Wie werden die Aktien der Schwellenländer im Jahr 2025 abschneiden?

Wie werden die Aktien der Schwellenländer im Jahr 2025 abschneiden?
Vatsala Gaur
31. Dez. 2024, 09:59 AM
  • Die Schwellenmärkte erzielten solide Renditen, wobei Singapur um 17 % zulegte und Indien voraussichtlich um 9 % steigen wird.
  • JP Morgan nimmt angesichts globaler makroökonomischer Herausforderungen und geopolitischer Spannungen eine vorsichtige Haltung für das Jahr 2025 ein.
  • Zu den übergewichtigen Sektoren zählen Finanzdienstleistungen, IT und Versorger, während die Sektoren Rohstoffe und Immobilien Gegenwind ausgesetzt sind.

Schwellenmärkte (EM) erzielten 2024 bemerkenswerte Renditen, wobei die meisten Regionen das Jahr mit Gewinnen abschlossen.

Laut einem Reuters-Bericht wird der MSCI Emerging Markets Index das Jahr 5 % höher beenden.

An der Spitze lag Singapur mit einem jährlichen Anstieg von 17 %, der besten Leistung seit 2017, während die Aktien in Kuala Lumpur den stärksten Jahresanstieg seit 2010 verzeichneten.

Indien zeichnete sich im EM-Bereich als widerstandsfähiger Akteur aus, da es sowohl den nationalen als auch den globalen Herausforderungen standhielt.

Die indischen Aktienmärkte sind auf Kurs, das Jahr mit einem Plus von 9 % abzuschließen und damit das neunte Jahr in Folge mit positiven Jahresrenditen zu verzeichnen, was das anhaltende Interesse der Anleger unterstreicht.

Trotz des Aufwärtstrends hinken die Aktienmärkte der Schwellenländer bei den Gesamtrenditen den entwickelten Märkten hinterher.

Bis zum 30. November 2024 verzeichneten EM-Aktien, wie sie durch den MSCI EM IMI repräsentiert werden, eine Rendite von 7,38 % im laufenden Jahr (YTD), was hinter der Rendite von 21,10 % des MSCI World IMI zurückbleibt.

EM-Aktien 2025: Vorsicht aufgrund der Geopolitik

Im Jahr 2025 werden die Schwellenländer wahrscheinlich weiterhin von globalen makroökonomischen und geopolitischen Unsicherheiten betroffen sein.

JPMorgan ist bei den Aktien aus den Schwellenländern vorsichtig und erwartet nur bescheidene Gewinne aufgrund anhaltender Gegenwinde wie hoher Zinsen, eines starken US-Dollars und einer begrenzten Lockerung der Geldpolitik in den Schwellenländern.

Obwohl Zinssenkungen der Federal Reserve in der Vergangenheit die Aktienmärkte der Schwellenländer gestärkt haben, wies die Wertpapierhandelsfirma auf die Unsicherheit hinsichtlich der Fähigkeit der Fed hin, die Zinsen über die aktuellen Markterwartungen hinaus zu senken.

Darüber hinaus stellt die Stärke des US-Dollars eine erhebliche Herausforderung für die Aktienperformance der Schwellenländer dar und begrenzt das potenzielle Aufwärtspotenzial.

JPMorgan hat sein Engagement in China reduziert und verweist auf anhaltende Risiken wie Handelszölle, strukturelle Schwächen der Wirtschaft und zaghafte Konjunkturmaßnahmen.

Die Brokerage hat innerhalb der Schwellenländer eine Übergewichtung (OW) auf Indien und die VAE sowie auf den japanischen Bankensektor und wichtige US-Industriezweige festgelegt.

Darüber hinaus wurde Südafrika als günstige Gelegenheit hervorgehoben, es wurde empfohlen, die US-amerikanische Besonderheit mit einem OW auf Mexiko auszunutzen, durch Taiwan eine Wachstumsbeteiligung durch KI zu erlangen und die Verteidigungsfähigkeit des USD durch eine anhaltende OW-Haltung gegenüber den VAE zu stärken.

Thematische Investitionen als Leitfaden für EM-Strategien

Da sich die Streuung über Aktien, Sektoren und Länder verschärft, ist laut JPMorgan im Jahr 2025 ein thematischer und opportunistischer Ansatz für Investitionen in Schwellenländer erforderlich.

Anstatt sich auf traditionelle benchmarkbasierte Strategien zu konzentrieren, empfiehlt das Unternehmen, Themen zu priorisieren, die mit den sich entwickelnden Marktdynamiken und makroökonomischen Bedingungen übereinstimmen.

Zu den empfohlenen Themen für 2025 gehören:

Finanzen: Von diesen wird erwartet, dass sie von besseren Nettozinsspannen während flacherer Lockerungszyklen profitieren.

Informationstechnologie: Die fortschreitende Entwicklung von generativer und Edge-KI bietet überzeugende Wachstumschancen.

Versorgungsunternehmen: Die starke Preismacht dürfte die Leistung dieses Sektors stützen.

Andererseits werden Branchen wie Materialien, Konsumgüter und Immobilien vor Herausforderungen stehen.

Die nachlassende Nachfrage aus China und Europa in Verbindung mit den begrenzten Konjunkturmaßnahmen trüben die Aussichten für diese Regionen.

Rohstoff- und Kreditmärkte

Die Erkenntnisse von JPMorgan zu den Rohstoff- und Kreditmärkten für 2025 spiegeln eine differenzierte Sicht auf globale Trends wider:

Gold: Aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit gegenüber verschiedenen makroökonomischen Szenarien als langfristige Investition positioniert.

Öl: Die Brokerage empfiehlt eine Short-Position, da die Fundamentaldaten von Angebot und Nachfrage schwach sind und mit der Energiepolitik der USA übereinstimmen.

Kreditmärkte: Die Bilanzen der Unternehmen dürften dank umfangreicher Refinanzierungen und verlängerter Laufzeiten der Schulden robust bleiben.

JPMorgan wies darauf hin, dass höhere Ausfallquoten auf den Kreditmärkten unwahrscheinlich sind, sofern keine Rezession eintritt. Die primären Risikofaktoren bleiben die sektorbezogenen Exzesse.