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Hohe Risiken, hohe Belohnungen: Die Ökonomie des illegalen Cannabisanbaus in Odischa, Indien

Hohe Risiken, hohe Belohnungen: Die Ökonomie des illegalen Cannabisanbaus in Odischa, Indien
Diya Poddar
02. Jan. 2025, 11:02 AM
  • Der Anbau von Cannabis bringt in fünf Monaten bis zu 500.000 Rupien (5.962 US-Dollar) ein, während der Anbau traditioneller Kulturen nur 30.000 Rupien (357 US-Dollar) einbringt.
  • Die Strafverfolgungsbehörden von Odisha beschlagnahmten in drei Jahren Cannabis im Wert von 200 Millionen US-Dollar.
  • Zu den Herausforderungen für die Behörden zählen das raue Gelände und Landminen in ehemaligen Rebellenhochburgen.

In den abgelegenen Hügellandschaften von Odisha, Indien, gedeiht der Anbau von Cannabis trotz gesetzlicher Verbote und zunehmender Durchsetzungsmaßnahmen, wie ein Bericht von Al Jazeera zeigt.

Angesichts der Herausforderungen der traditionellen Landwirtschaft haben sich die Bauern diesem hochprofitablen, aber illegalen Handel als Mittel zum wirtschaftlichen Überleben zugewandt.

Die Geographie und die sozioökonomischen Bedingungen des Staates schaffen eine einzigartige Kulisse für einen Handel, der den Lebensunterhalt sichert und gleichzeitig die Aufmerksamkeit der Strafverfolgungsbehörden auf sich zieht.

Trotz verstärkter Razzien und Überwachung hält der Anbau von Cannabis an, was die komplexe Wechselwirkung zwischen Gelegenheit, Risiko und Durchsetzung in einer der am stärksten unterentwickelten Regionen Indiens verdeutlicht.

Illegale Cannabis-Anbau: riskant, aber lukrativ

Obwohl der Anbau von Cannabis gemäß dem indischen Gesetz über Betäubungsmittel und psychotrope Substanzen von 1985 illegal ist, ist er für viele Bauern in Odisha zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden.

Traditionelle Kulturen wie Mais und Gemüse bringen ein jährliches Einkommen von durchschnittlich 30.000 Rupien (357 US-Dollar) ein, was kaum ausreicht, um Familien zu ernähren.

Im Gegensatz dazu kann der Anbau von Cannabis innerhalb von fünf bis sechs Monaten bis zu 500.000 Rupien (5.962 US-Dollar) einbringen.

Diese eklatante Einkommensungleichheit zwingt die Bauern dazu, Cannabis in abgelegenen, schwer zugänglichen Gebieten anzubauen, oft tief im Wald oder auf schroffen Berghängen.

Die Pflanzsaison beginnt im Juli und die Ernte reift innerhalb von fünf Monaten.

Trotz unvorhersehbarer Erträge aufgrund übermäßigen Regens und anderer Faktoren sind die Landwirte von der Rentabilität dieser Methode angetan, die die konventionelle Landwirtschaft bei weitem übertrifft.

Der Wert des Produkts vervielfacht sich entlang der Lieferkette weiter.

Händler kaufen Cannabis für etwa 1.000 Rupien (12 US-Dollar) pro Kilogramm, aber der Marktpreis in städtischen Zentren steigt auf 25.000 Rupien (298 US-Dollar) pro Kilogramm.

Dieser enorme Preisunterschied unterstreicht die lukrative Natur des Handels und die Herausforderungen, denen sich die Behörden bei der Eindämmung stellen müssen.

Behörden versuchen, illegalen Cannabisanbau einzudämmen

Die Strafverfolgungsbehörden von Odisha haben ihre Bemühungen zur Bekämpfung des illegalen Hanfanbaus verstärkt.

Zwischen 2021 und 2023 beschlagnahmten die Behörden 600 Tonnen Cannabis im Wert von etwa 200 Millionen Dollar und nahmen 8.500 Drogenhändler fest.

Außerdem zerstörten sie über 28.000 Hektar (70.000 Acres) Hanffelder, die größte Operation dieser Art in Indien.

Drohnen, Satellitenbilder und fortschrittliche Kartierungswerkzeuge sind heute Standard bei der Verfolgung von Plantagen, die in den Bergregionen des Staates versteckt sind.

Das Gelände ist jedoch nicht das einzige Hindernis. Viele für den Anbau genutzte Gebiete waren ehemalige Rebellenhochburgen, die mit Landminen übersät sind und für die Einsatzteams erhebliche Risiken darstellen.

Trotz dieser Bemühungen konnte die Polizei den Handel nicht ausrotten.

Die anhaltende Nachfrage nach Cannabis auf den indischen Stadtmärkten sorgt dafür, dass die Bauern bereit sind, die mit dem Anbau verbundenen Risiken einzugehen.

Obwohl die Behörden die Zahl der aktiven Plantagen von 12 auf 8 reduziert haben, ist der Handel aufgrund seiner Rentabilität weiterhin attraktiv.

Weitere Schritte zur Eindämmung des illegalen Cannabisanbaus

Um die sozioökonomischen Faktoren zu erkennen, die den Anbau von Cannabis vorantreiben, hat die Regierung von Odisha Maßnahmen eingeführt, um alternative Lebensgrundlagen zu schaffen.

Hirse, ein traditionelles Getreide, wird als nachhaltige Kulturpflanze gefördert.

Kostenlose Saatgutpakete und staatliche Beschaffungsprogramme sollen die Landwirte dazu ermutigen, auf den Anbau von Hirse umzusteigen.

Odisha hat sich zu einem führenden Produzenten von Hirse entwickelt, und viele Bauern, die aufgrund von Polizeirazzien wiederholt Verluste erlitten, haben den Wandel begrüßt.

Die Einkommensungleichheit bleibt jedoch eine Herausforderung. Während der Anbau von Hirse Stabilität und Legalität bietet, kann er nicht mit den Gewinnen aus dem Anbau von Cannabis mithalten.

Für einige Landwirte sind die finanziellen Vorteile die Risiken rechtlicher Konsequenzen wert, was die Notwendigkeit umfassenderer Interventionen unterstreicht, die sowohl die wirtschaftlichen als auch die Durchsetzungsaspekte berücksichtigen.