Südkoreanisches Parlament enthebt amtierenden Präsidenten Han Duck-soo seines Amtes: Hier ist der Grund dafür

Südkoreanisches Parlament enthebt amtierenden Präsidenten Han Duck-soo seines Amtes: Hier ist der Grund dafür
Srinibas Rout
27. Dez. 2024, 09:40 AM
  • Finanzminister Choi Sang-mok hat die Rolle des geschäftsführenden Präsidenten übernommen.
  • Der südkoreanische Won fiel nach der Ankündigung des Amtsenthebungsverfahrens auf 1.475,4 Won pro Dollar und verlor damit 0,53 %.
  • Die Unsicherheit rund um die Führungskrise hat bei den Investoren Bedenken geweckt.

Das südkoreanische Parlament hat den amtierenden Präsidenten Han Duck-soo abgesetzt. Damit verschärft sich die politische Unsicherheit im Land, da der suspendierte Präsident Yoon Suk Yeol wegen seiner umstrittenen Anordnung des Kriegsrechts vor Gericht steht.

Der Amtsenthebungsantrag wurde am Freitag mit 192 von 300 Stimmen angenommen, was zu einem Führungswechsel führte und Finanzminister Choi Sang-mok die kommissarische Präsidentschaft übertrug.

Die dramatische Abstimmung erfolgt nach dem öffentlichen Aufschrei und den politischen Auseinandersetzungen, die durch Yoon's Erklärung des Kriegsrechts vom 3. Dezember ausgelöst wurden, die am 14. Dezember zu seinem Amtsenthebungsverfahren führte.

Die Oppositionsparteien, angeführt von der Demokratischen Partei, warfen Han vor, nicht im besten Interesse der Nation gehandelt und die Ernennung von Richtern zum Verfassungsgericht verhindert zu haben, was als entscheidend für die Regierungsführung des Landes während dieser Krise angesehen wird.

Han's Handlungen waren ein „Aufstand“?

Die demokratische Partei, die über eine parlamentarische Mehrheit verfügt, leitete den Antrag gegen Han ein und argumentierte, dass seine Handlungen „Aufstand“ darstellten.

Oppositionsführer Lee Jae-myung forderte schnelle Maßnahmen zum Wiederaufbau des öffentlichen Vertrauens und der Stabilität und verwies auf die überwältigende öffentliche Unterstützung für Yoon's Absetzung nach seiner Entscheidung über das Kriegsrecht.

„Der einzige Weg, das Land zu normalisieren, ist, alle Aufstandsbewegungen auszurotten“, erklärte Lee in einer hitzigen Rede vor der Abstimmung.

Trotz heftiger Einwände der regierenden Partei „People Power“ wurde der Amtsenthebungsantrag inmitten chaotischer Szenen im Parlament verabschiedet, wobei die Abgeordneten über die Gültigkeit der Abstimmung stritten.

Han, der seit Yoons Suspendierung als geschäftsführender Präsident fungierte, erklärte, er werde zurücktreten, um weitere Instabilität zu verhindern, und auf das Urteil des Verfassungsgerichts über seinen Amtsenthebungsantrag warten.

Choi Sang-mok übernimmt die Rolle des geschäftsführenden Präsidenten

Finanzminister Choi Sang-mok hat die Rolle des geschäftsführenden Präsidenten übernommen und ein herausforderndes wirtschaftliches und politisches Umfeld geerbt.

Vor der Abstimmung warnte Choi das Parlament davor, Han abzusetzen, da dies der südkoreanischen Wirtschaft schaden könnte.

Der südkoreanische Won fiel nach der Ankündigung des Amtsenthebungsverfahrens auf 1.475,4 Won pro Dollar und verlor damit 0,53 %.

Die Unsicherheit rund um die Führungskrise hat bei den Investoren Bedenken geweckt, und Analysten verfolgen die Verfahren des Verfassungsgerichts aufmerksam.

Das Gericht hat nun 180 Tage Zeit, um zu entscheiden, ob es das Amtsenthebungsverfahren gegen Yoon und Han aufrechterhält oder aufhebt. Dieses Urteil könnte die politische Landschaft Südkoreas neu gestalten.

Die Rolle des Verfassungsgerichts in der Krise

Als das Gericht zu seiner ersten Anhörung zum Amtsenthebungsverfahren gegen Yoon zusammentrat, stellten sich Fragen nach den umfassenderen Auswirkungen der Krise.

Hans Amtsenthebung war ein beispielloser Schritt, da die Abgeordneten darüber debattierten, ob eine einfache Mehrheit oder eine Zweidrittelmehrheit für die Absetzung eines amtierenden Präsidenten erforderlich ist.

Redner Woo Won-shik klärte auf, dass eine einfache Mehrheit ausreiche, um den Antrag durchzubringen.

Der laufende Prozess gegen Yoon und das Machtvakuum, das durch Hans Absetzung entstanden ist, haben Südkorea an eine politische Wegkreuzung gebracht.

Beobachter stellen fest, dass die Entscheidung des Verfassungsgerichts nicht nur das Schicksal der Führung des Landes bestimmen wird, sondern auch einen Präzedenzfall für die Bewältigung künftiger politischer Krisen schaffen wird.

Während Südkorea durch dieses turbulente Kapitel navigiert, stehen sowohl seine politische als auch seine wirtschaftliche Stabilität auf dem Spiel, und die nationalen und internationalen Interessengruppen beobachten genau nach Anzeichen für eine Lösung.