfolgt am 16. Dezember.

Dennoch legte der DAX 40 um 0,34 Prozent zu.

Der deutsche Leitindex hat trotz schwacher Konjunkturstimmung und zunehmender Rezessionsängste einen Rekordwert erreicht.

Dieser krasse Kontrast zwischen glanzlosen Wirtschaftsdaten und steigender Aktienperformance unterstreicht das wachsende Interesse konträrer Anleger.

Viele sehen in der deutlichen Underperformance und dem weit verbreiteten Pessimismus rund um die europäischen Märkte eine Chance.

Als Reaktion darauf haben die Strategen der Bank of America europäische Aktien auf eine taktische Übergewichtung hochgestuft und argumentieren, dass die wirtschaftlichen Probleme der Region in den aktuellen Bewertungen bereits vollständig widergespiegelt sein könnten.

Mercedes-Benz verlor 2 %, nachdem Barclays die Bewertung für die Aktien des deutschen Autobauers von „gleichgewichtet“ auf „untergewichtet“ herabgesetzt hatte.

FTSE 100 und FTSE 250 legen aufgrund von Unternehmensgewinnen zu

Der britische FTSE 100 übertraf mit einem Plus von 50,76 Punkten die Erwartungen und brachte den Index auf 8.363,65, unterstützt durch starke Leistungen von BP (plus 1,66 %), Glencore (plus 2,27 %) und HSBC (1,34 %).

Der British-Gas-Eigentümer Centrica legte 3,10 Pence zu und easyJet kletterte um 21,40 Pence auf 568,20.

Der FTSE 250-Index verzeichnete stärkere Schwankungen, wobei die SSP Group nach robusten Ergebnissen um 10 % zulegte.

Auch Greencore und Victrex verzeichneten deutliche Zuwächse, nämlich einen Anstieg um 8 % bzw. 7,6 %.

Unter den All-Share-Aktien stiegen die Aktien von On The Beach nach starken Jahresergebnissen um 12 %, während der Pub-Betreiber Marston’s um 5,7 % zulegte.

Schweizer Inflation kühlt ab

Die Stimmung auf den Schweizer Finanzmärkten war gedämpft, da der Swiss Market Index unverändert blieb.

Neue Inflationsdaten zeigten im November einen Anstieg von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und lagen damit leicht unter den erwarteten 0,8 Prozent.

Die Verbraucherpreise sanken im Vergleich zum Oktober um 0,1 %, was auf niedrigere Kosten für Hotels, Auslandsurlaube und Neuwagen zurückzuführen ist.

Allerdings stiegen die Mieten für Wohnraum und die Preise für Flugreisen.

Die niedriger als erwartet ausgefallene Inflation könnte die Schweizerische Nationalbank dazu zwingen, bei ihrer bevorstehenden Sitzung nächste Woche weitere Zinssenkungen in Erwägung zu ziehen.

Euro kämpft angesichts politischer Unsicherheit

Der Euro notierte nahe seinem jüngsten Tiefstand und verharrte gegenüber dem US-Dollar bei 1,0522.

Analysten führten die Schwäche auf die zunehmende politische Unsicherheit in Europa, insbesondere in Frankreich und Deutschland, zurück.

„Für den Euro bestehen eher Abwärtsrisiken“, stellten Frances Cheung und Christopher Wong, Devisenstrategen bei OCBC, fest.

Sie verwiesen auf die kritischen Unterstützungsniveaus bei 1,0450 und den Widerstand bei 1,0610 und deuteten an, dass es bei einer Verschärfung der politischen Krise zu weiteren Rückgängen kommen könnte.