Nissan strebt nach Bericht eine Allianz mit dem Technologiesektor an, nachdem der Deal mit Honda gescheitert ist

Nissan strebt nach Bericht eine Allianz mit dem Technologiesektor an, nachdem der Deal mit Honda gescheitert ist
Diya Poddar
06. Feb. 2025, 07:38 AM
  • Anstatt eine Fusion im Inland anzustreben, sucht Nissan nun nach einer Partnerschaft mit einem US-amerikanischen Technologieunternehmen.
  • Nach den Berichten stieg der Aktienkurs von Nissan zum Börsenschluss in Tokio um rund 8 %.
  • Nordamerika bleibt für Nissan der wichtigste Markt, was ein in den USA ansässiges Technologieunternehmen zum attraktivsten Partner macht.

Nissan Motor Co. hat Berichten zufolge die Pläne für die Gründung einer gemeinsamen Holdinggesellschaft mit Honda Motor Co. aufgegeben.

Anstatt eine Fusion im Inland anzustreben, richtet Nissan sein Augenmerk nun auf eine mögliche Partnerschaft mit einem US-amerikanischen Technologieunternehmen, berichtete Bloomberg unter Berufung auf Quellen.

Die Entscheidung, die Verhandlungen mit Honda abzubrechen, spiegelt tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten über die Struktur des vorgeschlagenen Deals wider, einschließlich der Investitionshöhe und der operativen Umstrukturierung.

Die Aktien von Nissan schlossen am Donnerstag um rund 8 % höher, da die Anleger auf die Möglichkeit einer global wettbewerbsfähigeren Partnerschaft reagierten.

Der Abschluss exklusiver Gespräche mit Honda würde es beiden Parteien ermöglichen, den Vertrag ohne die in ihrem Memorandum of Understanding vom 23. Dezember festgelegte hohe Kündigungsgebühr von 100 Milliarden Yen (657 Millionen Dollar) zu kündigen.

Nissan sucht nach dem Streit mit Honda nach einer neuen Allianz

Da Honda nicht mehr im Spiel ist, steht die Führung von Nissan unter zunehmendem Druck, eine neue Partnerschaft einzugehen, die den technologischen Vorsprung bietet, der für den Wettbewerb in einer sich schnell entwickelnden Automobilindustrie erforderlich ist.

Nordamerika bleibt für Nissan der wichtigste Markt, was ein in den USA ansässiges Technologieunternehmen zum attraktivsten potenziellen Kooperationspartner macht.

Die Suche nach einem neuen Partner erfolgt, da Nissan dringend seine Abläufe modernisieren und seine Fähigkeiten im Bereich Elektrofahrzeuge ausbauen muss.

Während Nissan über Honda hinausblickt, wächst die Spekulation darüber, welcher US-Technologiekonzern als neuer Partner in Frage kommen könnte.

Der branchenweite Wandel hin zu Elektrifizierung und Automatisierung hat mehrere Automobilhersteller dazu veranlasst, sich mit Technologiefirmen zusammenzuschließen, um sich einen Wettbewerbsvorteil bei künstlicher Intelligenz, Batterieentwicklung und autonomem Fahren zu sichern.

Hon Hai Precision Industry Co., besser bekannt als Foxconn, hatte zuvor Interesse an einer Partnerschaft mit Nissan bekundet, die Gespräche aber unterbrochen, als die Gespräche mit Honda voranschritten. Da diese Verhandlungen nun abgebrochen sind, könnte Foxconn wieder ins Spiel kommen.

Der Elektronikhersteller hat sich aggressiv auf die Produktion von Elektrofahrzeugen ausgeweitet und könnte Nissan wertvolle Vorteile bei der Lieferkette bieten.

Warum scheiterte die Fusion von Nissan und Honda?

Honda und Nissan hatten ihre geplante Fusion zunächst als Mittel zur Stärkung ihrer Wettbewerbsposition gegenüber der wachsenden Präsenz chinesischer Hersteller von Elektrofahrzeugen (EV) wie BYD dargestellt.

Berichten zufolge hatten interne Meinungsverschiedenheiten die Gespräche jedoch zunehmend belastet.

Ein Hauptstreitpunkt war der Vorschlag von Honda, Nissan zu einer Tochtergesellschaft zu machen, dem Nissan vehement widersprach.

Mit einem Marktwert, der fast fünfmal höher ist als der von Nissan, ist Honda, Japans zweitgrößter Autohersteller, skeptisch geworden, ob sein kleinerer Konkurrent eine erfolgreiche Wende schaffen kann.

Nissan, das noch immer unter dem Skandal von 2018 leidet, in den der ehemalige Vorstandsvorsitzende Carlos Ghosn verwickelt war, hat Schwierigkeiten, mit dem rasanten Übergang zu Elektrofahrzeugen Schritt zu halten.

Das Unternehmen meldete für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2024 einen Rückgang des Betriebsergebnisses um 90 % und einen Rückgang des Nettogewinns um 94 % gegenüber dem Vorjahr.

Die Führungskräfte des Unternehmens, angeführt von CEO Makoto Uchida, werden voraussichtlich bis zum 13. Februar einen aktualisierten Sanierungsplan vorlegen, der mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen zusammenfällt.