Invezz

Weihnachtschaos droht, da Amazon-Mitarbeiter in wichtigen US-Städten einen Streik planen

Weihnachtschaos droht, da Amazon-Mitarbeiter in wichtigen US-Städten einen Streik planen
Diya Poddar
19. Dez. 2024, 12:37 PM
  • An den Streiks nehmen Lagerarbeiter in Großstädten wie New York und Atlanta teil.
  • Amazon bestreitet die Behauptungen der Gewerkschaftsvertretung und bezeichnet den Streik als Teil einer „falschen Erzählung“.
  • Untersuchung des US-Senats zeigt unsichere Arbeitsbedingungen im Zusammenhang mit Produktivitätsanforderungen.

Tausende Amazon-Mitarbeiter in den USA bereiten sich auf einen massiven Streik während der Hochphase des Weihnachtsgeschäfts vor. Dies unterstreicht die Spannungen zwischen dem Einzelhandelsgiganten und seinen Mitarbeitern in Bezug auf Bezahlung und Arbeitsbedingungen, wie aus einem Bericht von Al-Jazeera hervorgeht.

Der Streik beginnt am Donnerstag um 6:00 Uhr Eastern Time (11:00 Uhr GMT) und wird Mitarbeiter von Lagerhäusern in Großstädten wie New York, Atlanta und San Francisco umfassen.

Dies ist die größte Arbeitsniederlegung in der Geschichte von Amazon in den USA, die von der Gewerkschaft Teamsters organisiert wurde, die das Unternehmen beschuldigt, seine Belegschaft zu vernachlässigen.

Die Gewerkschaft behauptet, Amazon habe es versäumt, faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen auszuhandeln, was die Unzufriedenheit der Mitarbeiter weiter verschärfe.

Der Generalsekretär der Teamsters, Sean M. O'Brien, betonte, dass Amazon eine klare Frist zur Behebung der Bedenken gesetzt worden sei, diese aber ignoriert habe.

Da der Streik mit der geschäftigsten Saison von Amazon zusammenfällt, könnten sich die verzögerten Lieferungen zu einem zusätzlichen Druck auf den E-Commerce-Riesen auswachsen.

Forderungen der Amazon-Mitarbeiter

Die Gewerkschaft Teamsters, die über 10.000 Amazon-Mitarbeiter vertritt, kämpft für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen.

Während die Gewerkschaft darauf besteht, im Namen eines erheblichen Teils der Belegschaft des Unternehmens zu sprechen, bestreitet Amazon diese Behauptung.

Das Unternehmen behauptet, die Aktivitäten der Gewerkschaft, einschließlich der Versuche, Amazon-Mitarbeiter und Fahrer von Drittanbietern zu gewerkschaftlich organisieren, seien rechtswidrig und erpresserisch und verweist auf laufende Rechtsstreitigkeiten gegen die Teamsters.

Amazon-Sprecherin Kelly Nantel kritisierte die Gewerkschaft und erklärte, sie habe falsche Informationen über ihren Einfluss auf die Belegschaft verbreitet.

Sie bezeichnete den bevorstehenden Streik außerdem als Teil einer „falschen Erzählung“, die darauf abzielt, den operativen Ruf von Amazon zu untergraben.

Der E-Commerce-Riese, der in den USA fast 800.000 Menschen beschäftigt, hat sich der Gewerkschaftsbildung historisch gesehen widersetzt.

Kritiker argumentieren, dass die gewerkschaftsfeindliche Haltung ein Spiegelbild der allgemeinen Arbeitsbedingungen des Unternehmens sei, darunter angeblich unsichere Arbeitsbedingungen und die unerbittliche Profitgier.

Sicherheitsbedenken schüren wachsende Unruhen

Die Behandlung seiner Mitarbeiter durch Amazon steht seit langem unter Beobachtung, da es Vorwürfe über unsichere Arbeitsbedingungen und hohe Verletzungsraten unter den Mitarbeitern der Lager gibt.

Eine kürzlich durchgeführte Untersuchung des US-Senats ergab, dass die strengen Produktivitätsziele des Unternehmens die Arbeitnehmer erheblichen Risiken aussetzen.

Dem Bericht zufolge werden Amazon-Mitarbeiter häufig dazu gedrängt, Quoten zu erfüllen, was ihre Gesundheit und Sicherheit gefährdet.

Amazon bestritt die Ergebnisse und behauptete, der Bericht basiere auf veralteten und selektiven Informationen.

Der zunehmende Unmut unter den Mitarbeitern, der durch Aktionen wie die Kampagne „Make Amazon Pay“ noch verstärkt wird, deutet jedoch auf etwas anderes hin.

Letzten Monat schlossen sich Arbeiter aus über 20 Ländern, darunter den USA und Großbritannien, der Kampagne an, um gegen die Arbeitsmissstände und Umweltprobleme zu protestieren, die mit den Praktiken des Unternehmens verbunden sind.

Mit dem Herannahen der Weihnachtszeit gehen die Auswirkungen des Streiks über verspätete Bestellungen hinaus.

Der Streik unterstreicht eine größere Herausforderung für Amazon: die Vereinbarkeit seines raschen Wachstums und seiner Profitabilität mit der wachsenden Unzufriedenheit der Mitarbeiter und der weltweiten Kontrolle.