71 % der institutionellen Händler planen, 2025 auf Krypto zu verzichten: JPMorgan-Umfrage
- Nur 16 % planen, in diesem Jahr mit Kryptowährungen zu handeln, während 13 % bereits involviert sind, was beide leicht höher ist als im Jahr 2024.
- 41 % der Befragten nennen die Marktvolatilität als ihr größtes Sorgenkind, gegenüber 28 % im Vorjahr.
- 100 % der institutionellen Händler planen, den elektronischen Handel auszuweiten, doch die Akzeptanz von Kryptowährungen bleibt begrenzt.
Das Interesse der Institutionen an Kryptowährungen scheint zu schwinden. Eine Umfrage von JPMorgan ergab, dass 71 % der institutionellen Händler keine Pläne haben, 2025 mit digitalen Vermögenswerten zu handeln.
Obwohl dies eine leichte Verbesserung gegenüber den 78 % des letzten Jahres darstellt, wirft die anhaltende Zurückhaltung die Frage auf, ob Krypto in institutionellen Portfolios an Dynamik verliert.
Quelle: JP Morgan
Gleichzeitig erwartet der breitere Markt mehr Klarheit bei den Vorschriften für digitale Vermögenswerte, um die breite Akzeptanz voranzutreiben.
Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hat ihre Krypto-Vollzugsabteilung kürzlich verkleinert, und politische Persönlichkeiten, darunter Präsident Donald Trump, haben Richtlinien eingeführt, die auf eine größere institutionelle Akzeptanz von Krypto hinweisen.
Makroökonomische Bedenken wie Inflation, Zölle und geopolitische Instabilität bleiben für Händler die obersten Prioritäten und können die wahrgenommenen Chancen bei digitalen Vermögenswerten möglicherweise überschatten.
Diese wachsende Kluft zwischen regulatorischer Unterstützung und institutioneller Zurückhaltung könnte in den kommenden Jahren die Art und Weise verändern, wie Krypto in die traditionellen Finanzmärkte integriert wird.
Traditionelle Vermögenswerte haben Vorrang
Obwohl sich die Märkte für digitale Vermögenswerte erheblich entwickelt haben, geben institutionelle Akteure traditionellen Anlagestrategien weiterhin den Vorzug vor Krypto-Handel.
Laut einer Umfrage von JPMorgan unter 4.200 institutionellen Händlern aus 60 Ländern weltweit planten nur 16 % im Jahr 2025 mit dem Handel mit Kryptowährungen, während 13 % bereits daran beteiligt waren – beide Zahlen sind leicht höher als im Vorjahr.
Trotz dieser marginalen Fortschritte bleibt die überwältigende Mehrheit destabilisiert.
Ein wichtiger Faktor, der diesen Trend beeinflusst, ist die wahrgenommene Unvorhersehbarkeit der Krypto-Märkte im Vergleich zu anderen Anlageklassen.
41 % der Befragten nannten die Marktvolatilität als größte Herausforderung beim Handel, gegenüber 28 % im Jahr 2024.
Diese Sorge wurde wahrscheinlich durch die Turbulenzen im Kryptosektor im letzten Jahr verstärkt, darunter hochkarätige Insolvenzen, regulatorische Geldstrafen und Börsenzusammenbrüche.
Auch wenn die US-Regierung eine positivere Haltung gegenüber Kryptowährungen an den Tag legt, bleiben große Institutionen vorsichtig.
Die Entscheidung der SEC, ihre Krypto-Vollzugsabteilung zu verkleinern, gepaart mit den Erwartungen auf einen Vorstoß zur Integration stabiler Münzen in das Finanzsystem, signalisiert eine offizielle Verschiebung hin zu einer stärkeren Unterstützung der Branche.
Der jüngste Erlass von Donald Trump zur Einrichtung eines Staatsfonds – der auch Bitcoin-Bestände umfassen könnte – deutet darauf hin, dass die politischen Entscheidungsträger die USA in Stellung bringen, um auf den Märkten für digitale Vermögenswerte wettbewerbsfähiger zu werden.
Diese regulatorischen Veränderungen haben sich jedoch noch nicht in einer weit verbreiteten institutionellen Akzeptanz niedergeschlagen.
Stattdessen konzentrieren sich viele Händler weiterhin auf makroökonomische Risiken wie Inflation, Zölle und geopolitische Instabilität. 51 % nennen diese als ihre Hauptbedenken für das Jahr 2025.
Der digitale Handel wächst, aber Krypto hinkt hinterher
Obwohl die Umfrage eine Zurückhaltung gegenüber Krypto-Handel aufzeigt, unterstreicht sie auch einen breiteren Trend hin zu einem zunehmenden digitalen und algorithmischen Handel.
JPMorgan hat herausgefunden, dass 100 % der institutionellen Händler planen, ihre Nutzung elektronischer Trading platforms auszuweiten, insbesondere für weniger liquide Vermögenswerte.
Diese Verschiebung deutet darauf hin, dass die Institutionen zwar die Technologie nutzen, um die Handelseffizienz zu optimieren, aber dennoch zögern, was die langfristige Lebensfähigkeit von Kryptowährungen angeht.
Ein möglicher Grund für diese Diskrepanz ist die anhaltende regulatorische Unsicherheit in Bezug auf digitale Vermögenswerte in wichtigen Finanzzentren.
Obwohl die US-Politik in letzter Zeit Schritte unternommen hat, um Kryptowährungen in die traditionellen Märkte zu integrieren, sind die Europäische Union und Asien in Bezug auf ihre Aufsichts- und Steueransätze noch immer uneins.
Diese Inkonsistenz hat institutionelle Händler unsicher über die langfristigen Risiken von Krypto-Investitionen gemacht.
Bedenken hinsichtlich der Liquidität und des Gegenparteirisikos belasten weiterhin die Entscheidungsfindung der Institutionen.
Viele Händler betrachten digitale Vermögenswerte immer noch als Spekulationsmarkt, der von Privatanlegern dominiert wird und über keine ausreichenden Schutzmaßnahmen verfügt, um die Stabilität in Zeiten von Marktturbulenzen zu gewährleisten.
Trotz dieser Vorbehalte könnte sich die Landschaft ändern, wenn institutionelle Verwahrlösungen, verbesserte Risikomanagementrahmen und staatlich unterstützte digitale Währungen auf den Markt kommen.
Der jüngste Vorstoß des US-Finanzministeriums zur Legalisierung von Stablecoins könnte eine größere institutionelle Beteiligung fördern, indem er eine Brücke zwischen der traditionellen Finanzwelt und dem Krypto-Ökosystem schafft.
Werden Institutionen 2025 Krypto annehmen?
Die Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass die institutionelle Akzeptanz von Krypto zwar langsam, aber nicht stagniert.
Während ein kleiner Prozentsatz der Händler aktiv mit digitalen Vermögenswerten handelt, bleiben die meisten aufgrund von Bedenken hinsichtlich Volatilität, Liquidität und regulatorischer Klarheit vorsichtig.
Allerdings könnten sich die Einstellungen der Institutionen durch anhaltende politische Veränderungen, Fortschritte bei der Integration von Stablecoins und die Entwicklung der Handelsinfrastruktur allmählich ändern.
Wenn einige große Finanzinstitute beginnen, digitale Vermögenswerte strategischer in ihre Portfolios aufzunehmen, könnten andere ihnen folgen.
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