Warum Apples Gebot von 1 Milliarde US-Dollar die Entscheidung Indonesiens nicht beeinflussen konnte

Warum Apples Gebot von 1 Milliarde US-Dollar die Entscheidung Indonesiens nicht beeinflussen konnte
Deepali Singh
08. Jan. 2025, 13:23 PM
  • Indonesien behält sein Verkaufsverbot für das iPhone 16 bei und lehnt Apples Angebot von einer Milliarde Dollar ab.
  • Der Hauptgrund für das Verbot sind die Anforderungen an den inländische Inhalt von Smartphones.
  • Indonesien betrachtet eine AirTag-Fabrik als Zubehör und nicht als Erfüllung der lokalen Fertigungsstandards.

Indonesien hat sein Verkaufsverbot für das iPhone 16s von Apple Inc. aufrechterhalten und erklärt, dass der 1-Milliarden-Dollar-Investitionsplan des Technologiekonzerns, der den Bau einer AirTag-Fabrik umfasst, nicht ausreicht, um die Anforderungen des Landes an den inländischen Inhalt zu erfüllen.

Diese Entscheidung unterstreicht Indonesiens entschlossenes Bekenntnis zur lokalen Produktion und stellt eine erhebliche Herausforderung für Apple auf dem südostasiatischen Markt dar.

Inlandsinhalte-Regeln: Der Stolperstein für Apple

Der Industrieminister Agus Gumiwang Kartasasmita erklärte am Mittwoch, dass die nationalen Inhaltsregeln des Landes vorschreiben, dass Apple einen Teil seiner Smartphones oder deren Komponenten im Inland herstellen muss.

Er betonte, dass AirTags als Zubehör nicht unter diese Anforderungen fallen und das Verbot daher bestehen bleibt.

„Bis heute Nachmittag hatte die Regierung keine Grundlage für die Ausstellung der Zertifikate für den lokalen Inhalt“, die Apple benötigt, um sein Flaggschiff-Gerät in Indonesien verkaufen zu können, sagte er.

Verpasste Umsätze in einem wichtigen Wachstumsmarkt

Indonesien hatte den Verkauf des iPhone 16 im Oktober zunächst blockiert, um Apple zu einem höheren Investitionsengagement in der größten Volkswirtschaft Südostasiens zu bewegen.

Die anhaltenden Verzögerungen bei der Wiederaufnahme des Verkaufs entziehen Apple Einnahmen aus einem vielversprechenden Wachstumsmarkt mit rund 280 Millionen Verbrauchern, auf dem sie auch gegen Konkurrenten wie Samsung Electronics Co. antreten.

Laut Kartasasmita könnte Apple wegen seiner anhaltenden Nichteinhaltung der lokalen Investitionsvorschriften mit Sanktionen konfrontiert werden, obwohl er betonte, dass dies das letzte Mittel der Regierung wäre.

„Wir werden nach anderen Wegen oder Optionen suchen“, sagte er in einer Pressekonferenz und fügte hinzu, dass die Regierung Apple bereits einen Gegenvorschlag geschickt habe.

Eine plötzliche Wendung und widersprüchliche Aussagen

Die Entscheidung stellt eine unerwartete Wendung dar, da sie nur wenige Stunden nach der Aussage des Investitionsministers Rosan Roeslani vom Dienstag erfolgte, wonach Indonesien Apples Plan zur Errichtung einer AirTag-Anlage genehmigt habe.

Die Anforderungen an den inländischen Inhalt fallen jedoch in die Zuständigkeit des Wirtschaftsministers, was zu einem offensichtlichen Widerspruch in den Erklärungen der Regierung führt.

Apples geplante AirTag-Fabrik und laufende Verhandlungen

Laut Roeslani hatte Apple vorgeschlagen, bis Anfang 2026 eine Fabrik zu bauen und mit der Produktion von AirTags zu beginnen, einem Gerät, mit dem Benutzer ihr Gepäck, ihre Haustiere und andere Gegenstände verfolgen können.

Apple-Führungskräfte befinden sich derzeit in Jakarta, um mit der Regierung über ihren Investitionsvorschlag zu verhandeln.

Alternative Fertigungsansätze

Andere Telefonhersteller wie Samsung und Xiaomi Corp. haben erfolgreich Fabriken in Indonesien errichtet, um die 2017 eingeführten Vorschriften zum Inlandsgehalt einzuhalten.

Weitere Wege zur Steigerung des lokalen Inhalts sind die Beschaffung von Materialien, die Einstellung lokaler Mitarbeiter, die Entwicklung von Apps und die Investition in Entwicklerakademien im Land.

„Es gibt keine Frist für die Einhaltung“, sagte Kartasasmita.