HSBC prognostiziert 21-prozentigen Anstieg der Aktienkurse chinesischer Unternehmen in Hongkong im Jahr 2025

HSBC prognostiziert 21-prozentigen Anstieg der Aktienkurse chinesischer Unternehmen in Hongkong im Jahr 2025
Diya Poddar
09. Jan. 2025, 12:40 PM
  • HSBC prognostiziert für den Hang Seng China Enterprises Index für das Jahr 2025 einen Anstieg von 21 % auf 8.800 Punkte.
  • Der MSCI China Index liegt angesichts der globalen Unsicherheiten immer noch 19 % unter seinem Oktober-Höchststand.
  • Anleger erwarten von der März-Sitzung 2025 in Peking wichtige Wachstumsziele und Verbrauchspläne.

Der in Hongkong notierte chinesische Aktienmarkt ist bereit für eine Wende. HSBC prognostiziert für den Hang Seng China Enterprises Index (HSCEI) für 2025 einen Anstieg um 21 %.

HSBC-Strategen wie Herald van der Linde und Prerna Garg führen diesen Optimismus auf günstige politische Veränderungen in Festlandchina und auf die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage zurück.

Das Jahresendziel der Bank für den HSCEI liegt nun bei 8.800 Punkten, was eine deutliche Anhebung gegenüber der früheren Schätzung von 8.610 Punkten darstellt.

Diese überarbeitete Prognose spiegelt das wachsende Vertrauen der Anleger wider, da Peking entschlossene Schritte unternimmt, um seine Wirtschaft zu stabilisieren, deflationäre Risiken zu bekämpfen und den Konsum anzukurbeln.

Maßnahmen wie niedrigere Zinssätze und Initiativen zur Belebung des Immobilienmarktes haben eine entscheidende Rolle bei der Neugestaltung des Marktklimas gespielt.

Analysten sind der Ansicht, dass dies ein Umfeld schafft, das eine breitere wirtschaftliche Erholung begünstigt und die Interessen lokaler und globaler Investoren in der Region unterstützt.

Hongkong wurde aufgewertet, Indien abgewertet

Die Strategen von HSBC haben ihre regionalen Bewertungen angepasst und Hongkong auf „übergewichten“ hochgestuft, während sie Indien auf „neutral“ herabgestuft haben.

Diese Verschiebung unterstreicht die unterschiedlichen Aussichten für die beiden Volkswirtschaften.

Hongkong gilt als Nutznießer der Stabilisierungsbemühungen Pekings, während Indien mit Herausforderungen wie einem schwächeren Inlandswachstum und überhöhten Bewertungen konfrontiert ist, die die Renditen im kommenden Jahr beeinträchtigen könnten.

Trotz ihres jüngsten Einbruchs – der MSCI China Index ist seit seinem Oktober-Höchststand um 19 % gefallen – wird erwartet, dass die chinesischen Aktien an Fahrt gewinnen.

Die Investoren beobachten nun genau die Sitzung des Nationalen Volkskongresses im März, um die Wachstumsziele und weitere politische Ankündigungen zu erfahren.

Ein besser als erwarteter Fahrplan aus Peking könnte zu einem erneuten Interesse an an der Börse in Hongkong notierten Aktien führen, sagen Analysten.

Umgekehrt hat die Rallye des indischen Nifty 50-Index aufgrund schwächerer Unternehmensgewinne und geringerer ausländischer Zuflüsse nachgelassen.

Die indische Regierung hat ihre Wachstumsprognose kürzlich nach unten revidiert und auf ein seit der Pandemie nicht mehr gesehenes Niveau gesenkt, was HSBCs vorsichtige Haltung weiter verstärkt.

Divergierende Marktsichten

Der Optimismus der HSBC hinsichtlich der an der Börse in Hongkong notierten chinesischen Aktien steht im Gegensatz zu den pessimistischen Prognosen von Konkurrenten wie Goldman Sachs und Morgan Stanley.

Goldman Sachs stufte Hongkong im November auf „Underweight“ ab und verwies auf anhaltende Schwächen in den Immobilien- und Einzelhandelssektoren.

Morgan Stanley ist ebenfalls besorgt über deflationäre Tendenzen und geopolitische Spannungen, die das Wachstum der chinesischen Aktien bremsen könnten.

HSBC stufte neben den Aktien von Hongkong auch die südkoreanischen Aktien auf „Neutral“ hoch und nannte den jüngsten Marktabverkauf als attraktiven Einstiegspunkt.

Trotz der anhaltenden politischen Veränderungen glaubt die Bank, dass diese Entwicklungen die Unternehmensgewinne kaum beeinträchtigen werden.

Während die politischen Initiativen in China immer konkretere Formen annehmen, spiegelt die Debatte unter globalen Investmentfirmen eine breitere Unsicherheit über das Tempo und die Nachhaltigkeit der wirtschaftlichen Erholung des Landes wider.

Während die HSBC die 20 Billionen US-Dollar an Bargeldersparnissen der Haushalte als stabilisierende Kraft hervorhebt, bleiben Skeptiker misstrauisch gegenüber potenziellen deflationären Spiralen, die an die Situation in Japan in den 1990er Jahren erinnern.

Die Haltung der HSBC signalisiert jedoch ihr Vertrauen in die Fähigkeit Pekings, diese wirtschaftlichen Gegenwinde effektiv zu meistern, was Hongkong möglicherweise einen strategischen Vorteil verschaffen könnte.