Bank of England wird voraussichtlich Zinssatz senken, da das Wirtschaftswachstum in Großbritannien nachlässt
- Am Donnerstag wird die Bank of England voraussichtlich die Zinssätze auf 4,5 % senken.
- Die Wachstumsprognosen für 2025 könnten von 1,5 % auf etwa 1 % herabgesetzt werden.
- Rachel Reeves könnte mit Haushaltskürzungen konfrontiert werden, wenn die fiskalischen Ziele gefährdet sind.
Es wird allgemein erwartet, dass die Bank of England am Donnerstag die Zinssätze senkt und damit ihren ersten Zinssenkungsschritt seit Juni 2023 vollzieht, da die politischen Entscheidungsträger auf die sich verschlechternden Wirtschaftsbedingungen reagieren.
Es wird erwartet, dass das aus neun Mitgliedern bestehende Ausschuss für Geldpolitik die Zinsen um einen Viertelpunkt auf 4,5 % senken wird, wodurch die Kreditkosten auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahr sinken.
Zusammen mit seiner Entscheidung wird die Zentralbank ihre vierteljährliche Wirtschaftsprognose veröffentlichen, in der ihre Wachstumsprognose für 2025 voraussichtlich von 1,5 % auf etwa 1 % herabgesetzt wird.
Die Revision würde die langsame wirtschaftliche Erholung unterstreichen und neue Herausforderungen für Finanzministerin Rachel Reeves darstellen, deren Haushaltspläne auf der Aufrechterhaltung einer strengen Haushaltsdisziplin beruhen.
Weak BOE forecast would increase scrutiny on OBR
Ökonomen warnen, dass eine Abwärtskorrektur der Wachstumserwartungen die Finanzplanung der Regierung erschweren könnte.
James Smith, Ökonom bei ING, sagte, eine schwächere Prognose der Bank of England würde die Aufsicht über das Office for Budget Responsibility verschärfen, das die Haushaltspolitik der Regierung überwacht.
Die jüngste Wachstumsprognose des OBR wurde Reeves Anfang dieser Woche vorgelegt und wird eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung spielen, ob sie ihre selbst auferlegten fiskalischen Ziele erreichen kann.
Zum Zeitpunkt des Haushaltsentwurfs im Oktober prognostizierte das OBR ein Wachstum von 2 % für das Jahr 2025. Diese Zahl erschien selbst damals optimistisch und ist seitdem immer unrealistischer geworden.
Sollten die aktualisierten Prognosen zeigen, dass die Kanzlerin auf dem Weg ist, ihre Haushaltsregeln zu brechen, wird sie voraussichtlich bei ihrer Rede vor dem Parlament am 26. März Kürzungen ihrer Ausgabenpläne ankündigen.
Reeves unter Druck angesichts der Marktvolatilität
Obwohl die sinkenden Kreditkosten eine gewisse Erleichterung gebracht haben, setzt die Marktvolatilität das Finanzministerium weiterhin unter Druck.
Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen fiel am Mittwoch auf 4,42 Prozent, den niedrigsten Stand seit Mitte Dezember. Dies ist ein Zeichen für die Erwartung niedrigerer Zinsen in der Zukunft.
Niedrigere Anleiherenditen senken die Schuldendienstkosten der Regierung und geben Reeves möglicherweise mehr Flexibilität bei ihren Finanzplänen.
Das Finanzministerium bleibt jedoch vorsichtig.
Der Finanzsekretär Darren Jones betonte, dass Reeves' Haushaltsregeln nicht verhandelbar seien, und deutete an, dass eine Verschlechterung der Wirtschaftsaussichten zu Ausgabenkürzungen statt zu zusätzlichen Krediten führen könnte.
Weitere Zinssenkungen werden erwartet, aber der Zeitpunkt bleibt ungewiss.
Der Zinssatzsenkung vom Donnerstag wird voraussichtlich die erste von mehreren im Jahr 2025 sein.
Simon French, Chefökonom der Investmentbank Panmure Liberum, prognostiziert für dieses Jahr bis zu sechs Zinssenkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte.
Er glaubt jedoch, dass die Bank of England aufgrund der politischen Unsicherheiten vorsichtig vorgehen und aggressivere Zinssenkungen bis zum Spätsommer hinauszögern wird.
French sagte, dass eine Beschleunigung der Zinssenkungen in Großbritannien in naher Zukunft unwahrscheinlich sei und die Bank wahrscheinlich bis Ende Sommer warten werde, bevor sie den Prozess beschleunigt.
Die Bank hat auch angekündigt, die Auswirkungen von Reeves' Haushaltsplan genau zu überwachen. Einige Analysten warnen, dass Maßnahmen wie die Anhebung des Mindestlohns die Inflation in die Höhe treiben könnten.
Wenn die Preisdruck weiter anhält, werden die politischen Entscheidungsträger zögern, die Zinsen zu schnell zu senken.
Will lower interest rates revive the economy?
Um die Inflation zu bekämpfen, hat die Bank of England die Zinsen aggressiv von einem historischen Tiefstand von 0,1 % im Jahr 2021 auf 5 % im Jahr 2023 angehoben.
Da das Wirtschaftswachstum in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 ins Stocken geriet, wenden sich die politischen Entscheidungsträger nun der Geldentwertung zu, in der Hoffnung, die Aktivität anzukurbeln.
Niedrigere Zinsen könnten die Kreditkosten für Unternehmen und Hausbesitzer senken und damit möglicherweise das wirtschaftliche Vertrauen stärken.
Einige Analysten bleiben jedoch skeptisch hinsichtlich der unmittelbaren Auswirkungen einer einzigen Zinssenkung.
Simon Pittaway, leitender Ökonom der Resolution Foundation, sagte, dass ein Zinssatzsenkung um ein Viertel Prozentpunkt wahrscheinlich keinen nennenswerten Vertrauenszuwachs bewirken werde.
Reeves hat versprochen, das Wirtschaftswachstum in den Vordergrund zu stellen, Regulierungsbarrieren abzubauen und große Infrastrukturprojekte zu unterstützen, darunter eine dritte Start- und Landebahn am Flughafen Heathrow.
Ökonomen warnen jedoch, dass es Jahre dauern kann, bis solche Maßnahmen zu erheblichen wirtschaftlichen Vorteilen führen.
Da die britische Wirtschaft im kommenden Jahr vor großen Herausforderungen steht, bleibt die Wirksamkeit der Geldpolitik bei der Förderung des Wachstums ungewiss, was Reeves' Fiskalstrategie in den Mittelpunkt rückt.
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