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Warum ermittelt Frankreich gegen Binance? Das ist, was wir wissen

Warum ermittelt Frankreich gegen Binance? Das ist, was wir wissen
Vatsala Gaur
28. Jan. 2025, 21:58 PM
  • Französische Ermittler untersuchen den mutmaßlichen Geldwäschefall von Binance im Zusammenhang mit Drogenhandel und Steuerbetrug.
  • Binance bestreitet die Vorwürfe und verweist auf verbesserte Compliance-Maßnahmen und Anti-Geldwäsche-Protokolle.
  • Weltweite Klagen und Ermittlungen gegen Binance dauern an und unterstreichen die breiteren Bedenken hinsichtlich der Regulierung von Kryptowährungen.

Die französischen Behörden haben ihre Überprüfung von Binance, der weltweit größten Cryptocurrency exchange, verschärft, indem sie eine gerichtliche Untersuchung wegen Vorwürfen des Geldwäschens, Steuerbetrugs und anderer Finanzverbrechen eingeleitet haben, berichtete Reuters.

Die Ermittlungen, die am Dienstag von der Abteilung für Wirtschafts- und Finanzkriminalität der Pariser Staatsanwaltschaft (JUNALCO) bekannt gegeben wurden, erstrecken sich auf den Zeitraum von 2019 bis 2024 und umfassen mutmaßliche Straftaten, die in Frankreich und in der gesamten Europäischen Union begangen wurden.

Laut JUNALCO geht es bei den Ermittlungen um Geldwäsche im Zusammenhang mit Drogenhandel.

Binance hat die Vorwürfe bestritten. Ein Sprecher erklärte: „Binance weist die Vorwürfe entschieden zurück und wird sich energisch gegen alle gegen das Unternehmen erhobenen Anklagen wehren.“ Er bezeichnete die Anschuldigungen als „mehrere Jahre alt“.

Benutzerbeschwerden führen zu Ermittlungen gegen Binance

Die französische Untersuchung folgt auf Beschwerden von Binance-Nutzern, die behaupten, aufgrund von Fehlinformationen und nicht lizenzierten Handelsaktivitäten der Plattform Geld verloren zu haben.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, Binance habe ohne die erforderlichen behördlichen Genehmigungen gehandelt, was die Liste der rechtlichen Herausforderungen ergänzt, denen die Crypto exchange weltweit gegenübersteht.

Im Juni 2023 leitete die Pariser Staatsanwaltschaft eine Voruntersuchung gegen Binance wegen illegaler Kundenwerbung und „verschärften Geldwäschens“ ein.

Der Gründer von Binance, Changpeng Zhao, wies die Nachricht damals als „FUD“ (Fear, Uncertainty and Doubt, Angst, Unsicherheit und Zweifel) zurück, ein in Krypto-Kreisen gebräuchlicher Begriff, um negative Nachrichten zu untergraben.

Binance steht unter globaler Aufsicht

Die französische Untersuchung ist nur eine von vielen rechtlichen und regulatorischen Herausforderungen, denen sich Binance gegenübersieht.

Im Jahr 2022 wurde der Gründer und ehemalige CEO des Unternehmens, Changpeng Zhao, zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, nachdem er sich schuldig bekannt hatte, gegen die US-amerikanischen Geldwäschegesetze verstoßen zu haben.

Im Zusammenhang mit dem Fall stimmte Binance zu, eine Rekordstrafe von 4,3 Milliarden US-Dollar zu zahlen.

US-Staatsanwälte beschuldigten Binance, ein „Wild-West“-Modell zu betreiben, das kriminelle Aktivitäten ermöglicht und über 100.000 verdächtige Transaktionen im Zusammenhang mit Terrorgruppen nicht gemeldet hat.

Darüber hinaus erlaubte der Oberste Gerichtshof der USA in diesem Monat die Fortsetzung einer weiteren Klage gegen Binance, die den Verkauf nicht registrierter Token zum Gegenstand hat, deren Wert erheblich gesunken ist.

Binance wird auch in Australien untersucht, wo die Regulierungsbehörden behaupten, die Plattform habe Privatkunden als Großkunden eingestuft und ihnen so den rechtlichen Schutz entzogen.

Die Regulierungsbehörden haben seit langem auf die potenzielle Rolle von Kryptowährungen bei der Begehung von Finanzverbrechen hingewiesen.

Die Financial Action Task Force (FATF), eine globale Kontrollinstanz gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, hat gewarnt, dass Krypto-Assets zu einem „Schutzraum“ für illegale Finanztransaktionen werden könnten.

Die Kryptowährungsindustrie erlitt 2022 einen schweren Schlag, als mehrere namhafte Unternehmen aufgrund von Betrug und Fehlverhalten zusammenbrachen und den Anlegern erhebliche Verluste zufügten.

Trotz dieser Rückschläge haben sich die Kryptopreise in den letzten Monaten erholt, was teilweise auf die pro-krypto-freundliche Haltung von Präsident Donald Trump zurückzuführen ist.

Angesichts der wachsenden weltweiten Kritik an Binance unterstreicht die französische Untersuchung die dringende Notwendigkeit einer strengeren Regulierung des Kryptowährungssektors, der weiterhin ein Brennpunkt für Innovation und Kontroversen ist.