Können Musks Beziehungen zum Präsidenten Trump die Zulassung von Teslas FSD in China verzögern?

Können Musks Beziehungen zum Präsidenten Trump die Zulassung von Teslas FSD in China verzögern?
Utkarsh Roshan
17. Feb. 2025, 17:24 PM
  • Tesla drohen potenzielle Verzögerungen bei der Erlangung der behördlichen Zulassung für seine Technologie „Full Self-Driving“ (FSD).
  • Die FSD-Lizenz ist entscheidend für Tesla, um in China teilautonome Fahrfunktionen einzuführen.
  • Chinesische Regulierungsbehörden sollen Teslas FSD-Lizenz als Verhandlungsmasse in Handelsgesprächen einsetzen.

Tesla drohen potenzielle Verzögerungen bei der Erlangung der behördlichen Genehmigung für seine Full Self-Driving (FSD)-Technologie in China, da das Unternehmen in den eskalierenden Handelskrieg zwischen den USA und China verwickelt wird.

Trotz früherer Anzeichen, dass eine Genehmigung im zweiten Quartal 2025 erfolgen könnte, haben die chinesischen Behörden laut einem Bericht der Financial Times keinen klaren Zeitplan genannt.

Die FSD-Lizenz ist für Tesla von entscheidender Bedeutung, um in China halbautomatische Fahrerassistenzfunktionen einzuführen, die die Abonnementeinnahmen steigern und dazu beitragen könnten, den rückläufigen Absatz auf dem weltweit größten Elektrofahrzeugmarkt auszugleichen.

Das System ermöglicht es Tesla-Fahrzeugen, zu beschleunigen, zu lenken, zu bremsen und die Fahrspur zu wechseln, aber die Fahrer müssen aufmerksam bleiben und die Hände am Lenkrad lassen.

Trumps Handelskrieg verschärft die Herausforderungen für Tesla

Tesla plante ursprünglich, FSD Anfang 2025 in China und Europa einzuführen, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen.

Die eskalierenden Handelsspannungen haben diese Pläne jedoch gefährdet.

Anfang dieses Monats kündigte das chinesische Finanzministerium neue Zölle auf US-Importe an und verhängte eine 15-prozentige Abgabe auf Kohle und Flüssiggas sowie eine 10-prozentige Abgabe auf Rohöl, landwirtschaftliche Geräte und bestimmte Automobile.

Der Schritt folgte einer von Präsident Trump unterzeichneten Anordnung, mit der Zölle auf China erhoben werden sollen, weil das Land es nicht geschafft hat, den Strom illegaler Drogen in die USA einzudämmen.

Auch das chinesische Finanzministerium kritisierte die USA für ihre einseitigen Zollaktionen und beschuldigte sie, gegen die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) zu verstoßen.

Chinesische Regulierungsbehörden nutzen angeblich Teslas FSD-Lizenz als Verhandlungsmasse in Handelsgesprächen mit Präsident Donald Trump, berichteten Quellen dem Nachrichtenportal.

Musk: eine Belastung für Tesla?

Die engen Beziehungen von Elon Musk zu Trump – als wichtiger Berater und Spender – könnten Tesla nun in China schaden.

Musk hat Teslas Lobbyarbeit in Peking persönlich geleitet, darunter ein überraschendes Treffen mit dem chinesischen Premierminister Li Qiang im April 2024.

Obwohl Tesla eine Testgenehmigung für 10 Fahrzeuge in Shanghai erhalten hat und mit Baidu im Bereich Kartentechnologie zusammenarbeitet, bleiben Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit eine große Hürde.

China verbietet den Export von Schulungsvideos, während US-amerikanische Vorschriften Tesla daran hindern, FSD innerhalb Chinas zu schulen.

„Wir stecken in einer Zwickmühle“, gab Musk bei der jüngsten Gewinnmitteilung von Tesla zu. „Sie lassen uns keine Schulungsvideos außerhalb Chinas übertragen, und die USA lassen uns keine Schulungen in China durchführen.“

Teslas Schwierigkeiten in den USA und China

Teslas Gigafactory in Shanghai, die 2018 eröffnet wurde, spielte eine wichtige Rolle im chinesischen Boom der Elektrofahrzeuge.

Inzwischen haben lokale Konkurrenten Tesla jedoch mit niedrigeren Preisen und fortschrittlicheren Funktionen überholt.

Im Januar 2025 lag der Marktanteil von Tesla in China bei 4,5 %, während BYD, das von Warren Buffett unterstützt wird, mit 27 % an der Spitze lag.

BYD hat kürzlich sein Fahrerassistenzsystem „God's Eye“ vorgestellt und damit Tesla eine neue Herausforderung gestellt.

Teslas FSD ist in den USA noch nicht für den vollautonomen Betrieb zugelassen. Musk hat behauptet, dass Tesla bis Juni selbstfahrende Autos auf den Straßen von Texas haben wird, doch das Unternehmen steht wegen Unfällen im Zusammenhang mit FSD unter Aufsicht der Regulierungsbehörden.

Musk räumte im Juli 2024 ein, dass seine früheren Prognosen zur Autonomie zu optimistisch gewesen seien, besteht aber weiterhin darauf, dass Teslas FSD bis Ende 2025 „besser als der Mensch“ sein werde.