US-Untersuchung enthüllt unfaire Methoden Chinas zur Beherrschung des weltweiten Schiffbaus, potenzielle Strafen drohen: Bericht

US-Untersuchung enthüllt unfaire Methoden Chinas zur Beherrschung des weltweiten Schiffbaus, potenzielle Strafen drohen: Bericht
Diya Poddar
13. Jan. 2025, 11:21 AM
  • China kontrolliert über 50 % des 150 Milliarden Dollar schweren weltweiten Schiffbaumarktes, im Jahr 2000 waren es noch 5 %.
  • Die Zahl der US-Schiffswerften ist auf nur noch 20 in Betrieb befindliche Werften gesunken, gegenüber über 300 in den 1980er Jahren.
  • Die Untersuchung des USTR könnte zu Zöllen oder Gebühren auf in China gebaute Schiffe führen.

Die wachsende Präsenz Chinas in der globalen Schiffbauindustrie war Gegenstand einer aktuellen Handelsuntersuchung des US-Handelsvertreters (USTR), die im April 2024 auf Antrag amerikanischer Gewerkschaften gemäß Abschnitt 301 des Handelsgesetzes von 1974 eingeleitet wurde.

Laut einem Reuters-Bericht hebt die Untersuchung Praktiken wie finanzielle Unterstützung, erzwungene Technologietransfers und die Verwaltung der Arbeitskosten als Faktoren hervor, die zur Expansion Chinas in diesem Sektor beitragen.

Der Bericht, der voraussichtlich bald veröffentlicht wird, legt nahe, dass Chinas Anteil am 150 Milliarden US-Dollar schweren weltweiten Schiffbaumarkt deutlich gestiegen ist und 2023 von etwa 5 % im Jahr 2000 auf über 50 % gestiegen ist, unterstützt durch staatliche Politik und Subventionen.

Traditionelle Schiffsbaunationen wie die USA, Südkorea und Japan stehen unterdessen vor immer größeren Herausforderungen.

Chinas Aufstieg in der globalen Schiffbauindustrie

Die chinesische Schiffbauindustrie war im Jahr 2000 nahezu unbedeutend und hielt nur einen winzigen Anteil von 5 % am Weltmarkt.

Bis 2023 war der Marktanteil jedoch auf über 50 % gestiegen und übertraf damit die Anteile Südkoreas und Japans bei Weitem.

Dieses Wachstum ist nicht nur auf Marktkräfte zurückzuführen. Laut den Ergebnissen der US-Untersuchung haben staatliche Subventionen und strategische Maßnahmen eine entscheidende Rolle gespielt.

Dank staatlicher Finanzierung konnten chinesische Unternehmen die internationale Konkurrenz unterbieten und ihre Werften zu Zentren der Produktion von Handelsschiffen und Kriegsschiffen machen.

Die finanzielle Unterstützung der chinesischen Regierung für ihre Schiffbauer soll den Markt destabilisiert haben und andere Nationen gezwungen haben, sich anzupassen oder ihren Fuß in der Branche zu verlieren.

Auch Chinas Arbeitspolitik steht unter Beobachtung. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, wie künstlich gedrückte Löhne die Produktionskosten niedrig gehalten und Chinas Wettbewerbsfähigkeit weiter gesteigert haben, berichtete Reuters unter Berufung auf Quellen.

Diese Praktiken, kombiniert mit Vorwürfen des Diebstahls geistigen Eigentums und erzwungener Technologieübertragungen, zeichnen ein Bild einer Schiffbauindustrie, die stark zugunsten Pekings ausfällt.

Die Reaktion der USA und die globalen Auswirkungen

Die Vereinigten Staaten haben ihre Bedenken lautstark geäußert.

Nach einer Untersuchung des USTR im Rahmen des Abschnitts 301 des Handelsgesetzes von 1974 erwägt Washington Maßnahmen zur Gegenwehr gegen Chinas Einfluss, wie etwa die Einführung von Zöllen oder Hafengebühren für in China gebaute Schiffe.

Dies geschieht im Rahmen einer umfassenderen Strategie zur Belebung der schrumpfenden US-Schiffbauindustrie, die heute nur noch 20 Werften betreibt, verglichen mit über 300 in den 1980er Jahren.

Die Ergebnisse der Untersuchung bieten die Möglichkeit für eine parteiübergreifende Zusammenarbeit.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, Chinas Dominanz einzudämmen und systemische Schwächen im amerikanischen Schiffbau zu beheben.

Experten warnen jedoch davor, dass der Wiederaufbau dieses Sektors Jahrzehnte an anhaltenden Investitionen erfordern wird, die möglicherweise mehrere zehn Milliarden Dollar betragen.

Chinas Politik wirft auch Fragen zur Widerstandsfähigkeit globaler Lieferketten auf.

Durch die Monopolisierung wichtiger Branchen wie der Seelogistik und des Schiffbaus übt Peking einen erheblichen Einfluss auf internationale Handelswege aus.

Dies hat die Besorgnis in Washington und den alliierten Nationen erhöht und zu Forderungen nach Diversifizierung und strategischen Partnerschaften geführt.

Ausgewogenheit in der Schiffbauindustrie?

Die Wiederherstellung des Gleichgewichts in der Schiffbauindustrie ist eine Herkulesaufgabe. Zölle und Handelshemmnisse können zwar vorübergehend Erleichterung bringen, werden aber die zugrunde liegenden strukturellen Probleme kaum lösen.

Analysten sind der Meinung, dass Investitionen in Innovation, Personalentwicklung und internationale Partnerschaften von entscheidender Bedeutung sein werden.

Die Einsätze sind hoch. Für die USA und ihre Verbündeten ist die Aufrechterhaltung einer robusten Schiffbaukapazität nicht nur ein wirtschaftliches Gebot, sondern eine strategische Notwendigkeit.

Da der Welthandel immer stärker vernetzt wird, wird die Fähigkeit, sowohl zivile als auch militärische Schiffe herzustellen, für die nationale Sicherheit von entscheidender Bedeutung sein.