Cokes 7-Milliarden-Dollar-Milch-Wette: Kann Fairlife das Wachstum liefern, das Wall Street verlangt?

Cokes 7-Milliarden-Dollar-Milch-Wette: Kann Fairlife das Wachstum liefern, das Wall Street verlangt?
Deepali Singh
10. Feb. 2025, 17:10 PM
  • Fairlife ist die am schnellsten wachsende Marke von Coca-Cola in den USA und wird durch seine proteinreiche, zuckerreduzierte Formel vorangetrieben.
  • Die Gesamtinvestition von Coca-Cola in Fairlife wird voraussichtlich 7,4 Milliarden US-Dollar betragen.
  • Coca-Cola sieht trotz früherer Herausforderungen ein erhebliches Wachstumspotenzial für Fairlife auf dem US-Milchmarkt.

Die Investition von Coca-Cola in Fairlife, seine mit Protein angereicherte, zuckerreduzierte Milchmarke, zahlt sich aus und macht die Marke zur am schnellsten wachsenden Marke des Unternehmens in den USA.

Die Frage bleibt jedoch: Ist der Erfolg von Fairlife ausreichend, um die Bedenken der Investoren hinsichtlich der übermäßigen Abhängigkeit von Coca-Cola von Limonaden zu zerstreuen?

Der Aufstieg von Fairlife: ein Star im Portfolio von Coke

Fairlife hat sich als Lichtblick im Portfolio von Coca-Cola erwiesen. Der Einzelhandelsumsatz überstieg 2022 die Marke von 1 Milliarde US-Dollar und damit stieg er seit der landesweiten Einführung im Jahr 2015 um 1.000 %.

CEO James Quincey hat Fairlife als Teil seiner Strategie zur Umwandlung von Coke in ein „Total Beverage“-Unternehmen gefördert, um den Rückgang des Soda-Verbrauchs angesichts von Gesundheitsbedenken auszugleichen.

„Fairlife hat sich zu einem großartigen Unternehmen entwickelt“, sagte Chief Executive Officer James Quincey gegenüber Bloomberg.

Über Cola hinaus: ein langer Weg liegt vor uns

Trotz des Erfolgs von Fairlife machen Limonaden immer noch etwa 60 % des Umsatzes von Coca-Cola aus, ein Verhältnis, das sich in den letzten sechs Jahren kaum verändert hat.

Das jüngste Wachstum wurde durch Preiserhöhungen und nicht durch ein höheres Volumen vorangetrieben, was den Druck auf eine Diversifizierung erhöht.

Die Sichtweise von Wall Street: Ist das genug?

Die Aktien von Coca-Cola haben seit Beginn der Pandemie gegenüber dem Gesamtmarkt unterdurchschnittlich abgeschnitten, was die Notwendigkeit erfolgreicherer Unternehmungen wie Fairlife unterstreicht.

Garrett Nelson, Analyst bei CFRA, sagte, die Milchmarke werde zu einem wichtigen „Wachstumstreiber und helfe, den Umsatzrückgang bei vielen zuckerhaltigen, kalorienreicheren Erfrischungsgetränken des Unternehmens auszugleichen“.

Seit Coca-Cola die Kontrolle übernommen und den Vertrieb ausgebaut hat, ist „Fairlife scheinbar überall.“

Die 7-Milliarden-Dollar-Wette: Leistungsbasierte Zahlungen steigen rasant

Die Gesamtinvestition von Coca-Cola in Fairlife wird voraussichtlich 7,4 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre betragen, einschließlich leistungsbezogener Zahlungen an ausgewählte Milchproduzenten.

Ursprünglich wurden diese Zahlungen auf 320 Millionen Dollar geschätzt, sind aber auf 6 Milliarden Dollar gestiegen und machen Fairlife zur größten Markenübernahme in der Geschichte von Coca-Cola.

Der hohe Proteingehalt von Fairlife entspricht der wachsenden Beliebtheit von GLP-1-Medikamenten wie Ozempic, die den Proteinverzehr zur Aufrechterhaltung der Muskelmasse fördern.

Der Erfolg der Marke widerspricht auch dem allgemeinen Rückgang des Milchverbrauchs in den USA.

Herausforderungen und zukünftiges Wachstum

Trotz eines Imageschadens im Jahr 2019 aufgrund von Vorwürfen des Tiermissbrauchs bei einem Lieferanten wächst Fairlife weiter und erweitert seine Produktionskapazität mit einer neuen Anlage im Wert von 650 Millionen US-Dollar.

Coca-Cola strebt eine höhere Marktdurchdringung an und sieht ein erhebliches Wachstumspotenzial auf dem US-Milchmarkt.

Tim Doelman, der Fairlife seit 2020 leitete, verlässt das Unternehmen. Becca Kerr wird neben ihrem bestehenden Ernährungsportfolio die Aufsicht über die Marke übernehmen.

Reicht das?

Milch hat sich jedoch als Quincys beste Wette erwiesen. Fairlife war im letzten Quartal einer der wenigen Lichtblicke des Unternehmens, da das Wachstum den Rückgang bei Kaffee, Saft und Sportgetränken ausglich.

Doch das hatte seinen Preis. Die operative Marge von Coca-Cola wurde stark beeinträchtigt, weil die Summe, die das Unternehmen der Molkereigenossenschaft zahlen muss, in nur drei Monaten um mehr als 900 Millionen Dollar gestiegen ist.