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Südostasien hinkt bei der Finanzierung von KI trotz globalem Boom von 60 Milliarden Dollar hinterher

Südostasien hinkt bei der Finanzierung von KI trotz globalem Boom von 60 Milliarden Dollar hinterher
Diya Poddar
21. Dez. 2024, 12:16 PM
  • Die USA und China führen mit 68,5 Milliarden bzw. 11 Milliarden US-Dollar an AI-Finanzierungen.
  • In Südostasien wurden in diesem Jahr nur 122 KI-Deals verzeichnet, verglichen mit 1.845 im asiatisch-pazifischen Raum.
  • Erfolgreiche Start-ups wie Patsnap Pte zeigen das Potenzial eines frühen Datenfokus.

Südostasien, eine Region mit über 675 Millionen Einwohnern, entwickelt sich zu einem Schwerpunkt für globale Investitionen in Cloud-Dienste und Rechenzentren. Technologiegiganten wie Nvidia und Microsoft planen, in den kommenden Jahren bis zu 60 Milliarden US-Dollar zu investieren.

Den Angaben eines Bloomberg-Berichts zufolge haben die eigenen KI-Startups der Region jedoch Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit von Risikokapitalgebern zu erregen.

Trotz der über 2.000 KI-Startups in der Region konnte sie in diesem Jahr nur 1,7 Milliarden US-Dollar an Finanzmitteln sichern, ein kleiner Bruchteil der 20 Milliarden US-Dollar, die in den asiatisch-pazifischen Raum investiert wurden, so Daten von Preqin.

Diese Diskrepanz wirft Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit der Region auf, mit den KI-Führern in den USA und China zu konkurrieren.

Was behindert das Wachstum der KI in Südostasien?

Das KI-Ökosystem Südostasiens steckt in einem Paradoxon.

Während die junge und technisch versierte Bevölkerung der Region zunehmend digitale Technologien wie generative KI, Video-Streaming und E-Commerce annimmt, stehen die KI-Startups der Region vor erheblichen Hürden.

Investoren zögern, unbestätigte Unternehmen zu finanzieren, insbesondere in einer Region mit kultureller und wirtschaftlicher Vielfalt, die die Skalierung von KI-Lösungen erschwert.

In der Region wurden in diesem Jahr nur 122 KI-Finanzierungsgeschäfte verzeichnet, verglichen mit 1.845 im gesamten asiatisch-pazifischen Raum.

Weltweit zog die USA im Jahr 2024 Investitionen in Höhe von 68,5 Milliarden US-Dollar für KI an, während China 11 Milliarden US-Dollar sicherte. Dies unterstreicht die große Lücke bei den Kapitalzuflüssen nach Südostasien.

Investoren fragen sich oft, ob lokale Technologieunternehmen auf der globalen Bühne profitabel skalieren können, da sie mit Herausforderungen konfrontiert sind, die aus fragmentierten Datensätzen und unterschiedlichen Infrastrukturen in Ländern wie Indonesien, Malaysia und den Philippinen resultieren.

Singapur sticht jedoch als Lichtblick hervor.

Die Stadtstaat, der weltweit auf Platz drei in Bezug auf die Bereitschaft für KI liegt, beherbergt zahlreiche KI-Wissenschaftler und ein florierendes Technologiezentrum.

Doch selbst Singapur kann den Mangel an grundlegenden KI-Modellen, robuster Softwareentwicklung und skalierbaren Hardwarefunktionen in der Region nicht allein beheben. Diese Bereiche sind für die globale Wettbewerbsfähigkeit der KI von entscheidender Bedeutung.

Regierungen, Ökosysteme und der Weg nach vorne

Die Regierungen Südostasiens haben das Potenzial der KI erkannt und entwickeln nationale KI-Rahmenwerke, um die Finanzierungslücke zu schließen.

Singapur beispielsweise hat Initiativen eingeführt, um KI-Startups durch staatlich geförderte Investitionsvehikel zu unterstützen.

Experten sind jedoch der Ansicht, dass fragmentierte nationale Strategien einer koordinierten regionalen Zusammenarbeit weichen müssen.

Ein Bericht von Google, Temasek und Bain weist darauf hin, dass die privaten Kapitalmärkte Südostasiens einen Abschwung erleben und die Finanzierung voraussichtlich Rekordtiefs erreichen wird.

Der Mangel an lukrativen Ausstiegsmöglichkeiten und die schwache IPO-Aktivität schrecken Risikokapitalgeber zusätzlich davon ab, Start-ups zu unterstützen, sodass viele ohne die notwendige finanzielle Unterstützung für eine Skalierung dastehen.

Trotz der Herausforderungen wächst die digitale Wirtschaft Südostasiens insgesamt rasant, unterstützt durch eine wachsende Mittelschicht und den Ausbau des Mobilfunk- und Internetzugangs.

Die Länder der Region sind auch relativ abgeschottet von den geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China, was eine einzigartige Gelegenheit für langfristige Stabilität bei Investitionen in KI bietet.

Einige KI-Startups in der Region erzielen Erfolg, indem sie sich auf die Datenerfassung und -organisation in einem frühen Stadium konzentrieren und so die Grundlage für skalierbare KI-Lösungen schaffen.

Das in Singapur ansässige Unternehmen Patsnap Pte hat fast zwei Jahrzehnte damit verbracht, umfassende Datensätze zu Patenten, Chemikalien und anderen Branchen aufzubauen, die nun zur Schulung fortschrittlicher KI-Modelle verwendet werden.

Unterdessen schafft Indonesiens Alpha JWC in Partnerschaft mit der Pijar Foundation eine Sandbox-Umgebung, um aufstrebende KI-Talente mit großen Unternehmen zusammenzubringen.

Experten betonen, dass das Ökosystem sich entwickeln muss, damit die Region ihr KI-Potenzial ausschöpfen kann. Regulierungsbehörden, Regierungen und Branchenvertreter müssen effektiver zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass Südostasien eine wettbewerbsfähige KI-Industrie aufbauen kann.

Obwohl der Finanzierungsengpass ein erhebliches Hindernis darstellt, bieten die wachsende digitale Wirtschaft der Region, ihre strategische geografische Lage und das ungenutzte Marktpotenzial eine vielversprechende Grundlage für künftiges Wachstum.