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Saudi-Arabien wird trotz Menschenrechtsstreitigkeiten die Fußball-Weltmeisterschaft 2034 ausrichten

Saudi-Arabien wird trotz Menschenrechtsstreitigkeiten die Fußball-Weltmeisterschaft 2034 ausrichten
Harsh Vardhan
11. Dez. 2024, 17:11 PM
  • FIFA vergibt trotz Kritik die Ausrichtungsrechte für die WM 2034 an Saudi-Arabien.
  • Die Fußball-Weltmeisterschaft 2030 wird in Europa, Afrika und Südamerika stattfinden und ein Jahrhundertjubiläum markieren.
  • Menschenrechtsbedenken und logistische Herausforderungen werfen einen Schatten auf die Entscheidungen der FIFA.

Die FIFA hat Saudi-Arabien offiziell als Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2034 bekannt gegeben. Dies ist ein historischer Moment für das Land, aber auch Kritik an seiner Menschenrechtsbilanz hervorgerufen.

Diese Entscheidung, die auf einem Online-Kongress der FIFA ratifiziert wurde, festigt den wachsenden Einfluss Saudi-Arabiens im globalen Sport, trotz Bedenken hinsichtlich „Sportswashing“ und Verstößen gegen die Arbeitsrechte.

Das Turnier wird auf die Weltmeisterschaft 2030 folgen, die drei Kontinente – Europa, Afrika und Südamerika – umfassen wird, wobei die Eröffnungsspiele in Argentinien, Paraguay und Uruguay stattfinden. Spanien, Portugal und Marokko werden den Rest der Spiele ausrichten und einen multiregionalen Ansatz präsentieren, um das 100-jährige Jubiläum der ersten Weltmeisterschaft zu feiern.

Das Angebot Saudi-Arabiens und sein wachsender Einfluss im Sport

Saudi-Arabien war der einzige Bieter für die WM 2034, nachdem Australien aus logistischen Gründen auf eine Bewerbung verzichtet hatte.

Das Angebot erhielt die einstimmige Unterstützung der Mitglieder des FIFA-Rats und der regionalen Fußballverbände, darunter England und Wales.

Dies wird das erste Mal sein, dass das erweiterte Turnier mit 48 Mannschaften von einem einzigen Land ausgerichtet wird, nach der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko.

Die Bewertung der FIFA sah das saudische Angebot hinsichtlich der Menschenrechte als „mittleres Risiko“ an, eine Bezeichnung, die Amnesty International als „erstaunliche Vertuschung“ kritisiert hat.

In den letzten Jahren hat Saudi-Arabien stark in den globalen Sport investiert und Veranstaltungen wie Formel 1, Boxen, Golf und Tennis ausgerichtet.

Der staatliche Investitionsfonds (PIF) des Landes besitzt den Premier-League-Klub Newcastle United und hat die umstrittene LIV-Golf-Tour ins Leben gerufen.

Bedenken und Kritik hinsichtlich der Menschenrechte

Die Entscheidung, der Weltmeisterschaft Saudi-Arabien zu verleihen, hat erhebliche Kritik ausgelöst. Kritiker werfen der FIFA vor, die schlechten Menschenrechtsverhältnisse des Landes zu ignorieren.

Steve Cockburn, Direktor für wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit bei Amnesty International, wies auf Bedenken hinsichtlich der Ausbeutung von Arbeitskräften, Diskriminierung und Einschränkungen der Meinungsfreiheit hin.

„Hunderttausende Wanderarbeiter könnten unter den extrem heißen Bedingungen Ausbeutung oder sogar den Tod erleiden“, sagte Cockburn.

„Die FIFA hat es versäumt, mit Saudi-Arabien über den Schutz der Menschenrechte zu verhandeln, und es ist unklar, ob ernsthafte Anstrengungen unternommen wurden.“

Die Kontroverse spiegelt die Kritik an der WM 2022 in Katar wider, bei der die Arbeitsbedingungen der Migranten stark unter die Lupe genommen wurden.

Saudi-Arabien hat Reformen versprochen, aber Kritiker bleiben skeptisch, was ihre Umsetzung und Durchsetzung angeht.

Herausforderungen für die europäischen Ligen

Die Planung der WM 2034 stellt erhebliche Herausforderungen dar, insbesondere für die europäischen Fußballligen.

Da die Tagestemperaturen in Saudi-Arabien während des traditionellen Zeitraums Juni-Juli 40 °C übersteigen, könnte ein Winterturnier notwendig sein, wie es 2022 in Katar der Fall war.

Ein solcher Wechsel würde jedoch die Spielpläne der nationalen Ligen und der europäischen Wettbewerbe stören, die sich seit der letzten Winter-Weltmeisterschaft erweitert haben.

Die Premier League und andere Top-Ligen werden sich voraussichtlich gegen ein Turnier mitten in der Saison aussprechen, da dies logistische und finanzielle Belastungen mit sich bringt.

Die weltweite Bedeutung einer von Saudi-Arabien ausgerichteten Fußball-Weltmeisterschaft

Während die Weltmeisterschaft 2034 das Profil Saudi-Arabiens auf der globalen Bühne zweifellos anheben wird, verschärft sie auch die Debatten über die Schnittmenge von Sport und Geopolitik.

Die Entscheidung der FIFA unterstreicht die finanzielle und politische Macht von Ländern wie Saudi-Arabien, die globale Ereignisse beeinflussen können, trotz der weit verbreiteten Kritik.

Das Turnier soll die saudi-arabische Wirtschaft und den Tourismus ankurbeln und damit die Vision 2030 des Landes unterstützen, die auf die Diversifizierung der ölbasierten Wirtschaft abzielt.

Menschenrechtsaktivisten argumentieren jedoch, dass solche Veranstaltungen dazu beitragen könnten, autoritäre Regime zu legitimieren, ohne die systemischen Probleme anzugehen.

Blick voraus auf 2030 und 2034

Während sich die FIFA auf zwei mit Spannung erwartete Weltmeisterschaften vorbereitet, steht die Organisation unter zunehmendem Druck, bei ihren Entscheidungsprozessen Transparenz, Menschenrechte und Nachhaltigkeit zu berücksichtigen.

Die WM 2030 verspricht ein einzigartiges, multikontinentales Fest der Fußballgeschichte, während das Turnier 2034 Fragen über die zukünftige Ausrichtung des Sports auf globaler Ebene aufwirft.