Trumps Zölle haben ihren Preis, und Europa wird ihn dafür bezahlen lassen

Trumps Zölle haben ihren Preis, und Europa wird ihn dafür bezahlen lassen
Dionysis Partsinevelos
11. Feb. 2025, 18:08 PM
  • Die EU bereitet schnelle Gegenmaßnahmen gegen Trumps 25-prozentige Zölle auf Stahl und Aluminium vor.
  • Amerikanische Branchen wie Bourbon, Motorradherstellung und Landwirtschaft könnten mit heftigen Vergeltungsmaßnahmen aus Europa konfrontiert werden.
  • Vor dem März-Frist droht ein umfassender Handelskrieg, da die Spannungen weltweit zunehmen.

Präsident Donald Trump hat die globalen Handelsspannungen wieder angeheizt, indem er 25-prozentige Zölle auf importierten Stahl und Aluminium verhängte. Dies löste eine sofortige Gegenreaktion der großen Volkswirtschaften aus.

Die Europäische Union, China und die nordamerikanischen Verbündeten bereiten sich bereits auf eine Reaktion vor, und die Bedenken hinsichtlich eines erneuten Handelskrieges nehmen erneut zu.

Trumps Ziel ist es, die US-Industrie zu unterstützen, doch die Geschichte zeigt, dass dies zu höheren Preisen für die Verbraucher und zu Vergeltungsmaßnahmen seitens wichtiger Handelspartner führen könnte.

Da die globale Inflation noch immer hoch ist und die Lieferketten unter Druck stehen, könnten diese Zölle den Handelsverkehr stören und das Wirtschaftswachstum schwächen.

Die Welt hat das schon einmal erlebt. Warum führt Trump nun wieder Zölle ein und was wird als Nächstes passieren?

Warum verhängt Trump erneut Zölle?

Trump argumentiert, dass die USA im Welthandel unfair behandelt würden und dass Zölle die heimische Stahl- und Aluminiumproduktion ankurbeln würden.

Das Weiße Haus erklärt, dass es sich bei diesem Schritt um eine Frage der nationalen Sicherheit handelt, um sicherzustellen, dass die USA nicht auf ausländische Metalle angewiesen sind. Ein hochrangiger Berater erklärte:

Trump hat auch angedeutet, dass diese Zölle nur der Anfang sind und dass er „gegenseitige Zölle“ auf Länder plant, die höhere Zölle auf amerikanische Waren erheben.

Während seiner ersten Amtszeit führte Trump 2018 ähnliche Zölle auf Stahl und Aluminium ein und behauptete, sie würden die US-Fertigung wiederbeleben.

Spätere Wirtschaftsstudien zeigten jedoch, dass die Politik zu Arbeitsplatzverlusten in den Stahlverarbeitungsindustrien führte, da die Unternehmen mit höheren Rohstoffkosten konfrontiert waren.

Die US-Stahlindustrie hat sich von der Pandemieerholung erholt und die Weltmärkte haben bereits mit hoher Inflation zu kämpfen.

Eine Erhöhung der Zölle könnte die Preise jetzt in die Höhe treiben und Branchen treffen, die auf Stahl und Aluminium angewiesen sind, wie beispielsweise die Automobilindustrie und der Bau.

Wie reagiert die Welt auf Trumps Zölle?

Die Europäische Union hat die Zölle umgehend verurteilt und vor angemessenen Gegenmaßnahmen gewarnt.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat versprochen, dass es eine schnelle Vergeltung geben werde, die sich gegen ikonische US-Exporte wie Bourbon, Jeans und Motorräder richten werde.

„Ungerechtfertigte Zölle auf die EU werden nicht unbeantwortet bleiben. Sie werden entschlossene und angemessene Gegenmaßnahmen auslösen.“

Deutschland, die größte Volkswirtschaft der EU und ein wichtiger Stahllieferant in die USA, hat seine Bereitschaft zum Handeln signalisiert.

Bundeskanzler Olaf Scholz sagte, die EU könne bei Bedarf „innerhalb einer Stunde“ reagieren. Er betonte auch die Macht Europas mit den Worten:

„Als größter Markt der Welt mit 450 Millionen Bürgern haben wir die Kraft dazu.“

Brüssel erwägt auch, die Zölle wieder einzuführen, die nach Trumps erstem Handelskrieg im Jahr 2018 ausgesetzt wurden.

