Invezz

Politische Unruhen in Südkorea erschüttern asiatische Aktien und lösen Marktvolatilität aus

Politische Unruhen in Südkorea erschüttern asiatische Aktien und lösen Marktvolatilität aus
Srinibas Rout
04. Dez. 2024, 07:17 AM
  • Der südkoreanische Won erlebte einen volatil verlaufenden Handel und legte aufgrund mutmaßlicher Interventionen kurzzeitig zu.
  • Der breiteste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans verlor 0,32 Prozent.
  • Der Goldpreis fiel im Zuge der Dollarstärke um 0,17 Prozent auf 2.639 Dollar.

Die asiatischen Märkte gerieten am Mittwoch infolge der politischen Unruhen in Südkorea in Bedrängnis, wo eine kurzzeitige Verhängung des Kriegsrechts an den Finanzmärkten für Unsicherheit sorgte.

Der südkoreanische Won erlebte einen volatil verlaufenden Handel, legte aufgrund mutmaßlicher Interventionen kurzzeitig zu, blieb gegenüber dem Dollar jedoch in der Nähe seines Zweijahrestiefs.

Unterdessen verlor der Leitindex KOSPI fast 2 Prozent und festigte damit seine Position als Asiens Aktienmarkt mit der schlechtesten Performance in diesem Jahr.

Der breiteste Index des MSCI für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans sank um 0,32 Prozent, belastet durch den Rückgang bei Top-Unternehmen wie Samsung Electronics.

Die überraschende Ausrufung des Kriegsrechts durch den südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk Yeol und dessen rasche Aufhebung hätten die Marktteilnehmer mit erhöhten politischen Risiken konfrontiert, sagt Min Joo Kang, ein führender Volkswirt bei ING. Das habe die Kreditwürdigkeit Südkoreas gefährdet.

Staatliche Eingriffe zur Stabilisierung der Märkte

Als Reaktion auf die Turbulenzen kündigte das südkoreanische Finanzministerium seine Bereitschaft an, den Finanzmärkten „unbegrenzte“ Liquidität zuzuführen.

Berichten zufolge hatte die Finanzaufsichtsbehörde einen Aktienmarktstabilisierungsfonds in Höhe von 10 Billionen Won (7,07 Milliarden US-Dollar) eingerichtet.

Der Finanzminister wandte sich am frühen Mittwoch an die Medien und versprach rasche Maßnahmen, um eine anhaltende Instabilität zu verhindern.

Charu Chanana, Chef-Investmentstratege bei Saxo, sagte der Nachrichtenagentur Reuters:

Globale Auswirkungen und breitere Markttrends

Die Unsicherheit in Südkorea verstärkte die bereits bestehende Nervosität an den globalen Märkten, einschließlich der politischen Unruhen in Frankreich.

Der Euro gab um 0,11 Prozent nach und notierte bei 1,04975 Dollar, während sich die französischen Parlamentarier auf entscheidende Misstrauensvoten gegen die Koalition von Premierminister Michel Barnier vorbereiteten.

Die französischen Anleihe-Futures fielen um 0,13 %, während die europäischen Aktien-Futures um 0,14 % nachgaben.

Analysten warnten, dass ein Zusammenbruch der französischen Regierung zu einer Ausweitung der Anleiherenditen und damit zu einem weiteren Druck auf den Euro führen könnte.

In makroökonomischer Hinsicht konzentrieren sich die US-Märkte weiterhin auf die kommenden Signale der US-Notenbank.

Aktuelle Arbeitsmarktdaten deuten auf eine geordnete Verlangsamung hin: Die Zahl der offenen Stellen nahm im Oktober zu, während die Zahl der Entlassungen den stärksten Rückgang seit 18 Monaten verzeichnete.

Die Märkte kalkulieren eine Wahrscheinlichkeit von 72 % ein, dass die Fed bei ihrer nächsten Sitzung den Leitzins um 25 Basispunkte senken wird. Im Jahr 2024 werden weitere Zinssenkungen erwartet.

Die Kommentare des Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell, am Mittwoch werden wahrscheinlich die kurzfristige Marktstimmung prägen.

Rohstoffe und Währungsbewegungen

Der Dollarindex stieg um 0,12 Prozent auf 106,45, getragen von der Nachfrage nach sicheren Anlagen inmitten globaler Unsicherheiten.

Der Goldpreis fiel im Zuge der Dollarstärke um 0,17 Prozent auf 2.639 Dollar.

Die Ölpreise blieben nach einem Anstieg von zwei Prozent am Dienstag stabil, angeheizt durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten und die Erwartung einer Ausweitung der Förderkürzungen durch die OPEC+.

Während die politischen Spannungen in Südkorea nachlassen, richtet sich der Fokus auf die globale Zentralbankpolitik und die geopolitischen Entwicklungen.

Die Anleger werden aufmerksam auf Anzeichen einer Stabilisierung der asiatischen Märkte und mögliche Folgeeffekte auf die globale Finanzlage achten.