Sollte die RBI ihren Griff lockern? Ehemaliger stellvertretender Gouverneur plädiert für mehr Flexibilität der Rupie

Sollte die RBI ihren Griff lockern? Ehemaliger stellvertretender Gouverneur plädiert für mehr Flexibilität der Rupie
Deepali Singh
06. Jan. 2025, 10:47 AM
  • Ein ehemaliger RBI-Beamter fordert die Zentralbank auf, mehr Volatilität des Rupie zuzulassen.
  • Acharya argumentiert, dass eine gewisse Volatilität die private Absicherung fördert und die Last der RBI verringert.
  • Die Märkte warten auf Klarheit darüber, ob der neue Gouverneur der RBI die Rupie weiterhin fest im Griff halten wird.

Ein ehemaliger stellvertretender Gouverneur der Reserve Bank of India (RBI) hat seine Meinung geäußert, dass die Zentralbank ihre strenge Kontrolle über die Rupie lockern sollte. Diese Ansicht kommt inmitten der Unsicherheit auf, ob der neue Gouverneur die Politik seines Vorgängers beibehalten wird, die Schwankungen des Wechselkurses zu begrenzen.

Dieser Ruf nach größerer Volatilität der Rupie kommt zu einer Zeit, in der globale wirtschaftliche Veränderungen, insbesondere der Stärkung des Dollars, Druck auf die indische Währung ausüben.

„Töten Sie die Volatilität nicht, um übermäßige Volatilität zu managen“

„Um übermäßige Volatilität zu bewältigen, muss man die Volatilität nicht eliminieren“, sagte Viral Acharya, ehemaliger stellvertretender Gouverneur der RBI, in einem Interview mit Reuters und plädierte für einen flexibleren Ansatz.

Er argumentierte, dass die RBI „eine gewisse Volatilität zulassen müsse, da sie ein gewisses Maß an privater Absicherung aufrechterhalte, was wichtig sei, weil die Zentralbank nicht die gesamte Risikoübernahme übernehmen könne.“

Dies unterstreicht eine zentrale Debatte um die Intervention der Zentralbanken auf den Devisenmärkten: Ob die Stabilität aufrechterhalten oder den natürlichen Marktkräften eine Rolle überlassen werden soll.

Acharyas Kommentare kommen, während die Märkte auf Klarheit darüber warten, ob der neue Gouverneur der RBI, Sanjay Malhotra, die Praxis seines Vorgängers fortsetzen wird, auf dem Devisenmarkt entschieden einzugreifen.

Im vergangenen Jahr war die Rupie trotz einer Reihe von Rekordtiefs die stabilste Währung in Asien.

Diese Stabilität machte sie aufgrund ihrer hohen Rendite zu einer beliebten Carry-Trade-Währung.

In den letzten Wochen ist die Volatilität der Rupie jedoch gestiegen, und die Währung nähert sich der Marke von 86, da der Druck durch einen starken Dollar und ein wachsendes Handelsdefizit zunimmt.

Lernen aus früheren wirtschaftlichen Belastungen

Acharyas Amtszeit bei der RBI dauerte von Januar 2017 bis Juli 2019, eine Zeitspanne, die von steigenden US-Zinsen und eskalierenden Handelsspannungen zwischen den USA und China geprägt war.

In dieser Zeit traf die RBI die strategische Entscheidung, „dass wir die Rupie nicht um jeden Preis übermäßig verteidigen sollten“, erklärte er.

„Wir haben erkannt, dass es einer Abschreibung bedarf, die teilweise den makroökonomischen Druck absorbiert und im Wesentlichen einen Puffer für Schocks in der Wirtschaft schafft“, sagte Acharya, der derzeit an der Stern School of Business der New York University lehrt.

Er ist der Ansicht, dass ein gewisses Maß an Währungsschwankungen eine gesunde Reaktion auf den globalen wirtschaftlichen Druck darstellt.

Devisenreserven unter Druck

Die Devisenreserven der RBI, die im September einen Rekordstand von 705 Milliarden US-Dollar erreichten, sind seitdem auf ein Acht-Monats-Tief von 640,3 Milliarden US-Dollar am 27. Dezember gesunken.

Acharya warnt: „Egal, wie groß Ihre Reserven sind, wenn Sie in kurzer Zeit einen sehr großen Teil davon verlieren, ist das kein gutes Signal für den Markt.“ Er schlägt vor, dass ein maßvollerer Ansatz bei der Verwaltung der Landeswährung unerlässlich ist.