Microsoft und OpenAI untersuchen mutmaßlichen Datenverstoß durch Gruppe, die mit Chinas DeepSeek in Verbindung steht: Bericht

Microsoft und OpenAI untersuchen mutmaßlichen Datenverstoß durch Gruppe, die mit Chinas DeepSeek in Verbindung steht: Bericht
Diya Poddar
29. Jan. 2025, 08:42 AM
  • DeepSeek soll Daten aus der API von OpenAI extrahiert haben, was Sicherheitsbedenken aufwirft.
  • Microsoft entdeckte die Aktivität erstmals im Herbst und alarmierte OpenAI.
  • Der KI-Assistent von DeepSeek hat ChatGPT im US-App Store von Apple kürzlich überholt.

Der Bereich künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend zu einem Schlachtfeld für geistiges Eigentum. OpenAI und Microsoft untersuchen derzeit mögliche unbefugte Zugriffe auf die Technologie von OpenAI.

Die von Bloomberg berichtete Untersuchung konzentriert sich darauf, ob Daten aus der Anwendungsprogrammierschnittstelle (API) von OpenAI von einer Gruppe extrahiert wurden, die mit dem chinesischen Startup DeepSeek in Verbindung steht.

Die API ist ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells von OpenAI und bietet Softwareentwicklern und Unternehmen bezahlten Zugriff auf seine KI-Modelle.

Microsoft, der größte Investor von OpenAI, entdeckte die unregelmäßige Aktivität laut dem Bericht erstmals im Herbst und alarmierte OpenAI.

Die Situation unterstreicht die wachsenden Sicherheitsrisiken bei der Entwicklung von KI und wirft die Frage auf, wie die USA angesichts der zunehmenden globalen Konkurrenz ihre technologische Führungsrolle wahren können.

Der Aufstieg von DeepSeek zu einem starken Konkurrenten im Bereich KI, insbesondere nachdem sein kostenloser KI-Assistent ChatGPT in den App-Store-Rankings von Apple in den USA überholt hat, hat bereits zu Störungen auf dem Markt geführt.

Die Vorwürfe des unbefugten Datenverbrauchs haben nun die Bedenken hinsichtlich des Schutzes des geistigen Eigentums und der weiteren Auswirkungen auf die Regulierung und den Wettbewerb von KI verstärkt.

Zunehmende Konkurrenz, Risiken für die Datensicherheit und Spannungen zwischen den USA und China

Der Aufstieg chinesischer KI-Startups wie DeepSeek hat die Kontrolle über die Sicherheit der Technologie verschärft, insbesondere da sich US-Gesetzgeber und Regulierungsbehörden auf die Beschränkung von KI-bezogenen Exporten nach China konzentrieren.

DeepSeek hat sich als kostengünstige Alternative zu großen US-amerikanischen KI-Unternehmen positioniert, was sein schnelles Wachstum und den angeblichen Zugriff auf Daten für die US-amerikanischen Branchenführer noch besorgniserregender macht.

Die Entdeckung groß angelegter Datenexfiltrationen durch Microsoft deutet auf einen möglichen Versuch hin, sich einen unfairen Vorteil bei der Entwicklung von KI zu verschaffen.

Wenn sich dies bewahrheitet, könnte dies die ohnehin schon angespannten Beziehungen zwischen den USA und China aufgrund von Handelsbeschränkungen im Zusammenhang mit KI weiter belasten.

David Sacks, Leiter der KI- und Kryptopolitik des Weißen Hauses, deutete in einem Interview mit Fox News an, dass DeepSeek möglicherweise an einer illegalen Wissensübertragung beteiligt war, und schlug vor, dass in den USA entwickelte KI-Modelle gefährdet sein könnten.

Die USA haben Maßnahmen ergriffen, um Chinas Zugang zu fortschrittlichen KI-Chips und -Technologien einzuschränken, doch die Fähigkeit chinesischer Unternehmen, über APIs wertvolle KI-Daten zu extrahieren, stellt eine neue Herausforderung dar.

Als Reaktion auf Sacks' Kommentare ging OpenAI nicht direkt auf die konkrete Erwähnung von DeepSeek ein.

Das Unternehmen wies jedoch auf anhaltende Bedenken hinsichtlich der Bemühungen von Unternehmen hin, darunter auch solche mit Sitz in der Volksrepublik China, die Modelle führender US-amerikanischer KI-Firmen nachzuahmen.

Ein Sprecher von OpenAI betonte die proaktiven Maßnahmen der Organisation zum Schutz des geistigen Eigentums, darunter ein gründlicher Prozess zur Bestimmung, welche erweiterten Funktionen in veröffentlichten Modellen enthalten sind.

Auswirkungen des KI-Marktes und regulatorische Kontrolle

Die laufenden Ermittlungen haben bereits unmittelbare Auswirkungen auf den Markt. Der rasante Aufstieg von DeepSeek hat zu Volatilität bei Technologieaktien beigetragen, da die Anleger sich vor den wettbewerbsmäßigen und sicherheitstechnischen Auswirkungen fürchten.

Wenn OpenAI und Microsoft den unbefugten Datenzugriff bestätigen, könnte der Fall zu weiteren regulatorischen Eingriffen sowohl der US- als auch der chinesischen Behörden führen.

Die breitere KI-Branche steht unter zunehmendem Druck hinsichtlich Datensicherheit, geistigen Eigentumsrechten und geopolitischen Risiken.

Da die US-Regierung darauf bedacht ist, ihre Führungsposition bei der KI zu behaupten, werden Unternehmen wie OpenAI und Microsoft wahrscheinlich enger mit den Regulierungsbehörden zusammenarbeiten, um sensible Technologien zu schützen.