Auch außerhalb Europas haben China und Kanada Widerstand geleistet. China hat bereits neue Zölle auf ausgewählte US-amerikanische Waren verhängt, während Kanada den Schritt als „völlig ungerechtfertigt“ bezeichnet hat.

Auch die aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens bereiten sich auf die Auswirkungen vor. Trumps geplante „gegenseitige Zölle“ könnten Indien und Thailand am härtesten treffen, da sie höhere Zölle auf US-Exporte erheben als die USA auf ihre.

Länder mit großen Handelsüberschüssen gegenüber den USA könnten ebenfalls gezielten Maßnahmen ausgesetzt werden, was die globale Handelsunsicherheit weiter erhöhen würde.

Was bedeutet das für die Inflation und die globalen Märkte?

Zölle fungieren als Steuer auf Importe, was bedeutet, dass Unternehmen, die mehr für Stahl und Aluminium zahlen müssen, diese Kosten an die Verbraucher weitergeben können.

Da die Inflation immer noch über dem Niveau vor der Pandemie liegt, besteht die Gefahr, dass diese Zölle die Preise in mehreren Branchen weiter in die Höhe treiben.

Die Börse hat bereits reagiert. Die Aktien der US-Stahlhersteller stiegen nach der Ankündigung der Zölle, da die Anleger auf höhere Inlandspreise setzten.

Für Hersteller, die auf importierte Metalle angewiesen sind, sind das jedoch schreckliche Nachrichten.

Branchen wie die Automobilherstellung, die Luft- und Raumfahrt und der Bau könnten mit höheren Produktionskosten konfrontiert werden, was möglicherweise zu Stellenabbau oder Preiserhöhungen für die Verbraucher führen könnte.

Gleichzeitig könnte die Unsicherheit im Welthandel das Geschäftsvertrauen schwächen und die Investitionen verlangsamen.

Ein langwieriger Handelskrieg würde die Lieferketten stören, gerade wenn die Welt versucht, sich von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie und des Krieges in der Ukraine zu erholen.

Fängt Trump einen neuen Handelskrieg an?

Das Risiko eines umfassenden Handelskrieges steigt, insbesondere wenn Trump seinen Plan für Gegenzölle umsetzt.

Anders als 2018, als die USA schließlich mit einigen Verbündeten Tarifermäßigungen aushandelten, scheinen die weltweiten Führer diesmal weniger kompromissbereit zu sein.

Die EU bereitet sich auf aggressive Gegenmaßnahmen vor und China hat bereits mit Vergeltungsmaßnahmen begonnen.

Auch Kanada und Mexiko, die zu den größten Stahllieferanten der USA zählen, überdenken ihre nächsten Schritte.

Wenn mehrere Länder sich gegenseitig mit Zöllen bestrafen, könnten die weltweiten Handelsströme stark gestört werden.

Es spielt auch ein geopolitischer Faktor eine Rolle.

Trumps Zölle dienen nicht nur dem Handel, sondern auch der Stärkung der wirtschaftlichen Macht vor den bevorstehenden Verhandlungen mit Europa und China.

Durch eine aggressive Haltung versucht die USA möglicherweise, ihre Handelspartner zu neuen Vereinbarungen zu zwingen, die den amerikanischen Industrien zugute kommen.

Die Geschichte zeigt jedoch, dass Handelskriege in der Regel allen Seiten schaden.

Der Zollstreit zwischen den USA und China im Jahr 2018/2019 führte zu höheren Kosten für amerikanische Unternehmen und Landwirte, zwang Unternehmen zur Umstrukturierung ihrer Lieferketten und schwächte das globale Wirtschaftswachstum.

Was passiert als nächstes?

Die von Trump für den 12. März gesetzte Umsetzungsfrist lässt kaum Zeit für Verhandlungen. In den kommenden Wochen sind schnelle Entwicklungen zu erwarten, da die Länder Gegenmaßnahmen ankündigen.

Die EU und China erarbeiten bereits ihre Vergeltungszölle, und Unternehmen in stahlintensiven Branchen werden wahrscheinlich um Ausnahmen oder politische Anpassungen werben.

Der Einfluss auf die globalen Märkte und die Inflation wird sich unterdessen deutlicher abzeichnen, wenn die Unternehmen beginnen, Preise und Lieferketten anzupassen.

Wenn dieser Handelskonflikt zu einem umfassenden Zollkrieg eskaliert, könnte die Weltwirtschaft einen massiven Schaden erleiden.

Wenn jedoch diplomatische Gespräche eine umfassende Konfrontation verhindern, könnten die Schäden begrenzt werden.