Die wachsende Macht des einzelnen Anlegers

Die wachsende Macht des einzelnen Anlegers
Peter Ricchiuti
21. Dez. 2024, 10:18 AM
  • Die Macht der Einzelpersonen auf dem heutigen Markt ist größer als je zuvor.
  • Kleinanleger machen einen immer größeren Teil des gesamten Handelsvolumens aus.
  • Lassen Sie uns mehr über die Faktoren erfahren, die es kleineren Anlegern ermöglichen, ein ausgeglicheneres Spielfeld zu schaffen.

Professionelle Anleger haben gegenüber Privatanlegern schon lange erhebliche Vorteile. Sie verfügen über umfangreiche Ressourcen, darunter Technologie, Daten und engagierte Teams von Marktanalysten.

Die vorherrschende Meinung ist, dass die Spielregeln so stark gegen kleinere Investoren ausfallen, dass sie praktisch keine Chance haben, sich gegenüber den größeren Akteuren, die den Markt gestalten, einen Vorteil zu verschaffen.

Die Realität ist jedoch, dass die Einzelpersonen heute mehr Macht auf dem Markt haben als je zuvor und ihre Aussichten werden immer besser.

Einzelanleger (auch als Privatanleger bekannt) beanspruchen einen wachsenden Anteil am gesamten Handelsvolumen und erreichten im Januar 2023 mit 23 % einen Rekordwert, verglichen mit nur 11 % im Jahr 2011.

Auch unter US-amerikanischen Familien ist eine deutliche Zunahme der Investitionen zu verzeichnen: Laut der Federal Reserve besaßen 2022 21 % der Familien direkte Aktienbesitz, verglichen mit 15 % im Jahr 2019.

Sehen wir uns einige Faktoren an, die es kleineren Anlegern ermöglichen, ein ausgeglicheneres Spielfeld zu schaffen.

Besserer Zugang zu Finanzinformationen

Vor einigen Jahrzehnten waren große professionelle Investoren die Hüter proprietärer Forschung und eingehender Analysen der Unternehmensleistung.

Diese Organisationen behielten ihre Erkenntnisse streng geheim, sodass es für Einzelpersonen schwierig war, auf dieselbe Informationsmenge zuzugreifen.

Stattdessen mussten kleinere Anleger die Einzelheiten aus Quellen wie Zeitungen, Beratungsgesprächen mit Maklern und den Jahresberichten der Unternehmen zusammensuchen.

Dieser Prozess konnte zeitaufwändig und teuer sein und die Informationen waren oft veraltet, wenn sie die Investoren erreichten.

Heute ermöglicht das Internet Einzelpersonen den Zugriff auf detaillierte Finanzinformationen auf Abruf.

Kleine Anleger können jetzt Echtzeitmarktdaten, Analystbewertungen, Unternehmensnachrichten und Finanzberichte einsehen, was ihnen hilft, fundiertere Entscheidungen zu treffen und schnell auf Marktveränderungen zu reagieren.

Günstigere Geschäfte

Auch die Kosten für den Handel haben sich erheblich verändert.

Vor der Deregulierung der Provisionen im Jahr 1975 mussten Anleger bei ihren Transaktionen eine Standardprovision von 4 % zahlen – 2 % beim Kauf einer Aktie und weitere 2 % beim Verkauf.

Diese hohen Kosten bedeuteten, dass sich nur die vielversprechendsten Investitionen lohnen.

Der Aufstieg von Discountbrokern und in jüngerer Zeit auch von provisionsfreien Trading platforms wie Robinhood hat den Handel für die breite Masse deutlich zugänglicher gemacht.

Einzelanleger können Aktien jetzt kaufen und verkaufen, ohne hohe Gebühren zu zahlen, im Gegensatz zu professionellen Anlegern, die immer noch oft mit erheblichen Transaktionskosten belastet sind.

Flexibilität, um in ihrem eigenen Tempo voranzukommen

Da professionelle Anleger normalerweise das Geld anderer Menschen verwalten, stehen sie unter Druck, ihren Kunden rechtzeitig Renditen zu liefern.

Einzelinvestoren können hingegen nach eigenem Zeitplan handeln, ohne sich gegenüber externen Stakeholdern verantworten zu müssen.

Sie haben den Luxus, auf die richtigen Gelegenheiten zu warten – auf einen guten Schlag, sozusagen.

Möglichkeiten, in kleinere Unternehmen zu investieren

Die Möglichkeit, in kleinere und weniger bekannte Unternehmen zu investieren, ist eine wichtige Chance für Privatanleger.

Da professionelle Anleger große Mengen Aktien auf einmal kaufen und verkaufen, wirken sich ihre Transaktionen häufig auf die Aktienkurse aus: Käufe treiben die Kurse nach oben, Verkäufe nach unten.

Infolgedessen beschränken sie sich in der Regel auf den Handel mit Aktien großer Unternehmen, die das von ihnen benötigte Volumen verarbeiten können.

Einzelinvestoren hingegen sind weitaus agiler und können handeln, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, den Markt zu bewegen.

Diese Flexibilität ermöglicht es ihnen, in Unternehmen aller Größen zu investieren und ihnen Zugang zu Investitionsmöglichkeiten zu verschaffen, die große Unternehmen normalerweise nicht nutzen können.

Auch Kleinanleger sind in einer hervorragenden Position, um nach Investitionsmöglichkeiten in erfolgreiche regionale Unternehmen zu suchen, mit denen sie im täglichen Leben in Kontakt kommen.

Wertvolle „Schätze unter Steinen“ aufdecken

Kleinere Unternehmen haben im Großteil des letzten Jahrhunderts die Aktien mit großer Marktkapitalisierung übertroffen, und die heutigen Anleger beginnen endlich, die Vorteile dieses Trends zu ernten.

An der AB Freeman School of Business der Tulane University, der Das Programm „Burkenroad Reports“ untersucht die Arten von Aktien, die für einzelne Anleger einen einzigartigen Wert haben. Im Rahmen dieses Programms führen die Studenten eingehende Recherchen zu unterbewerteten Small-Cap-Aktien durch – die wir gerne „Steine unter dem Gras“ nennen.

Ihre Berichte konzentrieren sich auf Unternehmen, die von professionellen Investoren möglicherweise übersehen werden, aber ein erhebliches Wachstumspotenzial bieten. Burkenroad Reports sind öffentlich zugänglich und bietet Anlegern eine hochwertige, unvoreingenommene Analyse, die dabei hilft, versteckte Schätze auf dem Markt zu entdecken.

Für diejenigen, die sich weiter informieren möchten, gibt es einige weitere kostenlose Ressourcen für kleinere Anleger, darunter:

Indem sie diese Ressourcen nutzen, können Privatanleger Chancen ergreifen, die den Profis nicht zur Verfügung stehen, und so ihren wachsenden Einfluss auf dem Aktienmarkt festigen.

( Peter Ricchiuti ist Professor für Finanzen an der AB Freeman School of Business der Tulane University. Die Ansichten sind seine eigenen.)