Xi signalisiert 5 % Wirtschaftswachstum für 2024, weitere Anreize stehen bevor

Xi signalisiert 5 % Wirtschaftswachstum für 2024, weitere Anreize stehen bevor
Deepali Singh
31. Dez. 2024, 12:35 PM
  • Präsident Xi sagt, dass das chinesische BIP im Jahr 2024 voraussichtlich um etwa 5 % wachsen wird.
  • China signalisiert anhaltende wirtschaftliche Unterstützung und proaktive Politik für 2025.
  • China steht weiterhin vor Herausforderungen aufgrund der schwachen Binnennachfrage und der Unsicherheiten im Export.

Präsident Xi Jinping hat angekündigt, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chinas im gesamten Jahr 2024 voraussichtlich um etwa 5 % wachsen wird. Dies zeigt, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt auf Kurs ist, ihr offizielles Wachstumsziel zu erreichen.

Diese Offenlegung beendet ein Jahr voller wirtschaftlicher Unsicherheit und signalisiert eine Fortsetzung der politischen Unterstützung bis 2025.

Ein Jahr der Stabilität und des Fortschritts

„Chinas Wirtschaft war ‚insgesamt stabil und hat sich trotz der Stabilität weiterentwickelt‘“, sagte Xi am Dienstag bei einer Neujahrsveranstaltung, wie aus einer Rede hervorgeht, die von der offiziellen Nachrichtenagentur Xinhua veröffentlicht wurde.

Er wies darauf hin, dass die Risiken in den Schlüsselsektoren angegangen worden seien und Beschäftigung und Preise trotz eines Jahres unvorhersehbarer Wirtschaftsbedingungen relativ stabil geblieben seien.

Obwohl die genaue Wachstumszahl erst nächsten Monat bekannt gegeben wird, bestätigt Xi's Erklärung ein Jahr bedeutenden Fortschritts nach anfänglichen Zweifeln hinsichtlich des Wachstumsziels von 5 %.

Dieses Wachstum wurde durch eine Reihe von Konjunkturmaßnahmen unterstützt, die die politischen Entscheidungsträger seit Ende September eingeleitet haben. Ökonomen prognostizieren nun ein Wachstum von 4,8 % für das Jahr.

Politische Unterstützung soll auch 2025 fortgesetzt werden

Xi Jinpinges Neujahrsansprache an das höchste politische Beratungsgremium des Landes deutet darauf hin, dass die Unterstützung der Wirtschaft bis 2025 anhalten wird, wobei er erneut auf die Notwendigkeit proaktiverer makroökonomischer Politiken hinwies.

China wird voraussichtlich ein Wachstumsziel für 2025 festlegen, das ungefähr dem diesjährigen entspricht. Dies spiegelt die Bereitschaft der Führung wider, stärkere Konjunkturmaßnahmen zu ergreifen, um den potenziellen Auswirkungen der erhöhten US-Zölle entgegenzuwirken, die nach der Rückkehr des gewählten Präsidenten Donald Trump ins Weiße Haus im nächsten Monat zu erwarten sind.

Obwohl das offizielle BIP-Wachstumsziel im März bekannt gegeben wird, wird es in den jährlichen Legislaturperioden bekannt gegeben. Ein Bericht von Reuters weist außerdem auf ein Wachstumsziel von 5 % für das kommende Jahr hin.

Mit wirtschaftlichen Gegenwinden umgehen

Trotz der prognostizierten Wachstumszahlen wird die chinesische Wirtschaft weiterhin durch eine schwache Binnennachfrage und eine ungewisse Exportprognose belastet.

Die Deflation wird sich voraussichtlich bis ins nächste Jahr hinziehen und der Immobilienmarkt wird weiterhin stagnieren.

Obwohl die ersten Konjunkturmaßnahmen Pekings für das neue Jahr möglicherweise nicht ausreichen, um den Preisverfall zu stoppen, haben die Behörden ihre Bereitschaft signalisiert, die Unterstützung zu verstärken, falls das Wachstum nachlässt. Eine Maßnahme, die sich in diesem Jahr als erfolgreich erwiesen hat.

Geldentwertung am Horizont

Die nächsten Lockerungsschritte Chinas könnten von der Volksbank von China (PBOC) kommen, die voraussichtlich durch eine Senkung des Mindestreservevermögens (RRR) – der Menge an Bargeld, die Banken als Reserve halten müssen – für mehr Liquidität auf den Märkten sorgen wird. Dies ist eine Maßnahme, die sie bereits zuvor als Möglichkeit genannt hat.

Der Gouverneur der PBOC, Pan Gongsheng, gab im Oktober an, dass die Zentralbank das RRR bis Ende des Jahres um 25 bis 50 Basispunkte senken könnte, je nach Liquiditätslage.

Die höchsten chinesischen Führungskräfte versprachen jedoch bei einem wichtigen Wirtschaftsgipfel im Dezember, die RRR „zu einem angemessenen Zeitpunkt“ zu senken, ohne weitere Einzelheiten anzugeben.

Ausgewogenheit zwischen Politik und Stabilität

Die Entscheidung der PBOC, den RRR-Schnitt zu verschieben, spiegelt wahrscheinlich Bedenken hinsichtlich der Stabilisierung des Yuan wider.

Auffällige Lockerungsmaßnahmen wie eine Senkung des RRR könnten den Abwertungsdruck auf den Yuan erhöhen, indem sie ein weniger günstiges Zinsumfeld für Yuan-Vermögenswerte im Vergleich zu Dollar-Vermögenswerten schaffen und möglicherweise Kapitalabflüsse auslösen.

Der Yuan fiel im Dezember auf ein Einjahrestief und setzte die PBOC damit weiter unter Druck.

Laut Bruce Pang, einem angesehenen Senior Research Fellow am National Institute for Finance and Development, behält sich die PBOC Spielraum für die Bewältigung externer Unsicherheiten vor, insbesondere angesichts der bevorstehenden neuen US-Präsidentschaft.

Erwartung der Maßnahmen der PBOC

Trotz der aktuellen Liquidität auf dem Interbankenmarkt gehen Analysten, darunter Liu Yu von Huaxi Securities, davon aus, dass die PBOC vor dem chinesischen Neujahrsfest, das am 28. Januar beginnt, den RRR wahrscheinlich senken wird.

Im Laufe des nächsten Jahres wird die PBOC voraussichtlich durch eine weitere Senkung des RRR und den Kauf weiterer Staatsanleihen für langfristige Liquidität sorgen, alles in dem Versuch, die Konjunktur weiter anzukurbeln.