Bybit-Insiderbetrug: Singapurische Frau erhält fast 10 Jahre Haft für Diebstahl von 4,2 Millionen Dollar

Bybit-Insiderbetrug: Singapurische Frau erhält fast 10 Jahre Haft für Diebstahl von 4,2 Millionen Dollar
Diya Poddar
20. Feb. 2025, 14:36 PM
  • Ho manipulierte Microsoft Excel-Tabellenkalkulationen, um Gelder von Bybit-Mitarbeitern abzuzweigen.
  • Ho nutzte sechs Bankkonten und vier Wallets, um gestohlene Gelder zu verstecken, bevor er sie in Fiatwährung umtauschte.
  • Ho leistete eine Anzahlung von 560.000 Dollar auf ein Penthouse und kaufte mit gestohlenem Geld Designerkleidung.

Singapurs Finanzsektor wurde von einem der aufwendigsten Fälle von Insiderbetrug im Kryptowährungsbereich erschüttert.

Die Strait Times, ein singapurisches Nachrichtenmedium, berichtet, dass Ho Kai Xin, eine 32-jährige ehemalige ausgelagerte Gehaltsabrechnungsmanagerin bei Bybit Fintech, zu fast zehn Jahren Gefängnis verurteilt wurde, weil sie 5,7 Millionen SGD (4,2 Millionen US-Dollar) in Kryptowährung gestohlen hat.

Ihr über ein Jahr andauerndes Schema umfasste die Fälschung von Gehaltsabrechnungen, um Gelder auf ihre eigenen Konten umzuleiten.

Der Fall hat erhebliche Schwachstellen in den internen Sicherheitsmaßnahmen von Krypto-Unternehmen aufgedeckt, insbesondere bei solchen, die sich bei der Gehaltsabrechnung auf externe Dienstleister verlassen.

Angesichts der zunehmenden Kontrolle von Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte unterstreicht Bybits Versäumnis, die betrügerischen Transaktionen monatelang zu erkennen, die umfassenderen Herausforderungen der finanziellen Sicherheit in diesem Sektor.

Das Urteil signalisiert auch ein verstärktes Vorgehen der singapurischen Behörden gegen Finanzkriminalität im Zusammenhang mit Kryptowährungen.

Schlupfloch bei der Krypto-Gehaltsabrechnung

Hos betrügerische Aktivitäten begannen im Mai 2022, als sie Microsoft Excel-Tabellen manipulierte, um Gehaltszahlungen von Wechain, Bybits Gehaltsabrechnungsfirma, auf ihre eigenen Konten umzuleiten.

Sie änderte die Transaktionsdetails, um sicherzustellen, dass die gestohlenen Gelder – anfangs 117.000 SGD (87.417 $) – direkt auf ihr Bankkonto und nicht auf die Mitarbeiterkonten überwiesen wurden.

Angespornt vom Erfolg ihres ersten Diebstahls, steigerte sie ihre Aktivitäten und veruntreute schließlich Millionen in USDT.

Gerichtsdokumente zeigen, dass Ho zwischen Mai und August 2022 acht größere Kryptowährungstransfers von Bybit auf ihre digitalen Wallets veranlasste.

Anschließend tauschte sie die gestohlenen Tether (USDT) in Fiatwährung um und nutzte dabei sechs Bankkonten und vier elektronische Wallets auf verschiedenen Krypto-Plattformen, um die Geldspur zu verschleiern.

Dieses Maß an Raffinesse bei der Geldwäsche gestohlener Kryptowährungen verdeutlicht die regulatorischen Lücken bei der Überwachung von Insidergeschäften in diesem Sektor.

Der Betrug blieb monatelang unentdeckt, bis ein Finanzdirektor von Wechain im September 2022 ungewöhnliche Transaktionen meldete.

Nach einer internen Untersuchung meldete das Unternehmen den Betrug im Februar 2023 der Polizei, was im April zur Verhaftung von Ho führte.

Üppige Ausgaben entlarven gestohlene Kryptowährungen

Anstatt ihren Reichtum zu verbergen, gab Ho ihn offen mit Luxuskäufen zur Schau, die Misstrauen erregten.

Trotz ihres bescheidenen Gehalts leistete sie eine Anzahlung von 750.000 SGD (560.388 US-Dollar) auf ein Penthouse im Wert von über 3,7 Millionen SGD (2,7 Millionen US-Dollar).

Sie gab außerdem fast 840.000 SGD (627.633 US-Dollar) für Luxusgüter aus, darunter Sonnenbrillen, Taschen, Schuhe und Schmuck von Louis Vuitton.

Ihre rücksichtslose Verschwendung setzte sich fort, selbst nachdem die Behörden ihr Vermögen eingefroren hatten.

Im Januar 2024 wurde Ho wegen Verstoßes gegen Gerichtsbeschlüsse zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt, nachdem sie weiterhin gestohlene Gelder verwendet hatte.

Ihr war ausdrücklich untersagt worden, das Geld anzurühren, doch sie gab trotzdem große Summen aus.

Dieser Widerstand stärkte die Anklage gegen sie zusätzlich.

Singapurs Vorgehen gegen Krypto-Betrug verschärft sich.

Hos Verurteilung markiert eines der härtesten Urteile Singapurs gegen kryptobezogene Finanzkriminalität.

Das Land hat sich als reguliertes Zentrum für digitale Vermögenswerte positioniert und strenge Lizenzierungsregeln für Börsen und Zahlungsdienstleister eingeführt.

Dieser Fall hat potenzielle Schwachstellen bei der Überwachung von Gehaltsabrechnungen aufgedeckt, insbesondere wenn diese an Drittunternehmen ausgelagert werden.

Die Monetary Authority of Singapore (MAS) hat die regulatorische Aufsicht, insbesondere im Bereich der Bekämpfung von Geldwäsche (AML), verstärkt.

Nach dem Fall Ho erwarten Branchenexperten strengere Kontrollen der Gehaltsabrechnungsprozesse und der Finanzberichterstattung von Krypto-Unternehmen.

Unternehmen, die große Mengen digitaler Vermögenswerte verwalten, könnten strengeren Anforderungen an die Transaktionsverfolgung und die Durchführung regelmäßiger interner Audits unterliegen.

Hos fast zehnjährige Haftstrafe unterstreicht Singapurs konsequente Haltung gegen Finanzvergehen in der Digital-Asset-Branche.

Mit der zunehmenden Akzeptanz von Kryptowährungen müssen Unternehmen ihre internen Kontrollen verbessern, um ähnliche Verstöße zu verhindern.

Inzwischen wird erwartet, dass die Aufsichtsbehörden strengere Richtlinien erlassen werden, um die Risiken von Insiderbetrug in der Branche zu mindern.